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Militärangriff auf Rafah: Scharon bleibt stur

Es war eine Ohrfeige für Israel: Zum ersten Mal seit September 2002 ließen die USA eine Uno-Resolution gegen Israel passieren. Doch selbst dadurch ließ sich die Regierung Scharon nicht beeindrucken: Die Armee setzte ihre Militäroperation in Rafah mit aller Härte fort: Fünf Wohnviertel wurden besetzt, acht Palästinenser getötet.



Bulldozer in den Außenbezirken Rafahs: Das Tunnelsystem zu Ägypten soll zerstört werden
AFP

Bulldozer in den Außenbezirken Rafahs: Das Tunnelsystem zu Ägypten soll zerstört werden

Rafah - Die Soldaten zerstörten acht Häuser. Seit Beginn der Militäraktion in der Nacht zum Dienstag kamen bereits 40 Palästinenser ums Leben, unter ihnen auch Kinder und Jugendliche. Israel werde den Einsatz so lange fortsetzen, bis alle Tunnelanlagen für den Waffenschmuggel über Ägypten zerstört seien, erklärte die Sprecherin der Streitkräfte, Brigadegeneralin Ruth Jaron. Die Regierung von Ariel Scharon setzte sich über die internationale Empörung hinweg, die der Beschuss einer demonstrierenden Menschenmenge gestern in Rafah ausgelöst hatte.

Bei der Explosion von Panzergranaten und im Feuer von Maschinengewehren kamen nach Klinikangaben acht Menschen ums Leben, unter ihnen sechs Kinder und Jugendliche. 55 Menschen wurden teilweise lebensgefährlich verletzt. Die israelischen Streitkräfte räumten nach einer vorläufigen Untersuchung Fehler der Truppen ein. Offenbar habe ein Warnschuss eines Panzers die Menge getroffen.

Unter dem Eindruck der Ereignisse in Rafah verurteilte der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen das Vorgehen gegen die Zivilbevölkerung im Gaza-Streifen. Der Resolution stimmten 14 von 15 Mitgliedstaaten zu; die USA enthielten sich der Stimme. Der stellvertretende amerikanische Uno-Botschafter James Cunningham äußerte sich besorgt.

Panzer in Rafah: Tödliche "Operation Regenbogen"
AP

Panzer in Rafah: Tödliche "Operation Regenbogen"

Israel habe zwar das Recht auf Selbstverteidigung. "Wir sehen aber nicht, dass die Operationen der vergangenen Tage im Gaza-Streifen im Interesse des Friedens und der Sicherheit liegen", sagte Cunningham. Es war das erste Mal seit September 2002, dass die USA eine gegen Israel gerichtete Resolution nicht mit ihrem Veto gestoppt haben.

In den engen Gassen von Rafah gingen Soldaten von Haus zu Haus. Augenzeugen erklärte, sie hätten alle männlichen Bewohner zwischen 16 und 45 Jahren aufgefordert, sich zu ergeben. Bereits gestern wurden vier Palästinenser erschossen, darunter ein Jugendlicher, der sich Augenzeugen zufolge ergeben wollte.

Unterdessen verschärfte sich in Rafah die Versorgungslage, wie Einwohner berichteten: Die Strom- und Wasserversorgung in das Lager war unterbrochen. Die Streitkräfte teilten mit, sie bemühten sich um humanitäre Hilfe für die Bevölkerung.

Opfer, Ärzte: Raketenbeschuss aus Kampfhubschraubern
AFP

Opfer, Ärzte: Raketenbeschuss aus Kampfhubschraubern

Israelische Sicherheitskräfte töteten außerdem zwei örtliche Kommandanten der radikal-islamischen Hamas-Bewegung. Das verlautete am Abend aus Palästinenserkreisen. In Rafah wurde der dortige Kommandant des militärischem Arms der Hamas bei einem israelischem Hubschrauberangriff getötet. Zuvor sei bereits der Hamas-Führer in Kalkilija im Westjordanland erschossen worden. Von israelischer Seite gab es zunächst keine Bestätigung.

In Tulkarem im Westjordanland töteten die Streitkräfte nach Militärangaben einen Palästinenser bei einem Schusswechsel. Die Palästinenser erklärten, außerdem sei in der Nähe von Hebron ein 13-jähriger Junge erschossen worden.

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