US-Außenminister Pompeo Nordkorea produziert weiterhin Atommaterial

Die US-Regierung hält Nordkorea auch nach dem gemeinsamen Gipfel für die weltweit größte Gefahr. Pjöngjang produziere weiter spaltbares Material, sagt Außenminister Pompeo. Nun bietet die Bundesregierung Hilfe an.

Mike Pompeo
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Beim Gipfeltreffen mit US-Präsident Donald Trump bekannte sich Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un zur nuklearen Entwaffnung des Landes. Das war im Juni. Seitdem versuchen die USA, die Übereinkunft zu konkretisieren. Ob es dabei Fortschritte gibt, ließ die US-Regierung bisher offen.

Vor dem Senat erklärte US-Außenminister Mike Pompeo nun, dass Nordkorea weiterhin spaltbares Material produziere. Auf die Frage, ob Pjöngjang sein Atomprogramm vorantreibe, wollte er nicht antworten. Aus seiner Sicht stelle Pjöngjang aber weiterhin die größte Gefahr für die nationale Sicherheit seines Landes dar.

Dennoch zeigte sich Pompeo optimistisch, dass die Gespräche zwischen beiden Ländern in die richtige Richtung führten. "Ich gestehe aber ein, dass noch ein verdammt langer Weg vor uns liegt." Nach seinen Worten sind die USA nicht von den Nordkoreanern hereingelegt worden. Die gegen Nordkorea verhängten Sanktionen würden weiter durchgesetzt.

Die "Washington Post" hatte berichtet, dass Trump verärgert sei, weil die Gespräche so langsam vorankämen. Darauf twitterte Trump am Montag, das sei falsch, er sei sehr happy. Seit neun Monaten habe es in Nordkorea weder einen Atomtest gegeben noch einen Raketenstart. Auch ganz Asien sei happy, schrieb er.

Außenminister Maas schaltet sich ein

Trump und der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un hatten sich am 12. Juni in Singapur das erste Mal persönlich getroffen. Bei dem Gipfel ging es um eine friedliche Lösung des Atomstreits mit Nordkorea. Die USA hoffen, die Führung in Pjöngjang dazu bewegen zu können, ihr Atomprogramm komplett, unumkehrbar und überprüfbar abzubauen. Umfang und Tempo der Abrüstung sind jedoch zwischen beiden Seiten strittig.

Im Gegenzug will Nordkorea aus der internationalen Isolation heraus. Dafür müssen die USA und die internationale Gemeinschaft ihre Wirtschaftssanktionen aufheben

Außenminister Heiko Maas bot nun Hilfe bei der atomaren Abrüstung in Nordkorea an. "Wenn der Zeitpunkt gekommen ist, stehen wir bereit, den Prozess, der hier stattfindet, engagiert zu unterstützen", sagte er bei einem Besuch in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul. Der SPD-Politiker betonte, dass Deutschland seine in den Verhandlungen über das Atom-Abkommen mit Iran gewonnene Expertise einbringen könne.

mho/dpa/AFP



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solltemanwissen 26.07.2018
1.
Also hat Trump, der tolle Dealmaker rein gar nichts erreicht und Kim alles. Ein großer Erfolg für diesen Kretin im weißen Haus! Vergleicht man das mit Obamas Iran Deal, wo NACHPRÜFBARE Abrüstung verhandelt wurde und sich der Iran bisher laut den unabhängigen Prüfern auch an das Abkommen gehalten hat, ist das was mit Nordkorea produziert wurde ein schlechter Witz. Tragisch ist nur, dass dieser Minderleister im Oval Office aus persönlichen Gründen und um dem Rassismus seiner Wähler gerecht zu werden, jedes einzelne Puzzleteil von Obamas Präsidentschaft zerschlägt.
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