Übergang von Mexiko zu USA Zweijährige stürzt von Grenzzaun

Die Lage an der US-mexikanischen Grenze ist weiter angespannt: Eltern versuchen, ihre Kinder über die Grenzzäune zu heben - dabei wurde nun eine Zweijährige verletzt. Die US-Regierung verlängerte derweil den Einsatz der Armee.

Grenzzaun in Tijuana
REUTERS

Grenzzaun in Tijuana


Ein zweijähriges Kind ist an der Grenze von Mexiko zu den USA von einem mehr als fünf Meter hohen Grenzzaun bei Yuma im Bundesstaat Arizona gestürzt. Wie die Nachrichtenagentur AP berichtet, sei das Mädchen einem Erwachsenen auf den Kopf gefallen und habe sich dabei eine blutige Nase zugezogen. Der Unfall zeigt einmal mehr, wie angespannt die Lage derzeit an den Übergängen von Mexiko zu den USA ist.

In den vergangenen Wochen waren Hunderte Menschen aus Zentralamerika durch Mexiko in Richtung der USA unterwegs. Besonders in der mexikanischen Stadt Tijuana kam es beim Eintreffen der Migranten zu chaotischen Szenen: Als die Flüchtlinge versuchten, die Sperranlage zu überwinden, schlossen die Vereinigten Staaten die Grenze zwischen Tijuana und der US-Metropole San Diego.

Die Anzahl der Familien, die von der Grenzpolizei an den südwestlichen Grenzen der USA im vergangenen Jahr festgenommen wurden, sei um rund 140 Prozent gestiegen, berichtet AP.

Tijuana
REUTERS

Tijuana

Die Zweijährige und zwei weitere Kinder im Alter von 7 und 10 Jahren sind demnach von jemandem auf der mexikanischen Seite über den Grenzzaun gehoben worden, während auf der anderen Seite jemand wartete, um sie aufzufangen. Wie die Grenzpolizei mitteilte, seien die Familien aus Guatemala. Sie wurden den Angaben zufolge festgenommen.

Am Grenzübergang in Yuma sind in diesem Jahr mehr als 14.000 Familien festgenommen worden. Nicht einmal als die Nachrichten von der Familientrennung an der Grenze bekannt wurden, gingen die Zahlen zurück. Die meisten der Flüchtlinge gehen direkt zu den Grenzbeamten oder warten darauf, bis sie gefunden werden.

Die große Anzahl an Flüchtlingen, die versuchen, in die USA zu gelangen, hat die Arbeit der Grenzpolizei deutlich verändert. Normalerweise sind die Beamten dafür zuständig, Drogenschmuggler aufzugreifen oder Einzelpersonen festzunehmen, die versuchen, illegal die Grenze zu überqueren.

Soldaten bleiben bis Ende Januar

Das US-Verteidigungsministerium teilte nun mit, dass der Einsatz von Soldaten an der mexikanischen Grenze verlängert werden soll. Verteidigungsminister James Mattis teilte die Anordnung von US-Präsident Donald Trump mit, dass die Truppen noch bis zum 31. Januar stationiert sein sollen - 45 Tage länger als bisher geplant.

Die Soldaten sollen Stacheldrahtzäune erneuern oder reparieren und Sicherheit für die Grenzpatrouille bieten. Derzeit sind rund 5400 Soldaten in Kalifornien, Arizona und Texas im Einsatz. Die Zahl solle sich nach Angaben des Pentagon auf 4000 verringern.

Angesichts der verschärften Lage will Trump die neue mexikanische Regierung dazu bringen, einer Vereinbarung zuzustimmen, wonach Asylbewerber während der Prüfung ihres Antrags durch US-Gerichte künftig in Mexiko bleiben müssen. Trump hatte die Einigung Ende November verkündet. Mexikos Innenministerin Olga Sánchez Cordero dementierte allerdings, dass das Abkommen bereits besiegelt sei.

kry/AP/AFP

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