US-Vizepräsident Mike Pence bestreitet angebliche Pläne zur Absetzung Trumps

Seit Tagen sorgt ein anonymer Gastbeitrag in der "New York Times" für Unruhe in Washington. Darin schreibt ein Regierungsmitglied von Plänen, Trump absetzen zu wollen. Vize-Präsident Pence will davon nichts wissen.

Mike Pence
AFP

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Der Text war anonym verfasst, der Inhalt kam einer Kriegserklärung an den Präsidenten gleich: Viel wurde in den vergangenen Tagen spekuliert, wer hinter dem Gastbeitrag in der "New York Times" stecken könnte, der von einem hochrangigen Regierungsmitarbeiter stammen soll. Sogar Vize-Präsident Mike Pence und Außenminister Mike Pompeo standen im Verdacht, die Zeilen geschrieben zu haben.

In dem Artikel heißt es, Trumps Politik werde durch die eigenen Mitarbeiter torpediert. Man habe sogar darüber beraten, mittels des 25. Verfassungszusatzes die Amtsunfähigkeit des Präsidenten festzustellen und ihn abzusetzen. Pence dementiert nun, dass solche Pläne existierten, berichtet der britische "Guardian".

Bei dem Artikel handele es sich schlicht um den Versuch, "von der boomenden Wirtschaft und den Erfolgen des Präsidenten abzulenken", sagt Pence laut "Guardian" in der CBS-Sendung "Face the Nation".

Er wisse nicht, wer den Artikel geschrieben habe, sagte Pence. "Was ich sagen kann, ist, dass es eine Schande ist. Ich finde, der Autor und auch die 'New York Times' sollten sich schämen."

Pence schießt gegen Obama

Auch im neuen Buch des US-Reporters Bob Woodward heißt es, Trumps eigene Mitarbeiter würden gegen ihn arbeiten. Woodward beschreibt beispielsweise, wie hochrangige Mitarbeiter Dokumente von Trumps Schreibtisch entfernen, damit der Präsident sie nicht unterzeichnen kann.

Pence nahm zudem Stellung zur Kritik von Ex-Präsident Barack Obama. Der hatte in einer Rede Trump als "das Symptom, nicht die Ursache" für Spaltung und Polarisierung im Land genannt. Ihm zufolge nutzt Trump "Ressentiments, die die Politiker seit Jahren schüren". Er sei enttäuscht, dass Obama mit der Tradition früherer Präsidenten breche und sich nun derart zur aktuellen Politik äußere, sagte Pence.

mho



insgesamt 52 Beiträge
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claus7447 09.09.2018
1. Pence wird es nie zugeben...
.. aber für ihn wäre es die Möglichkeit zur Machtergreifung. Taktisch muss er aber noch bis nach den Zwischenwahlen warten, den der Proteststurm und damit das ggf. Schwenken von treuen Wählern zur Nichtwahl oder zu den Demokraten darf ja nicht eintreten. Das sich Obama angesichts der "Fassungslosigkeit des Handelns" äußert halte ich für nachrangig - aber es zeigt langsam wie dünnhäutig man bei den Republikanern ist und wie man versucht aus dieser Falle - in die man sich lebst gebracht hat indem man diesen Kandidaten durch gewunken hat herauszukommen.
draco2007 09.09.2018
2.
Trump setzt doch perfekt die Agenda von Pence um. Zudem halte ich es für Möglich, dass Pence der Op-Ed ist. Trump setzt um und Pence verhindert das wirklich krasseste, wie "lasst und Assad einfach töten". Klingt plausibel, ist aber nur eine Theorie.
cup01 09.09.2018
3. Mehr Mut
Es gibt keine Erfolge, die auf Trump zurückzuführen sind, zu verteidigen. Darum sollte man als Staatsdiener dem Gedanken nach Absetzung Taten folgen lassen. Hierfür wünsche ich den Protagonisten einfach mehr Mut. Es geht nicht um Trump, es geht um Amerika und die freie Welt.
isi-dor 09.09.2018
4. Pence muss es abstreiten.
Die Beseitigung von Trump durch ein Impeachment ist Pence' einzige reelle Chance, in diesem Leben noch Präsident der USA zu werden. Daran gibt es nichts zu deuteln. Das Motiv ist klar, aber es wird ihm die Tat schwer nachzuweisen sein.
MisterD 09.09.2018
5. Ja nun...
was soll er der Presse denn sagen? Ja klar, ich und folgende weitere Regierungsmitglieder planen Hr. Trump am kommenden Donnerstag auf dem Weg von seinem Golfclub ins Weiße Haus verhaften zu lassen und ihn somit des Amtes zu entheben? Informieren Sie ihre Frau vorab, dass Sie ihr in 3 Tagen Rosen mitbringen werden?
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