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Merkel und Clinton: Im Hosenanzug der Macht

"Große Geister denken ähnlich": Angela Merkel und Hillary Clinton übten sich beim Nato-Treffen in Berlin nicht nur politisch im demonstrativen Schulterschluss. Auch optisch waren Kanzlerin und US-Außenministerin auf einer Linie.

Deutsch-amerikanische Mode: Macht im Partnerlook Fotos
AP

Berlin - Als Angela Merkel und Hillary Clinton am Donnerstag in der Skylobby des Kanzleramts zum kurzen Statement vor die Journalisten traten, zeigten sie sich perfekt aufeinander abgestimmt. Das galt nicht nur das gemeinsame politische Ziel anlässlich des Nato-Außenministertreffens: Gaddafi muss weg. Auch modisch passte alles zwischen der US-Außenministerin und der Bundeskanzlerin: Die mächtigsten Frauen der Welt kamen im Partnerlook.

Merkel und Clinton trugen ähnliche Blazer, klassisch geschnitten, gleiche Länge, kleiner Ausschnitt, aufgesetzte Taschen - glücklicherweise in unterschiedlichen, aber durchaus harmonierenden Farben: Merkel kam in Flieder, Clinton in Kornblumenblau. Auch beim Rest des Outfits tickten die beiden Politikerinnen gleich: Kette, schwarzes Oberteil, schwarze Hose, relativ flache, schwarze Schuhe. Sogar die Körperhaltung war stimmig: Sowohl die US-Außenministerin wie auch die Kanzlerin verschränkten bei ihren Ausführungen ihre Hände vor dem Körper.

Clinton und Merkel gelten beide schon lange als bekennende Hosenanzug-Fans. Als die US-Politikerin einst ihre Niederlage im Präsidentschaftsrennen gegen Barack Obama eingestand, dankte sie selbstironisch ihrer "sisterhood of the traveling pantsuits" - der "Schwesternschaft der reisenden Hosenanzüge". Ihre Gastgeberin vom Donnerstag würde Clinton wohl umgehend in die Reisegruppe aufnehmen.

Die Ähnlichkeiten waren so frappierend, dass sich Clinton am Ende ihrer Stellungnahme einen kleinen Hinweis an die Journalisten nicht verkneifen konnte. An alle die, die sich vielleicht diese Frage gestellt haben", merkte die US-Politikerin an, "nein, wir - die Kanzlerin und ich - haben uns vorher nicht wegen der Farbe unsere Jacketts abgesprochen." Merkel lachte fröhlich, und Clinton fügte noch hinzu: "Aber große Geister denken eben ähnlich."

phw/dpa/dapd

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insgesamt 18 Beiträge
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1. "Große Geister denken ähnlich......."
si_tacuisses 14.04.2011
Zitat von sysop"Große Geister denken ähnlich": Angela Merkel und Hillary Clinton übten sich beim Nato-Treffen in Berlin nicht nur politisch im demonstrativen Schulterschluss. Auch optisch waren*Kanzlerin und*US-Außenministerin auf einer Linie. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,757052,00.html
muss gravierender Übersetzungefehler sein. Clinton meinte sicher ghost(ery), also Gespensterunwesen.
2. .
der_rookie 14.04.2011
Sensation: Auch einige männliche Kollegen kamen im Partnerlook: Dunkler Anzug und Schlips Mir wäre es lieber einige Politiker kämen in Schlumpfuniformen - sofern sie dafür andere Politik machen. Seit wann ist dem Spiegel die Kleidung von Frau Merkel und Frau Clinton wichtiger als was die denn besprechen? So eine Art der Berichterstattung hat nichts im Politikteil verloren.
3. Kleingeister sollten zurücktreten
gloton7, 14.04.2011
Zitat von si_tacuissesmuss gravierender Übersetzungefehler sein. Clinton meinte sicher ghost(ery), also Gespensterunwesen.
Eigenlob stinkt. Und tatsächlich gibt es bei beiden die gleiche Macke auszusetzen. Merkel und Clinton haben nie etwas von Demokratie gehalten und sie immer mit Füssen getreten. Man sollte sie beide gleichzeitig zum Thema Bradley Manning interviewen. Und hinterher anklagen, weil sie sich offensichtlich für jedes Amt disqualifiziert haben und erst einmal zum Entnazifizieren müssen.
4. Politik?!
eva3589 14.04.2011
Zitat von der_rookieSensation: Auch einige männliche Kollegen kamen im Partnerlook: Dunkler Anzug und Schlips Mir wäre es lieber einige Politiker kämen in Schlumpfuniformen - sofern sie dafür andere Politik machen. Seit wann ist dem Spiegel die Kleidung von Frau Merkel und Frau Clinton wichtiger als was die denn besprechen? So eine Art der Berichterstattung hat nichts im Politikteil verloren.
Kann ich nur zustimmen. Wären die beiden männlich, würde niemand auf die Idee kommen, ihre Outfits zu vergleichen. Aber Frauen haben ja gefälligst nicht nur Politik zu betreiben, sondern sich auch mit ihrem Äußeren zu beschäftigen. Dass sogar der Spiegel bei diesen Rollenklischees mitmacht, enttäuscht mich.
5. doppelt peinlich
kellerfrau.com 14.04.2011
Falls es in Berlin jetzt laut rumpelt: Das ist kein politisches Erdbeben wegen der nächsten Plagiatsaffäre, sondern Marlene Dietrich, die im Grabe rotiert. Anno 2011 reden wir hier über Hosenanzüge? Jesses! Übrigens: Das angeblich von Clinton geäußerte "Große Geister denken ähnlich" wird wohl im Original "great minds think alike" geheißen haben. Das ist eine Redewendung, die im Deutschen dem etwas flapsigeren "Zwei Dumme, ein Gedanke" entspricht.
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Libyen: Städte, Ethnien, Ölleitungen

Fläche: 1.676.198 km²

Bevölkerung: 6,253 Mio.

Hauptstadt: Tripolis

Staatsoberhaupt:
Akila Salih Issa

Regierungschef: Fayez al-Sarraj (nominiert)

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Was Staaten zum Militäreinsatz in Libyen beitragen
Frankreich
Frankreich verfügt über rund hundert Kampfflugzeuge, vorwiegend vom Typ "Rafale" und "Mirage 2000", sowie Awacs-Flugzeuge zur Luftraumüberwachung. Zunächst kamen 33 Kampfflugzeuge zum Einsatz. Paris schickte zudem den Flugzeugträger "Charles de Gaulle" vom südfranzösischen Hafen Toulon aus in Richtung Libyen. Die Stützpunkte Solenzara auf Korsika und N'Djamena im Tschad können als Basis benutzt werden.
Großbritannien
Großbritannien hat Kampfflugzeuge vom Typ "Tornado" und "Eurofighter" in die Nähe von Libyen, auf den italienischen Stützpunkt Gioia del Colle, verlegt. Dort sind auch Awacs-Maschinen stationiert. Insgesamt sind derzeit 17 Maschinen im Einsatz. Zudem befinden sich die Fregatten "Westminster" und "Cumberland" im Mittelmeer.
USA
Die Vereinigten Staaten haben auf dem Stützpunkt Sigonella auf Sizilien F-15- und F-16 Kampfflugzeuge stationiert. Bisher waren 90 Maschinen an den Einsätzen beteiligt. Der Helikopterträger "Bataan" und zwei weitere Kriegsschiffe sollen am Mittwoch von den USA ins Mittelmeer aufbrechen, wo sie die Helikopterträger "Kearsarge" und "Ponce" ablösen sollen. Zudem befinden sich derzeit die Zerstörer "Barry" und "Stout" im westlichen Mittelmeer. Beide haben Marschflugkörper vom Typ "Tomahawk" an Bord, die am Wochenende eingesetzt werden und auch von U-Booten abgefeuert wurden.
VAE und Katar
Die Vereinigten Emirate (VAE) und Katar beteiligen sich ebenfalls an dem Einsatz. Die VAE entsenden zwölf Kampfflugzeuge zur Durchsetzung des Flugverbots über Libyen. Die jeweils sechs Flugzeuge der Typen F-16 und Mirage sollen sich an Patrouillenflügen zur Überwachung des von den Vereinten Nationen verhängten Flugverbots beteiligen. Katar nimmt mit vier Flugzeugen an dem Militäreinsatz teil.
Italien
Italien hat die Nutzung von sieben Luftwaffenstützpunkten angeboten. Die Luftwaffe hat mit 16 Maschinen in die Libyen-Mission eingegriffen, ein Kriegsschiff kam ebenfalls zum Einsatz.
Spanien
Spanien stellt vier F-18-Kampfjets, ein Flugzeug für die Luftbetankung, ein Marineüberwachungsflugzeug, eine Fregatte und ein U-Boot ab.
Kanada
Kanada hat die Beteiligung von sieben CF-18-Jagdbombern und vier weiteren Maschinen zugesagt, die in Italien stationiert werden. Zudem befindet sich die Fregatte "Charlottetown" in der Region.
Dänemark
Dänemark entsendet vier F-16-Jagdflugzeuge, zwei Reservekampfjets, ein Transportflugzeug auf einen Stützpunkt auf Sizilien.
Norwegen
Norwegen hat sechs F-16-Maschinen zur Durchsetzung der Flugverbotszone über Libyen bereitgestellt.
Belgien
Belgien hat die Beteiligung seiner sechs bei der Nato eingesetzten F-16-Jagdflugzeuge sowie den Einsatz eines Minenjagdboots angeboten.
Niederlande
Die Niederlande beteiligen sich mit sieben Kampfflugzeugen und einem Schiff an der Militäraktion.
Griechenland
Griechenland stellt Stützpunkte, zwei Flugzeuge und ein Kriegsschiff zur Verfügung.
Rumänien und Bulgarien
Aus Rumänien und Bulgarien wurde je ein Kriegsschiff in die Krisenregion verlegt.
Türkei
Die Regierung in Ankara trägt mit sieben Flugzeugen zu der Mission bei, darunter sechs F-16-Jets. Außerdem sind vier türkische Fregatten, ein U-Boot und ein Versorgungsschiff im Einsatz.
Die Uno-Resolution zu Libyen
Maßnahmen zum Schutz von Zivilisten
Der Sicherheitsrat "autorisiert die Mitgliedstaaten, alle nötigen Maßnahmen zu ergreifen, um Zivilisten und von Zivilisten bewohnte Gebiete in Libyen zu schützen, denen ein Angriff droht - inklusive Bengasi. Eine ausländische Besatzungsmacht auf libyschem Territorium wird in jeglicher Form ausgeschlossen".
Forderung nach Waffenstillstand
Der Rat "verlangt einen sofortigen Waffenstillstand, ein vollständiges Ende des Gewalt und aller Angriffe auf Zivilisten".
Flugverbotszone und Überflugsrechte
Der Rat "beschließt, ein Verbot aller Flüge im Luftraum Libyens zu verhängen, um zum Schutz von Zivilisten beizutragen". Außerdem ruft er "alle Mitgliedsstaaten auf, Hilfe zur Umsetzung des Flugverbots zu leisten, einschließlich der Erteilung von Überflugsrechten". Ausgenommen sind humanitäre Flüge und von den Vereinten Nationen und der Arabischen Liga genehmigte Flüge.
Libysche Flugzeuge im Ausland festsetzen
Der Rat "beschließt, dass alle Staaten jedem in Libyen registrierten Flugzeug (...) den Start, die Landung oder die Rechte des Überflugs über ihr Territorium verweigern".
Waffenembargo wird verschärft
Alle Staaten sind angewiesen, jedes libysche Flugzeug - oder ein Flugzeug, das mutmaßlich Waffen oder Söldner transportiert - nicht ohne Zustimmung des Uno-Komitees zur Überwachung der Sanktionen starten, landen oder ihren Luftraum benutzen zu lassen.
Forderung an libysche Behörden
Der Rat "verlangt von den libyschen Behörden, dass sie den Verpflichtungen unter dem Völkerrecht (...) nachkommen und alle Maßnahmen ergreifen, um Zivilisten zu schützen und deren Grundbedürfnisse zu befriedigen".
Zustrom bewaffneter Söldner stoppen
Der Rat "bedauert den anhaltenden Zustrom von Söldnern nach Libyen und ruft die Mitgliedstaaten auf, (...) den Zustrom bewaffneter Söldner zu unterbinden".
Libysche Konten werden eingefroren
Die Guthaben dieser Finanzinstitutionen werden eingefroren: der Zentralbank, der Libyschen Investmentbehörde, der Libyschen Auslandsbank, dem Libyschen Afrika-Investment-Portfolio und der Libyschen Nationalen Ölgesellschaft. Eingefroren werden außerdem die Guthaben dreier weiterer Kinder Gaddafis, des Verteidigungsministers, des Geheimdienstchefs, des Direktors der externen Sicherheitsorganisation und des Ministers für Energieversorgung.
Reiseverbote für libysche Politiker
Die Reisefreiheit des libyschen Botschafters im Tschad und des Gouverneurs von Ghat, die beide Söldner für Gaddafis Regime angeworben haben sollen, wird aufgehoben.


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