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MH17-Abschuss: Experten sehen Beweise für Raketentreffer

Absturz von Malaysia Airlines MH17: Bedrohung durch Flugabwehrwaffen Fotos
REUTERS

Die Hinweise auf einen Abschuss von Flug MH17 durch Separatisten verdichten sich: Ein durchlöchertes Wrackteil der abgestürzten Boeing weist nach einem Bericht der "New York Times" auf einen Raketentreffer durch das russische "Buk"-Flugabwehrsystem hin.

New York/Donezk - Bislang beschuldigen sich das ukrainische Militär und prorussische Rebellen gegenseitig, für den Abschuss der MH17 von Malaysia Airlines verantwortlich zu sein. Möglicherweise geben die beiden Blackboxes Aufschluss über den Hergang. Experten des britischen Verteidigungs-Fachverlags IHS Jane's wollen jetzt eindeutige Hinweise auf einen Raketentreffer durch das russische Flugabwehrsystem "Buk" gefunden haben.

Schrapnell-Spuren an der Boeing seien ein Hinweis darauf, dass das Flugzeug durch eine Rakete mit Überschallgeschwindigkeit zerstört wurde, zitiert die "New York Times" die britischen Militär-Sachverständigen. Unter anderem wurden die Form der Löcher und der abgeplatzte Lack an der Außenseite eines vom Flugzeugrumpf stammenden Wrackteils als Belege angeführt.

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Leichen von MH17: Ermittlungen am Zug des Todes
Die Experten vermuten deshalb, dass das Flugzeug der Malaysia Airlines mit 298 Menschen an Bord am Donnerstag durch die Rakete eines russischen "Buk"-Flugabwehrsystems getroffen wurde. Die USA verdächtigen prorussische Separatisten, die Zivilmaschine mit einer Boden-Luft-Rakete abgeschossen zu haben.

Mit dem "Buk"-System ist es möglich, auch hoch fliegende Maschinen abzuschießen. Laut öffentlich verfügbaren Informationen kann es je nach Typ der Rakete Flugzeuge in Höhen von 14 bis 25 Kilometern angreifen. Die Geschosse verfügen über einen 60 bis 70 Kilogramm schweren sogenannten Fragmentations-Gefechtskopf, der von einem Radar-Näherungszünder ausgelöst wird. Er explodiert in unmittelbarer Nähe des Flugzeugs und durchlöchert es. Der Sprengkopf wirke "mehr wie eine Schrotflinte als ein Gewehr", wird Reed Foster, einer der Analysten von Jane's, zitiert.

Zwei Reporter der "New York Times" hätten das Wrackteil auf einem Feld nur wenige Kilometer von der Stelle mit den meisten Trümmerteilen fotografiert, heißt es in dem Artikel weiter. Es sei zwar unmöglich, aufgrund dieser Aufnahmen den genauen Raketentyp festzustellen. Aber die festgestellten Schäden stimmten mit denen überein, die ein russisches "Buk"-System verursachen würde.

Auch die "Financial Times" hatte zuvor über Beweise berichtet, dass Flug MH17 von einer Boden-Luft-Rakete vom Himmel geholt wurde. An der Absturzstelle gebe es Schrapnell-Spuren an Wrackteilen. Die Größe des Treffers weise auf eine SA-11-Rakete hin, wird Justin Bronk zitiert, Analyst beim Royal United Service Institute in London. Es seien jedoch genauere Untersuchungen notwendig, um konkretere Erkenntnisse zu gewinnen.

Ein ehemaliger Offizier der Royal Air Force, dem das Foto mit dem Wrackteil gezeigt wurde, berichtete ebenfalls, dass die Schäden denen ähnelten, die an Flugzeugen durch Raketen verursacht würden.

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 245 Beiträge
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1.
ingofischer 22.07.2014
Hier wird ja munter durcheinandergewürfelt, ob es lediglich Anhaltspunkte für einen Raketenabschuss gibt oder ob es Anhaltpunkte dafür gibt, dass der Raketenabschuss durch Pro-Russische Einheiten erfolgte.
2. Die Schlinge zieht sich zu
zitrone73 22.07.2014
Damit ist schon mal die Behauptung Putins, es könne sich um eine von einem ukrainischen Kampfflugzeug abgefeuerte (leichtere) Rakete handeln, mutmaßlich widerlegt. Für genauere Beweise werden wir abwarten müssen. Das Russenverstehen sollten sich einige bis dahin verkneifen. Friede den Opfern und ihren Angehörigen.
3.
dereuropaeer 22.07.2014
Warum redet niemand mehr von den abgefangenen Funksprüchen der Separatisten? Das wäre doch Beweis genug. Oder sind diese frei erfunden?
4.
Immanuel_Goldstein 22.07.2014
Zitat von sysopREUTERSDie Hinweise auf einen Abschuss von Flug MH17 durch Separatisten verdichten sich: Ein durchlöchertes Wrackteil der abgestürzten Boeing weist nach einem Bericht der "New York Times" auf einen Raketentreffer durch das russische Buk-Flugabwehrsystem hin. http://www.spiegel.de/politik/ausland/mh17-malaysia-airlines-experten-sehen-beweis-fuer-raketentreffer-a-982223.html
Es wird ohnehin rauskommen. Ich persönlich habe nicht den geringsten Zweifel, dass die Terroristen das Flugzeug abgeschossen haben, ob wissentlich oder nicht. Putin hat nur eine einzige Chance, dem Internationalen Gerichtshof zu entgehen: er zieht sofort seine Söldner aus der Ukraine ab, liefert die Täter aus und beendet seine Aggression, einschließlich der Rückgabe der Krim an die Ukraine.
5. Russland muss beteiligt werden.
Christy Mack 22.07.2014
Nun, wo es als gesichert gilt, dass die Separatisten völlig außer Kontrolle sind und selbst deren Führung kaum noch Durchsetzungvermögen hat, ähnlich wie in Lybien, sollte Russland unbedingt an einem Blauhelmeinsatz beteiligt werden, der die Grenzregion wieder unter Kontrolle bringt. Eine UNO-Truppe ohne Russland wäre ein fatales Signal an die Hardliner im Kreml.
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