Waffenexport Heckler & Koch lieferte Tausende Sturmgewehre an Mexiko

Der Mexiko-Deal von Heckler & Koch war größer als bisher bekannt. Nach SPIEGEL-Informationen exportierte das Rüstungsunternehmen mehr als 10.000 Sturmgewehre in das nordamerikanische Krisenland.

Sturmgewehr G36 von Heckler & Koch: Geschäfte mit Mexiko
REUTERS

Sturmgewehr G36 von Heckler & Koch: Geschäfte mit Mexiko


Hamburg - Die Firma Heckler & Koch hat deutlich mehr Gewehre vom Typ G36 nach Mexiko geliefert, als die Bundesregierung in ihren Rüstungsexportberichten angegeben hat. Das baden-württembergische Unternehmen exportierte rund 10.100 Sturmgewehre in das nordamerikanische Land, etwa 1500 mehr als bislang bekannt. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

Titelbild
Mehr dazu im SPIEGEL
Heft 7/2015
Strategien gegen den Anlagenotstand

Das geht aus Daten des Kriegswaffenbuchs hervor, der vom Hersteller geführten Dokumentation über den Verbleib dieser Waffe. Die hatte der Grünen-Abgeordnete Hans-Christian Ströbele angefordert. G36-Gewehre tauchten auch in mexikanischen Bundesstaaten auf, deren Polizeieinheiten als korrupt gelten und mit Drogenkartellen kooperieren sollen.

Derzeit wird untersucht, ob die Heckler & Koch-Gewehre auch bei der Erschießung von 43 Studenten im Bundesstaat Guerrero eingesetzt wurden. "Jetzt hat das Versteckspiel der Geheimniskrämer im Ministerium und der Behörde endlich ein Ende", so Ströbele.

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL - ab Samstagmorgen erhältlich.

Was im neuen SPIEGEL steht, erfahren Sie immer samstags in unserem kostenlosen Newsletter DIE LAGE, der sechs Mal in der Woche erscheint - kompakt, analytisch, meinungsstark, geschrieben von der Chefredaktion oder den Leitern unseres Hauptstadtbüros in Berlin.



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 31 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
ClausWunderlich 08.02.2015
1.
Mexiko ist kein Krisenland! Man hat dort Probleme mit Kriminellen aber das ist keine Krise sondern eine Sache wie man mit umgeht. In den USA ist es nicht anders aber der Staat hat es "gut" im Griff.
teja8961 08.02.2015
2. Mittelamerika?
Geographisch zählt Mexiko eindeutig zu Nordamerika, und wird daher auch Nordamerika zugeordnet. Sprachlich gehoert es zu Latein-Amerika.
marcw 08.02.2015
3.
Oh Schreck, 15% mehr als bisher bekannt! Das ändert natürlich alles! Wäre es bloß nicht dazu gekommen, dann hätten korrupte Polizisten keine Waffen gehabt und alle könnten sich lieb haben!
Smarty- 08.02.2015
4. Wie heißt es doch so schön?
Wenn wir es nicht machen, machen es die anderen...
Luna-lucia 08.02.2015
5. okay, aber auch in andere Länder
und Kriegswaffen aus unserem land - wohin gehen die eigentlich? Eine Antwort dazu währe, über "Drittländer" dahin, wo das Geld her kommt - den Waffenschmieden und ihren / deren Banken, ist sowas doch völlig egal! Hauptsache, der Absatz stimmt - egal, wer später darunter zu leiden hat! Am meisten aber, sind es immer die Kinder!
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.