Militärarsenal im Vergleich So sind Russland und die Ukraine gerüstet

Russische Spezialeinheiten sind auf der Krim einmarschiert. Nun macht die Ukraine mobil. Doch das ukrainische Militär hat dem großen Nachbarn wenig entgegenzusetzen - der Vergleich.

Russische Soldaten auf der Krim: Moskau hat in den vergangenen fünf Jahren sein Militär modernisiert
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Russische Soldaten auf der Krim: Moskau hat in den vergangenen fünf Jahren sein Militär modernisiert


Der Einmarsch Russlands auf der Krim komme eine Kriegserklärung gleich, sagte der ukrainische Übergangspremierminister Arsenij Jazenjuk am Sonntag. Kiew ist dabei, seine Soldaten zu mobilisieren. Die Krim, die eigentlich zur Ukraine gehört, wird bereits seit mehreren Tagen von russischen Elite-Soldaten kontrolliert.

Es wäre wie ein Kampf zwischen David und Goliath, sollte es tatsächlich zu einer direkten Konfrontation zwischen ukrainischen und russischen Soldaten kommen. Allerdings sind die Unterschiede zwischen den beiden Armeen weniger dramatisch als im Georgien-Krieg 2008, bei dem Russland kurzen Prozess mit dem Nachbarstaat machte.

1. Wie viele Soldaten stehen bereit?

Die ukrainische Armee zählt nach unterschiedlichen Schätzungen zwischen 130.000 und 160.000 aktive Soldaten in ihren Reihen. Zudem stehen eine Million Reservisten bereit. Insgesamt zählt die Ukraine 44,5 Millionen Einwohner. Davon sind rund 22 Millionen zwischen 16 und 49 Jahre alt.

Die russische Armee zählte vergangenes Jahr 800.000 aktive Soldaten, daruntere mehrere tausend Elite-Soldaten. Zudem stehen zwei Millionen Reservisten bereit. Russland hat knapp 143 Millionen Einwohner. Davon sind rund 70 Millionen zwischen 16 und 49 Jahre alt.

2. Wie viel wird fürs Militär ausgegeben?

Die Ukraine soll nach Schätzungen zuletzt rund 1,5 Milliarden Euro im Jahr für ihr Militär ausgegeben haben.

Russland hat 2013 geschätzt knapp 50 Milliarden Euro für sein Militär ausgegeben, Tendenz steigend. Die russische Regierung hat sich bemüht, ihr Militär zu modernisieren. In den vergangenen fünf Jahren soll sie das Militärbudget nach Schätzungen des "International Institute for Stategic Studies" um ein Drittel erhöht haben.

3. Wer hat wie viele Panzer und Flugzeuge?

Schätzungsweise 4000 Panzer soll die Ukraine besitzen, Russland 15.500.

Die ukrainische Luftwaffe zählt rund 400 Flugzeuge und rund 90 Helikopter. Die russische Luftwaffe soll knapp 3100 Flugzeuge und knapp 1000 Helikopter besitzen.

4. Welche besonderen Trümpfe hat Russland?

Russlands Stärke sind seine mehrere Tausend Mann starken Elite-Truppen, die schnell die Kontrolle über die Krim erreicht haben. Zudem hat das Land in der Ukraine mehrere Stützpunkte. Beispielsweise ist seine Schwarzmeer-Flotte in Sewastopol stationiert.

Der Ukraine machen die Proteste und Umbrüche zu schaffen. Die Kommandostrukturen der Armee sind gestört. Zudem steht nicht die gesamte Bevölkerung hinter der neuen Regierung in Kiew. Gerade auf der Krim und im Osten des Landes lehnen viele diese ab.

Die umkämpfte Krim

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insgesamt 27 Beiträge
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Seite 1
medicus22 02.03.2014
1. toller vergleich
Was soll denn der Truppenvergleich. Wichtiger wäre es doch zu wissen, wer der Ukraine aktiv hilft, falls es einen Militärschlag gibt. Na gut, niemand wird kommen. Die Ukrainische Armee wird jedenfall keinen Schuß abgeben...das wäre reiner Selbstmord. Sie muß es einfach geschehen lassen und wir sehen wieder einmal wie Unnütz die UN ist bzw. irgendwelche Weltgerichtshofe....keinen interessiert es. Nachdem die USA die UN ignorieren können, kann man von Russland nix anderes erwarten. Ohne militärische Macht sind diese Organisationen überhaupt nix wert.
neanderspezi 02.03.2014
2. Wenn's im Inneren Russlands demnächst rumort, bekommt Putin kalte Füße
In den südlichen Territorien Russlands leben Völker, die auf ein Nachlassen militärischer Überwachung Russland spekulieren. Eine Auseinandersetzung mit der Ukraine würde sich für allerlei Unabhängigkeitsbestrebungen vorwiegend muslimischer Völkerschaften nützlich erweisen, besonders für solche, die vorwiegend unter Zwang unter Russlands Fittichen in dieser staatlichen Zugehörigkeit ausharren. Mit jedem weiteren Spannungsherd geht die Neigung stillzuhalten nicht nur im Kaukasus verloren und der Wunsch, sich von Russland loszusagen wächst kontinuierlich, erkennbar auch bei den Krimtataren, die unter Stalin in Viehwaggons unter unsäglichen Bedingungen von der Krim Richtung Zentralasien deportiert wurden und erst Ende der 80er Jahre in ihre Heimat zurückkehren durften. Solche vergewaltigten Völker, auch die Ukraine hatte ein besonders schweres Los gezogen, haben zweifellos nicht die geringste Lust, erneut sich den Russen für weitere Generationen zu beugen. So gerechnet ist die militärische Überlegenheit der Russen vielleicht nur ein Phantom, das durch die südlichen Regionen des Riesenreichs schnell auf ein geschüttelt Maß schrumpfen könnte. Eine Vielzahl an Sprachen und Ethnien geben vielleicht auch einem Putin gelegentlich zu denken, immerhin gibt es über 20 Prozent Nichtrussen.
nicht wichtig 03.03.2014
3. man braucht hier nichts zu vergleichen
Es wird kein Krieg geben. Man sollte mehr über die Hintergrunde dieser Situation diskutieren und nicht immer Russland für alles verantwortlich machen. Es ist ein zweiter Fehlschuss der USA und der EU was die Einmischung und Mitplanen von farbigen Revolutionen angeht.
mischnik 03.03.2014
4. optional
Die UN war mit Militär vorgesehen. Die Vetomächte lehnten diese ab, wegen unterschiedlicher Interessen. Auch sei daran erinnert das eine Grenzkorrektur in Europa durch den "Westen" im Kosovo stattfand. Putin nimmt für sich das gleiche Recht heraus.
bmvjr 03.03.2014
5. Zahlenspielerei ohne echten Sinn
Es ist gar nicht notwendig, die Truppenstaerke von Russland und der Ukraine zu vergleichen. Putin selbst will keinen Krieg mit der Ukraine. Hier ist Machtpolitik im Spiel bei der die Ukraine fast (!) zum Mittel zum Zweck geraet. Vor ein paar Monaten sah es noch so aus, dass die Ukraine sich senbstbestimmt der EU zuwenden will und damit aus dem Einflussbereich der Russen geraet/gelangt. Putin hatte zu dem Zeitpunkt noch nicht viel in der Hand um das zu verhindern. Jetzt aber ist seine Position erheblich gestaerkt, hauptsaechlich durch seine Massnahmen, die zwar einhellig und vollmundig von UN, Nato, EU, den USA und natuerlich Teilen der Ukraine verurteilt werden, machtpolitisch aber lediglich einen Handstreich darstellen, den Putin's Russland mehrheitlich unterstuetzt - 1:0 fuer Putin sozusagen, denn nun muss die Gegenseite viel tiefer in die Tasche greifen um dem etwas entgegenzusetzen.
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