Russland-Ermittlungen Präsident Trump bezeichnet Anhörung von Ex-Anwalt Cohen als "Schande"

US-Präsident Trump ist sauer über die Befragung von Michael Cohen zur Russlandaffäre. Er bezichtigte seinen langjährigen Anwalt der Lüge - und kritisierte das Timing der Anhörung vor dem US-Kongress.


Die Aussage Michael Cohens vor dem US-Kongress war dramatisch, die Anschuldigungen gegen Donald Trump umfassend. Nun hat der Präsident selbst mit scharfen Worten reagiert: "Es war schon eine ziemliche Schande", sagte Trump bei einer Pressekonferenz in Hanoi nach dem gescheiterten Gipfel mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un.

"Er hat sehr viel gelogen", sagte Trump. In der "Fake-Anhörung" habe Cohen zudem keine Beweise für illegale Absprachen mit Moskau im Präsidentschaftswahlkampf 2016 liefern können.

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Trumps Ex-Anwalt: Abrechnung im US-Kongress

Das überraschte Trump nach eigener Aussage sogar: "Ich habe mich schon gewundert, dass er nicht gesagt hat: 'Ja wir haben mit den Russen zusammengearbeitet'", sagte Trump. "Er hätte dann ja auch zu 100 Prozent lügen können und nicht nur zu 95." Cohens Aussagen, dass es keine illegale Absprache mit den Russen gegeben habe, sei der einzige Moment gewesen, bei dem er nicht gelogen habe.

Trump kritisiert Zeitpunkt der Anhörung

Bei der Anhörung vor dem permanenten Untersuchungsausschuss des Repräsentantenhauses hatte der Anwalt Trump scharf attackiert und als "Rassisten", "Betrüger" und "Schwindler" bezeichnet. Der selbst zu dreijähriger Haft verurteilte Cohen warf Trump zudem eine Serie von Rechtsbrüchen und Lügen vor. "Meine Loyalität gegenüber Trump hat mich alles gekostet", sagte Cohen. (Lesen Sie hier seine wichtigsten Aussagen)

Trump beschwerte sich nun auch über das Timing der Aussage. Eine solche Anhörung "mitten in diesem sehr wichtigen Gipfel" anzusetzen, sei "wirklich eine schlimme Sache", sagte er. Die von den US-Demokraten kontrollierte Kammer hätte die Anhörung auf die Zeit nach seinem Treffen mit Kim legen sollen.

Sonderermittler Robert Mueller und sein Team untersuchen die mutmaßliche Einmischung Russlands in den Präsidentschaftswahlkampf 2016 und eine mögliche Zusammenarbeit zwischen Trumps Wahlkampfteam und Russland. Der Präsident bestreitet das vehement und bezeichnet die Untersuchungen in Hanoi erneut als "Schwindel" und "Hexenjagd".

aev/AFP



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