Nahost-Besuch Pompeo fordert Aufklärung im Fall Khashoggi

US-Außenminister Mike Pompeo hat sich auf seiner Reise durch arabische Staaten für ein Ende des Boykotts gegen Katar eingesetzt. Den Mord an Jamal Khashoggi nennt er "nicht hinnehmbar".

Mike Pompeo mit seinem Amtskollegen aus Katar, Mohammed bin Abdulrahman bin Jassim Al Thani in Doha
REUTERS

Mike Pompeo mit seinem Amtskollegen aus Katar, Mohammed bin Abdulrahman bin Jassim Al Thani in Doha


US-Außenminister Mike Pompeo hat sich auf seiner Tour durch den Nahen Osten zum Fall Khashoggi geäußert. Man wolle sicherstellen, dass die Verantwortlichen des Mordfalls zur Verantwortung gezogen werden. Der Fall Khashoggi hatte die Beziehungen zwischen den USA und Saudi-Arabien getrübt.

"Wir bleiben mit dem Kronprinzen und den Saudis im Gespräch um sicherzustellen, dass jemand voll umfänglich die Verantwortung für den nicht hinnehmbaren Mord an Jamal Khashoggi übernimmt", sagte Pompeo. "Wir werden weiterhin darüber sprechen und Sorge tragen, dass wir alle Fakten kennen, damit die Schuldigen zur Rechenschaft gezogen werden - in erster Linie von den Saudis, aber auch von den Vereinigten Staaten, soweit das angemessen ist", so der US-Außenminister während eines Aufenthalts in Katar.

Pompeo fordert Ende der Sanktionen gegen Katar

Was den Wüstenstaat Katar angeht, ziehe sich der andauernde Boykott gegen den Staat durch Saudi-Arabien und seine Verbündeten schon "zu lange" hin, sagte Pompeo. 2017 hatten Saudi-Arabien, Bahrain, die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und Ägypten die Beziehungen zu Katar gekappt. Sie werfen Katar eine Unterstützung von Terrorgruppen und eine zu große Nähe zu Saudi-Arabiens Erzrivalen Iran vor.

Das Emirat ist für die USA ein wichtiger Verbündeter. Dort befindet sich der größte US-Militärstützpunkt der Region. Auf der Luftwaffenbasis Al-Udeid sind mehr als 10.000 US-Soldaten stationiert. Katar ist zugleich der weltweit größte Exporteur von Flüssiggas. Die Sanktionen setzen die Wirtschaft des Landes unter Druck.

Attacke gegen Trump-Vorgänger Obama in Kairo

Pompeo befindet sich momentan auf einer ausgedehnten Reise durch die arabische Welt. In Ägypten hielt er eine Rede an der Amerikanischen Universität in Kairo, in der er dem Trump-Vorgänger Barack Obama vorwarf, die mit den USA verbündeten Herrscher im Nahen Osten im Stich gelassen zu haben.

Insgesamt besucht Pompeo acht Länder. Das nächste Ziel wird Saudi-Arabien sein. Khashoggi war ein Kritiker des saudischen Kronprinzen Mohammad bin Salman (MbS) und auch ein Kolumnist der Zeitung "Washington Post". Der US-Geheimdienst hatte den Vorwurf erhoben, MbS sei in den Mord verwickelt und habe die Tat angeordnet.

Der regierungskritische Journalist war bei einem Besuch des saudi-arabischen Konsulats in Istanbul am 2. Oktober verschwunden. Saudi-Arabien hatte zunächst bestritten, dass Khashoggi in dem Konsulat getötet wurde. Später erklärte das Königreich, er sei bei einer Schlägerei in der diplomatischen Vertretung ums Leben gekommen.

Die Türkei wirft Saudi-Arabien vor, Agenten in die Türkei geschickt zu haben, um den Journalisten zu ermorden. Seine Leiche sei zerstückelt und beseitigt worden. Der Leichnam wurde bislang nicht gefunden.

Der Fall hat dem internationalen Ansehen des erzkonservativen Königreiches sehr geschadet und belastet dessen Beziehungen zu westlichen Staaten.

mst/AP



© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.