Mexikos Wahlsieger López Obrador lädt Trump zur Amtseinführung ein

Grenzmauer, mögliches Nafta-Aus, wüste Beschimpfungen: Seit Donald Trump im Amt ist, herrscht eisige Stimmung zwischen den USA und Mexiko. Doch der neu gewählte Präsident des Nachbarlandes streckt nun die Hand aus.

Andrés Manuel López Obrador
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Andrés Manuel López Obrador


"Wir sind Nachbarländer, wir haben Geschäftsbeziehungen und freundschaftliche Verbindungen." Diese Feststellung von Mexikos neu gewähltem Präsidenten Andrés Manuel López Obrador über sein Land und die USA ist in diesen Zeiten nicht gerade selbstverständlich. Denn es steht schlecht um die Beziehungen beider Länder.

Der Grund: Donald Trump. Schon im Wahlkampf hatte der heutige US-Präsident immer wieder gegen das Nachbarland im Süden gehetzt. Nach seiner Amtsübernahme ließ der Republikaner nicht nach: Verbale Angriffe auf Mexiko und dessen Politik, die Infragestellung des Handelsabkommens Nafta und der Streit über eine Grenzmauer sorgten für miese Stimmung.

Jetzt hat López Obrador Trump zu seiner Amtseinführung nach Mexiko eingeladen. Dass hochrangige Regierungsvertreter zur Amtseinführung in Mexiko-Stadt eingeladen werden, ist grundsätzlich normal. Beim Antritt von Enrique Peña Nietos, López Obradors Vorgänger, kam der damalige US-Vize Joe Biden. Doch vor dem Hintergrund der Entwicklungen der vergangenen Monate ist der Schritt durchaus bemerkenswert.

Die Kooperation mit den USA sei wichtig für die Entwicklung des lateinamerikanischen Landes, sagte der Linkspolitiker nun. Mexiko und das Nachbarland im Norden teilten eine mehr als 3000 Kilometer lange Grenze - deshalb werde Trump eingeladen.

Der 64-Jährige hatte am Sonntag die Präsidentschaftswahl mit großem Abstand zu seinen Gegenkandidaten gewonnen. Er wird den Posten am 1. Dezember von Peña Nieto übernehmen. Trump hatte López Obrador bereits am Sonntag zur Wahl gratuliert und am Montag mit ihm telefoniert. In der kommenden Woche wird der künftige Staatschef gemeinsam mit Peña Nieto und dem mexikanischen Außenminister Luis Videgaray dessen US-Kollegen Mike Pompeo treffen.

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dbate.de

kev/dpa



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