Nahostreise des US-Vizepräsidenten Palästinenser streiken aus Protest

Die Nahostreise von US-Vizepräsident Pence erhitzt die Gemüter. Während Israels Ministerpräsident Netanyahu die Beziehungen zu den USA lobt, schlossen die Palästinenser vielerorts Schulen und Geschäfte - aus Wut.

Verlassene Straße im Westjordanland
REUTERS

Verlassene Straße im Westjordanland


Die Palästinenser haben aus Protest gegen den Israelbesuch von US-Vizepräsident Mike Pence gestreikt. Schulen und Geschäfte im besetzten Westjordanland und in Ost-Jerusalem blieben geschlossen, Busse fuhren nicht. Die palästinensischen Fraktionen kritisierten die umstrittene US-Anerkennung Jerusalems als Israels Hauptstadt.

Pence hatte seine Nahostreise am Samstag in Ägypten begonnen. Seit Sonntagabend ist er in Israel, am Dienstagabend fliegt er wieder zurück in die USA. Am Montag hatte er den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu getroffen. In einer stark proisraelischen Rede vor dem Parlament hatte er den Umzug der US-Botschaft nach Jerusalem noch vor Ende 2019 zugesichert. Gleichzeitig rief er die Palästinenser dazu auf, wieder in Friedensgespräche mit Israel einzusteigen. Netanyahu lobte unterdessen die guten Beziehungen der USA zu Israel.

Am Dienstag trifft Pence Präsident Reuven Rivlin und besucht die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem. Anschließend will er die Klagemauer in der Jerusalemer Altstadt besuchen, die heiligste Stätte des Judentums.

In Folge von Trumps Jerusalem-Entscheidung war es zu Unruhen im Heiligen Land gekommen. Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas sagte, die USA hätten sich als Vermittler für Friedensgespräche mit Israel disqualifiziert. Abbas hatte am Montag die Europäische Union aufgefordert, einen Palästinenserstaat anzuerkennen.

Schon im Dezember, als Pence seine Reise nach Israel eigentlich hatte antreten wollen, hieß es von Seiten eines ranghohen Fatah, Pence sei "in Palästina nicht willkommen". Die Palästinenserführung sieht Ost-Jerusalem als künftige Hauptstadt eines unabhängigen Staates Palästina. Die Israelis beanspruchen hingegen die ganze Stadt für sich.

aev/dpa

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.