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Krisendiplomatie: Merkel und Hollande fliegen überraschend nach Kiew und Moskau

Kanzlerin Merkel und Präsident Hollande: Neue Vorschläge im Gepäck Zur Großansicht
DPA

Kanzlerin Merkel und Präsident Hollande: Neue Vorschläge im Gepäck

Kanzlerin Merkel und Frankreichs Staatspräsident Hollande starten eine Diplomatie-Offensive in der Ukraine-Krise. Beide reisen noch an diesem Donnerstag in die Ukraine, am Freitag geht es weiter nach Russland.

Hamburg - Angesichts der Eskalation des Ukraine-Konflikts reisen Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident François Hollande am Donnerstag überraschend nach Kiew. Dies teilte Hollande mit. Beide Politiker wollten zudem am Freitag nach Moskau fliegen. Angesetzt sind Gespräche mit dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko und Russlands Staatschef Wladimir Putin.

"Wir werden einen neuen Vorschlag unterbreiten, um den Konflikt zu lösen", sagte Hollande auf einer Pressekonferenz in Paris. Er basiere auf der territorialen Integrität der Ukraine. Frankreich und Deutschland würden alles tun, um eine friedliche Lösung in der Ukraine zu erreichen, teilte Hollande in Paris mit.

"Angesichts der Eskalation der Gewalt in den letzten Tagen verstärken die Bundeskanzlerin und Staatspräsident Hollande ihre seit Monaten andauernden Bemühungen um eine friedliche Beilegung des Konflikts im Osten der Ukraine", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Merkel und Hollande fliegen getrennt und kommen dann in Kiew und Moskau zusammen.

Aus Moskau hieß es am Mittag, Putin sei offen für konstruktive Gespräche mit Hollande und Merkel. Das geplante Treffen sei ein "positiver Schritt", sagte der Präsidenten-Berater Juri Uschakow.

Am Vormittag traf bereits US-Außenminister John Kerry zu Gesprächen mit Poroschenko und weiteren Regierungsmitgliedern in der ukrainischen Hauptstadt ein. Einem Sprecher zufolge will Kerry die Unterstützung der USA bei der Rückkehr zu ernsthaften Verhandlungen zusagen. Zudem wolle er weitere finanzielle Hilfen der USA für die Zivilbevölkerung in Höhe von 16,4 Millionen Dollar zusagen. Bei der Frage von Waffenlieferungen bleibt der Westen allerdings beharrlich bei einem Nein - die Ukraine bittet allerdings weiter beharrlich darum.

Auch Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier befindet sich im Ukraine-Konflikt auf diplomatischer Mission. Am Vormittag beriet er in Riga mit seinem lettischen Amtskollegen über die Lage. Lettland hat derzeit die EU-Ratspräsidentschaft inne. Anschließend will Steinmeier in die polnische Hauptstadt Warschau fliegen. Steinmeier befürchtet, dass aus den bislang begrenzten Kämpfen zwischen Armee und Separatisten ein Flächenbrand werden könnte. Er warnte vor einem "völligen Kontrollverlust" bei den militärischen Auseinandersetzungen.

Die prorussischen Separatisten haben nach Angaben des ukrainischen Militärs im Osten des Landes eine Großoffensive gestartet. Zu Wochenanfang hatten sie eine Massenmobilmachung angekündigt.

ler/dpa/Reuters

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insgesamt 152 Beiträge
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    Seite 1    
1. Komisch...
micha-mille 05.02.2015
Finde ich gut, dass die westlichen Staatenlenker viel tun, um die Krise zu entschärfen. Warum kommt Putin eigentlich nicht mal nach Westeuropa, um die Krise zu entschärfen. Ist das unter seiner Würde, weil er ja angeblich so rein gar nichts damit zu tun hat?
2. Gute Nachricht
donpedro59 05.02.2015
Endlich mal eine Nachricht die wieder etwas Hoffnung aufkommen lässt.
3. Vorsicht!
dieter.renner 05.02.2015
Ich empfehle aus Sicherheitsgründen, nicht über ukrainisches Staatsgebiet zu fliegen.
4. guter Ansatz
pevoraal 05.02.2015
endlich mal Bewegung. Hoffentlich bringt dieser Einsatz der Staatsoberhaeupter eine Loesung die alle Beteiligten das Gesicht wahren laesst. Aufruestung und Waffenlieferungen sind garantiert der falsche Weg. Viel Erfolg den Beiden
5. Gespräche mit bekanntem Ausgang
freeler 05.02.2015
Putin wird sich schon eine Packung Ohrstöpsel parat legen. Und alles bleibt wie es ist.
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Fläche: 603.700 km²
(inklusive der Krim, die seit 2014 von Russland annektiert ist)

Bevölkerung: 45,363 Mio.

Hauptstadt: Kiew

Staatsoberhaupt:
Petro Poroschenko

Regierungschef: Volodymyr Hroisman

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