Brutale Mordserie Mehr als 120 Politiker vor Präsidentschaftswahl in Mexiko getötet

In Mexiko wurden vergangenes Jahr Tausende Menschen getötet - und während des aktuellen Wahlkampfes um das Präsidentenamt mehr als 120 Politiker. Die meisten davon waren lokal aktiv.

Bodyguards in Mexiko
AFP

Bodyguards in Mexiko


Mexiko wählt am kommenden Sonntag unter anderem einen neuen Präsidenten - und erlebt eine brutale Mordserie: Im Wahlkampf sind bisher mehr als 120 Politiker getötet worden, wie das Beratungsinstitut Etellekt, das die Gewalttaten gegen Politiker registriert, mitteilte. 16 Opfer waren Frauen.

Es handele sich um den gewalttätigsten Wahlkampf seit mehr als 20 Jahren, sagte Etellekt-Direktor Rubén Salazar. In den vergangenen zehn Monaten habe es zudem mehr als 400 Aggressionen gegen Politiker gegeben, führt Etellekt auf. Am schwersten treffe die Gewalt Kandidaten und Amtsträger auf lokaler Ebene.

Das lateinamerikanische Land stimmt am Wochenende nicht nur über einen neuen Präsidenten ab, insgesamt sind mehr als 3000 Ämter neu zu besetzen, darunter der gesamte Kongress, acht Gouverneursposten, rund 1600 Bürgermeisterämter inklusive der Posten in Mexiko-Stadt und weiterer Funktionsträger.

In Mexiko eskaliert die Gewalt aber nicht nur gegen Politiker und Amtsträger. Mit mehr als 29.000 Tötungsdelikten war das vergangene Jahr das blutigste in der jüngeren Geschichte des Landes. Rund 36.000 Menschen gelten außerdem als verschwunden. In der mexikanischen Unterwelt toben Verteilungskämpfe um Geschäftsanteile, Einflusszonen und Schmuggelrouten. Die Regierung gilt als machtlos.

Video: Mein Mexiko - Drogenkrieg, Gewalt und Korruption

dbate.de

dop/dpa



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