Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Kauf von Staatsanleihen: Merkel will in China um Euro-Krisenhilfe werben

Peking soll sich in der Euro-Krise stärker engagieren - dafür will Kanzlerin Merkel bei ihrem Besuch in China offensiv werben. Die Volksrepublik könnte Staatsanleihen der Krisenstaaten Italien und Spanien kaufen. Aus Madrid gibt es neue schlechte Nachrichten.

Kanzlerin Merkel mit Pekings Premier Wen (im Februar): Gespräch über Anleihenkäufe Zur Großansicht
AP

Kanzlerin Merkel mit Pekings Premier Wen (im Februar): Gespräch über Anleihenkäufe

Berlin - Beim China-Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel dürfte es vor allem ums Geld gehen: Die deutsche Regierungschefin will bei ihrem zweitägigen Aufenthalt in Fernost Ende dieser Woche, um ein weiteres Engagement Pekings im Kampf gegen die Euro-Krise werben. China spiele über den Internationalen Währungsfonds (IWF) bisher schon eine sehr wichtige Rolle, hieß es am Dienstag in hochrangigen deutschen Regierungskreisen. Dies gelte auch für die Beurteilung der Entwicklung in Griechenland durch die Troika aus EU, IWF und Europäischer Zentralbank.

Ausdrücklich wurde auf die Möglichkeit hingewiesen, Peking könnte direkt Staatsanleihen der Krisenländer Spanien und Italien kaufen, da derzeit die Zinsen hoch und damit attraktiv seien.

Merkel wird am Mittwoch zu Regierungskonsultationen nach China fliegen. Sie will neben Ministerpräsident Wen Jiabao auch Staats- und Parteichef Hu Jintao treffen. Gespräche soll es auch mit dem voraussichtlichen Nachfolger Wens, Li Keqiang, sowie dem wahrscheinlichen nächsten Staats- und Parteichef Xi Jinping geben. In China soll im Oktober ein länger andauernder Prozess des politischen Führungswechsels beginnen.

Die Kanzlerin werde in China mit hohen Vertretern der chinesischen Finanzwirtschaft zu einem Abendessen zusammenkommen, hieß es. Thema dürfte zudem die Wechselkurspolitik Chinas werden. Deutschland werbe dabei für Flexibilität.

Spanien rutscht tiefer in die Rezession

In der Euro-Krise kamen am Dienstag weitere schlechte Nachrichten aus Spanien: Die Verunsicherung unter den Verbrauchern reißt das krisengeplagte Land tiefer in die Rezession. Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte vor allem wegen der schwachen Binnennachfrage von April bis Juni um 0,4 Prozent im Vergleich zum Jahresanfang, wie die Statistikbehörde INE in Madrid mitteilte.

Im ersten Quartal hatte es ein Minus von 0,3 Prozent gegeben. "Der Rückgang wird sich in der zweiten Jahreshälfte fortsetzen", sagte Wirtschaftsstaatssekretär Fernando Jiménez Latorre. "Ab dem ersten Quartal kommenden Jahres dürften wir eine Verbesserung sehen." Auch den Regionen setzt die Schuldenkrise immer stärker zu: Spaniens wirtschaftlich stärkste Region Katalonien kündigte an, die Regierung um fünf Milliarden Euro Finanzhilfe zu bitten.

Athen will mit Sonderwirtschaftszonen aus der Krise

Neue Wege im Kampf gegen die Krise will Griechenland gehen. Die Regierung in Athen plant, Sonderwirtschaftszonen einzurichten. Damit will das rezessionsgeplagte Land seine Wirtschaft wieder in Gang bringen. "Sie werden der Wirtschaft den dringend nötigen Schub geben", sagte der griechische Wirtschaftsminister Kostas Hadzidakis am Dienstag in Athen. Die Regierung führe bereits intensive Verhandlungen in Brüssel. In den Sonderzonen soll es für Unternehmen keine der "nervigen bürokratischen Hindernisse" geben, wie Mitarbeiter des Wirtschaftsministeriums der Nachrichtenagentur dpa mitteilten. Zudem werden steuerliche Erleichterungen gelten.

Die Sonderzonen sollen in geografisch günstigen Regionen entstehen. Zuletzt war die Rede von der Südseite der Insel Kreta sowie im Süden der Halbinsel Peloponnes. Dort könnten Güter umgeschlagen werden, die für den europäischen Markt bestimmt sind.

fab/dpa/Reuters

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 83 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Frau Merkel also auf
markus1907 28.08.2012
Zitat von sysopAPBei ihrem Besuch in China plant Kanzlerin Merkel, offensiv für Pekings Engagement gegen die Euro-Krise zu werben. Das Land soll offenbar Staatsanleihen der Krisenstaaten Italien und Spanien kaufen. Aus Madrid gibt es neue schlechte Nachrichten. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,852578,00.html
Betteltour in China. Das ist wirklich Neu. Früher war es doch so, dass andere Staaten bei uns um Geld baten. So schnell ändern sich also die Zeit. Dabei dachte ich, dass der Euro nur Frieden und Wohlstand bedeutet.
2. Warum muß Deutschland ...
skeptiker97 28.08.2012
Zitat von sysopAPBei ihrem Besuch in China plant Kanzlerin Merkel, offensiv für Pekings Engagement gegen die Euro-Krise zu werben. Das Land soll offenbar Staatsanleihen der Krisenstaaten Italien und Spanien kaufen. Aus Madrid gibt es neue schlechte Nachrichten. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,852578,00.html
... auch noch den Krisenstaaten Geld in China besorgen. Können die sich nicht wenigstens selbst darum kümmern oder übersteigt das ihre Möglichkeiten auch schon? Wichtiger ist doch, sich um die Belange der deutschen Wirtschaft zu kümmern. Díe Chinesen bezahlen unsere Lieferungen wenigstens, da es dafür kein Target.2 gibt. Richtig ist, daß wir unseren Handelsschwerpunkt soweit wie möglichaus der Eurozone heraus verlagern (wegen Target.2), um unsere Arbeit wenigstens bezahlt zu bekommen.
3. Alternativ
der_wolf 28.08.2012
Europa schickt Angela Merkel auf Bettelreise Nordkorea bereitet China-Reise von Kim Jong Un vor - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/nordkorea-bereitet-china-reise-von-kim-jong-un-vor-a-851825.html)
4. Ich fürchte ja fast , daß Deutschland . . .
Vanagas 28.08.2012
Zitat von sysopAPBei ihrem Besuch in China plant Kanzlerin Merkel, offensiv für Pekings Engagement gegen die Euro-Krise zu werben. Das Land soll offenbar Staatsanleihen der Krisenstaaten Italien und Spanien kaufen. Aus Madrid gibt es neue schlechte Nachrichten. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,852578,00.html
. . . zu klein ist für Milliarden Chinesen . Außerdem - wie will Merkel die eingesammelten Milliarden nach Deutschland schaffen und was sollen wir mit Ihnen hier ?
5. unglaublich, peinlich
porky1 28.08.2012
ein Entwicklungsland soll Europa ausbaden! Wenn, wie es im Artikel steht, die Zinsen fuer iat. bezw. spanische Staatsanleihen hoch und "attraktiv" (LACH!) sind, warum kauft denn Deutschland die Dinge nicht? D kann sich zu null Zinsen Geld leihen und die Anleihen gewinnbringend selbst kaufen, oder etwa nicht? Wie durchsichtig!
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH






Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: