Michelle Obama auf Kuschelkurs Umarme mich, First Lady!

Vor ihr ist niemand sicher: Queen Elizabeth, die Riesen des US-Basketballteams oder verwundete Kriegsveteranen - Michelle Obama drückt sie alle. Die First Lady knuddelt sich auf Wahlkampftour quer durch die USA. Selbst ihren Mitarbeitern wird der Kuschelmarathon manchmal zu viel.

REUTERS

Washington - Berührungsängste kann man Michelle Obama kaum unterstellen. Im Gegenteil: Die Präsidentengattin geht ganz nah ran, auf Tuchfühlung. Es ist Wahlkampf in den USA - und die First Lady wirbt mit vollem Körpereinsatz um jede Stimme. Für ihren Ehemann ist sie eine unersetzliche Waffe im Ringen um die besten Bilder und das sauberste Image.

Dabei macht es für Obama offenbar kaum einen Unterschied, wer da vor ihr steht. Die Korbjäger des Basketballteams? Wurden der Reihe nach geherzt, Schweiß hin oder her. Kriegsveteranen oder Schulklassen auf Besuch im Weißen Haus? Antreten zur präsidialen Umarmung. Als Michelle Obama 2009 beim Besuch im Buckingham Palace dann auch noch die Queen in den Arm nahm, bekam sich der britische Boulevard nicht mehr ein.

Natürlich ist auch dem Stab der Obamas die Kuschelwut der First Lady nicht entgangen. "Manchmal rollen ihre Mitarbeiter schon die Augen und denken sich: 'Jetzt geht's wieder los'", zitiert die "New York Times" eine ehemalige Fotografin des Weißen Hauses, Samantha Appleton. Denn: "Wenn 50 Leute umarmt werden wollen, dann umarmt sie auch jeden von ihnen", so Appleton.

Mag die Geste auch noch so herzlich wirken - ohne Kalkül ist das Auftreten Obamas nicht, schon gar nicht im Wahlkampf. "Sie will weniger einschüchternd wirken, trotz ihrer Position und schieren Körpergröße", sagte Katie McCormick Lelyveld, ehemalige Pressesprecherin, der "New York Times". Immerhin ist die First Lady knapp 1,80 Meter groß.

Die neue "Mutter der Nation"

Es ist nicht zuletzt eine sichere Geste, die den Kritikern kaum Chance zum Angriff bietet. Noch im vergangenen Wahlkampf 2008 galt Michelle Obama manchen Beratern ihres Mannes als zu ungestüm, als zu verärgert manchmal. Dieses Bild hat sich gewandelt, und Obama hat die Rolle als "Mutter der Nation" souverän übernommen. Beim Parteitag in North Carolina hielt sie zuletzt eine große Rede vor den Delegierten. Deutlich liegen ihre Umfragewerte über denen ihres Mannes, aktuell stimmen ihr laut CNN 65 Prozent der Befragten zu.

Mehr denn je ist Michelle Obama eine der wichtigsten Trumpfkarten der Demokraten im Rennen um das Weiße Haus.

jok

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seppedoni 05.09.2012
1. na ja
man kann auch aus allem einen Skandal machen. Eine solche Frau, intelligent, charmant und schön, dürfte mich jedenfalls gerne auch 24 Stunden umarmen. Schade, dass sie schon vergeben ist...
Dr.pol.Emik 05.09.2012
2. Mutter der Nation?
Sicher kann man sich von ihrer Wärme und Herzlichkeit beeindrucken lassen, keine Frage und menschlich auch völlig ok. Allerdings kann es nur vordergründig darüber hinwegtäuschen, dass ihr Mann die Probleme nicht wirklich in den Griff bekommt. Er wird zwar als mächtigster mann der Welt tituliert, ist aber nach meiner Meinung auch nur ein Präsidenten-Darsteller und Marionette, wie die ganzen Herrschaften vor ihm. Wenn man sich die gesamten Gesetze zu NDAA (nationale Sicherheit) ansieht, dann muss einem förmlich übel werden. Irgendwie gleitet der Laden immer weiter in Richtung voll kontrollierter Staat ab. Bei den Vollmachten des Präsidenten über Leben und Tod von Menschen erinnert es schon eher an eine Diktatur. Reisewarnung für USA – drohende Menschenrechtsverletzungen (http://qpress.de/2012/02/10/reisewarnung-fur-usa-drohende-menschenrechtsverletzungen/) … etwas überzeichnete Darstellung, allerdings mit passender Tendenz. Und wie immer in diesem Show-Business hinterfragt niemand wirklich wer die Strippenzieher sind und was die wirklich vorhaben. Meine persönliche Meinung dazu ist inzwischen, dass sich das Restfragment der amerikanischen Demokratie darin erschöpft, dass die Menschen alle 4 Jahre zwischen einem demokratischen oder republikanischen Diktator wählen dürfen … nur an der Richtung in die Totalität wird sich weder unter dem einen noch unter dem anderen was ändern. Vielleicht kommt man auf den Schlüssel, wenn man weiß, dass dort im Kongress und im Senat mehrheitlich Millionäre sitzen, die haben wohl nicht wirklich die Nöte der Masse im Auge und genau so schräg entwickelt es sich auch. Dann soll mal die „Mutter der Nation“ mal weiter auf Hollywood und heile Welt machen, mal sehen ob deshalb am Ende jemand mehr überleben wird, da bleiben meine Bedenken bestehen. Und wenn dies jetzt wer als USA-Bashing titulieren möchte, bitte, nur hier sind die Tendenzen auch nicht viel besser, sie die Beschlüsse des Bundestages in Sachen Euro und die gegenläufigen Mehrheiten auf der Straße dagegen.
h_calloway 05.09.2012
3.
Zitat von Dr.pol.EmikSicher kann man sich von ihrer Wärme und Herzlichkeit beeindrucken lassen, keine Frage und menschlich auch völlig ok. Allerdings kann es nur vordergründig darüber hinwegtäuschen, dass ihr Mann die Probleme nicht wirklich in den Griff bekommt. Er wird zwar als mächtigster mann der Welt tituliert, ist aber nach meiner Meinung auch nur ein Präsidenten-Darsteller und Marionette, wie die ganzen Herrschaften vor ihm. Wenn man sich die gesamten Gesetze zu NDAA (nationale Sicherheit) ansieht, dann muss einem förmlich übel werden. Irgendwie gleitet der Laden immer weiter in Richtung voll kontrollierter Staat ab. Bei den Vollmachten des Präsidenten über Leben und Tod von Menschen erinnert es schon eher an eine Diktatur. Reisewarnung für USA – drohende Menschenrechtsverletzungen (http://qpress.de/2012/02/10/reisewarnung-fur-usa-drohende-menschenrechtsverletzungen/) … etwas überzeichnete Darstellung, allerdings mit passender Tendenz. Und wie immer in diesem Show-Business hinterfragt niemand wirklich wer die Strippenzieher sind und was die wirklich vorhaben. Meine persönliche Meinung dazu ist inzwischen, dass sich das Restfragment der amerikanischen Demokratie darin erschöpft, dass die Menschen alle 4 Jahre zwischen einem demokratischen oder republikanischen Diktator wählen dürfen … nur an der Richtung in die Totalität wird sich weder unter dem einen noch unter dem anderen was ändern. Vielleicht kommt man auf den Schlüssel, wenn man weiß, dass dort im Kongress und im Senat mehrheitlich Millionäre sitzen, die haben wohl nicht wirklich die Nöte der Masse im Auge und genau so schräg entwickelt es sich auch. Dann soll mal die „Mutter der Nation“ mal weiter auf Hollywood und heile Welt machen, mal sehen ob deshalb am Ende jemand mehr überleben wird, da bleiben meine Bedenken bestehen. Und wenn dies jetzt wer als USA-Bashing titulieren möchte, bitte, nur hier sind die Tendenzen auch nicht viel besser, sie die Beschlüsse des Bundestages in Sachen Euro und die gegenläufigen Mehrheiten auf der Straße dagegen.
Das ist der Punkt. Obama hat nichts vorzuweisen. Er schafft es nicht, Allianzen zu schmieden, seine Agenda ist sehr unbeliebt bei einem Grossteil der Waehlerschaft (mich eingeschlossen), er ist von seiner eigenen Goettlichkeit ueberzeugt, und dabei ein arroganter und narzistischer Selbstdarsteller. Sein Erfolgsbilanz? Not convincing. Nun stellen Sie mir doch bitte dar, wer genau diese mysterioesen Strppenzieher sind, die in irgendwelchen war rooms sitzen und und an den Schalthebeln spielen.
Zathras 05.09.2012
4.
Zitat von h_callowayDas ist der Punkt. Obama hat nichts vorzuweisen. Er schafft es nicht, Allianzen zu schmieden, seine Agenda ist sehr unbeliebt bei einem Grossteil der Waehlerschaft (mich eingeschlossen), er ist von seiner eigenen Goettlichkeit ueberzeugt, und dabei ein arroganter und narzistischer Selbstdarsteller. Sein Erfolgsbilanz? Not convincing. Nun stellen Sie mir doch bitte dar, wer genau diese mysterioesen Strppenzieher sind, die in irgendwelchen war rooms sitzen und und an den Schalthebeln spielen.
Er ist zu weich, keine Frage, nur das mit den Allianzen schmieden ist so eine Sache, wenn der Gegner alles torpediert und genau das werfe ich den Reps vor. Ihre Agenda Obama am langen Arm im Kongress verhungern zu lassen hat vier Jahre lang zu dem heutigen Ergebnis geführt. Kaum Veränderung Klar kommt man so an die Macht, als Patriot sollte man sich aber fragen, ob es der Partei oder dem Land genützt hat? Mag er auch von sich selbst überzeugt, sein für Sie auch arrogant wirken, aber die Demokraten und auch nicht Obama bringen irgendeine Art von Gottheit in ihren Wahlkampf (die üblichen amerikanischen God bless .... Sachen zählen nicht!) Ein weiteres Problem meinerseits mit dem Republikanern, man kann ja gegen einen Gegner sein, ihn aber quasi als Antichristen darzustellen hat mit politischer Kultur wenig zu tun. Mit der Angst der Wähler zu arbeiten (1000 Jahre Dunkelheit...gut wir Euros schaffen die Glühbirne ab, aber glaube kaum das das Chuck Norris meinte) halte ich für genauso gefährlich. Wenn Obama so schlecht war, das Land so dermaßen in den Ruin geführt hat, warum muss ein Ryan bei seiner Rede in Tampa so lügen - Zitat von Fox News, die man nun wirklich nicht als Demunterstützer bezeichnen kann.
rjlegrand 06.09.2012
5. Not amused
Zitat von sysopREUTERSVor ihr ist niemand sicher: Queen Elizabeth, die Riesen des US-Basketball-Teams oder verwundete Kriegsveteranen - Michelle Obama drückt sie alle. Die First Lady knuddelt sich auf Wahlkampf-Tour quer durch die USA. Selbst ihren Mitarbeitern wird der Kuschel-Marathon manchmal zu viel. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,854034,00.html
Dass diese Leute aus den ehemaligen Kolonien nicht wissen, dass man Ihre Majestät nicht einmal berühren darf: shocking, isnt it? Als seinerzeit der Mainzer Oberbürgermeister Jockel Fuchs Ihre Majestät durch diskretes Berühren am Oberarm an die Buchpresse Gutenbergs dirigierte, regte sich sogar Lothar Buchheim darüber auf. O tempora, o mores!
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