USA Trump nennt Midterm-Wahlen "enormen Erfolg" für die Republikaner

Präsident Trump spricht nach den Midterm-Wahlen von einem "unglaublichen Tag". Die Republikaner hätten "der Geschichte getrotzt" - obwohl die Demokraten die Mehrheit im Repräsentantenhaus erreicht haben.

REUTERS

Bei seiner ersten Pressekonferenz nach den Midterm-Wahlen hat US-Präsident Donald Trump seiner Partei und sich selbst einen "enormen Erfolg" attestiert. Die Republikaner bekämen im Senat voraussichtlich mindestens drei Sitze hinzu. Das sei seit den Zeiten von John F. Kennedy keinem US-Präsidenten mehr bei seinen ersten Zwischenwahlen gelungen, sagte Trump. Er sei ein "großartiger moralischer Anführer".

Seiner Meinung nach sei dies ein "unglaublicher Tag", an dem die Republikaner "der Geschichte getrotzt" und alle Erwartungen übertroffen hätten. Ohne seine Wahlkampfhilfe wäre es vielleicht eine "blaue Welle" zugunsten der Demokraten gewesen, so Trump. Er las eine Liste von republikanischen Kandidaten vor, die seine Hilfe im Wahlkampf ausgeschlagen hätten - und am Ende verloren.

Überraschend verkündete Trump bei der Pressekonferenz, dass er bei der nächsten Präsidentschaftswahl 2020 mit seinem Vize Mike Pence ins Rennen gehen wolle. Pence habe diesem Vorschlag bereits zugestimmt.

Trump verwies bei seinem Statement im Weißen Haus außerdem darauf, dass sein Vorgänger Barack Obama bei gleicher Gelegenheit sechs Senatssitze eingebüßt habe. Die Demokraten hätten dank großzügiger Parteispenden im Wahlkampf einen finanziellen Vorteil gehabt.

Gleichzeitig bot er der Oppositionspartei die Zusammenarbeit an. "Hoffentlich können wir alle im kommenden Jahr zusammenarbeiten", sagte Trump. Er gratulierte der demokratischen Fraktionschefin Nancy Pelosi zur Mehrheit im Repräsentantenhaus.

Als Beispiele für eine mögliche überparteiliche Zusammenarbeit nannte Trump ein Infrastrukturpaket, Umweltpolitik, Medikamentenpreise sowie die von ihm angestrebte Mauer an der Grenze zu Mexiko. Er warnte die Demokraten vor möglichen Ermittlungen gegen ihn: "Sie können dieses Spiel spielen, aber wir können es besser."

Nach einer Diskussion mit dem Journalisten Jim Acosta über die Bezeichnung der Migranten aus Lateinamerika, die sich auf dem Weg in die USA befinden, nannte er Acosta einen "ungehobelten, schrecklichen Menschen". CNN solle sich schämen, dass er für den Sender arbeite. "So feindselige Medien", schimpfte er nach der Wortmeldung einer anderen Journalistin. Einer weiteren warf er vor, ihm "rassistische Fragen" zu stellen.

"Ich könnte jeden sofort feuern, ich könnte es sofort unterbinden", sagte Trump zu Fragen nach den Mueller-Ermittlungen in der Russlandaffäre. "Aber ich werde es einfach weiterlaufen lassen. Wir könnten viel Geld sparen."

vks/dpa/Reuters/AFP



insgesamt 77 Beiträge
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Häkelmütze 07.11.2018
1.
Enorm deswegen, weil er noch schlechtere Ergebnisse befürchtet hat?
Vadomar 07.11.2018
2.
"People wouldn't understand my tax return" Das ist natürlich ein entscheidender Grund, seine Steuererklärung geheim zu halten, nachdem er im Wahlkampf noch etwas Anderes versprochen hat.
dirkcoe 07.11.2018
3. Dieser alte Mann
hält den Sieg der Demokraten sicher für Fake News - oder hat sein ach so großes Hirn etwa die Demokratie in den USA nicht verstanden? Aber es spielt eh keine Rolle, weil er ja in seiner eigenen Welt lebt - in der kann allenfalls noch Jesus über ihm stehen.....oder doch nicht?
RalfHenrichs 07.11.2018
4. Wo Trump Recht hat, hat er Recht
In den Zwischenwahlen Sitze im Senat hinzugewinnen, ist ein Erfolg für einen Präsidenten. Dass ein Präsident die Mehrheit im Haus verliert, ist hingegen normal. Und dass Republikaner, die seine Unterstützung wollten, eher gewonnen haben, als Republikaner, die seine Unterstützung nicht wollten, spricht auch für Trump. Niemand muss ihn mögen, aber die Ergebnisse sollten man zumindest anerkennen. Vor allem wenn die Dems in zwei Jahren gegen ihn gewinnen wollen. Das wird nur funktionieren, wenn man die Realitäten akzeptiert.
ktomy69 07.11.2018
5. DT findet im allen was Gutes
Bei einer Wählerschicht hat er voll abgegeben, den Frauen. Das ist gut so und war der Anfang vom Ende. Andere Wählerschichten werden folgen und es wird für eine zweite Amtszeit nicht mehr reichen.
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