Georgiens Ex-Präsident Gericht verurteilt Saakaschwili zu drei Jahren Haft

Neun Jahre war er Georgiens Präsident: Nun hat ein Gericht des Landes Micheil Saakaschwili zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Er habe seine Macht als Staatsoberhaupt missbraucht, so der Richter.

Micheil Saakaschwili
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Micheil Saakaschwili


Drei Jahre Haft für Micheil Saakaschwili: So lautet das Urteil eines georgischen Gerichts für den ehemaligen Präsidenten und jetzigen ukrainischen Oppositionellen. Nach einem Mordfall im Jahr 2006 habe er die verurteilten Täter begnadigt, ohne die zuständige Kommission einzubinden.

Er habe seine Macht als Staatsoberhaupt missbraucht, urteilte ein Richter in Tiflis georgischen Medien zufolge. Saakaschwili nannte die Entscheidung in einem Facebookeintrag gesetzeswidrig.

Saakaschwili war von 2004 bis 2013 Staatschef von Georgien. Nach seinem Abdanken wurde er Gouverneur der ukrainischen Schwarzmeerhafenstadt Odessa. Dafür erhielt er vor zwei Jahren die ukrainische Staatsbürgerschaft. Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko entzog ihm diese jedoch nach einem Streit. Seitdem ist Saakaschwili staatenlos.

Weil ihm die ukrainischen Behörden bislang den Flüchtlingsstatus verweigern, droht Saakaschwili nun die Auslieferung nach Tiflis. In drei weiteren Fällen wegen Amtsmissbrauchs und Korruption steht das Urteil in Georgien noch aus.

cte/dpa

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