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Militärausgaben: China stockt Wehretat gewaltig auf

China will mit aller Macht auch militärisch zur modernen Großmacht werden - und erhöht seine Verteidigungsausgaben nun wieder massiv. Um satte zwölf Prozent wächst der Etat, Japan reagiert nervös. Und die USA sind sicher: Die Zahlen, die Peking offiziell nennt, sind nur die halbe Wahrheit.

Militärübung in der Provinz Shandong (im August): Armee wächst schneller als Wirtschaft Zur Großansicht
REUTERS

Militärübung in der Provinz Shandong (im August): Armee wächst schneller als Wirtschaft

Peking - China ist eine aufstrebende Militärmacht, groß waren die Streitmächte immer schon, in den vergangenen Jahren wurde auch die Ausrüstung immer besser - und auch 2011 werden wieder gewaltige Summen in Ausbau und Modernisierung der Armee fließen. Die Ausgaben sollen um 12,7 Prozent steigen. Der Etat für dieses Ressort betrage 2011 dann 601,1 Milliarden Yuan (65,6 Milliarden Euro), teilte Parlamentsprecher Li Zhaoxing am Freitag in Peking mit. Der Haushalt soll bei der am Samstag beginnenden Sitzung des Nationalen Volkskongresses verabschiedet werden. Der Verteidigungsetat mache sechs Prozent des gesamten Budgets der zweitgrößten Wirtschaft der Welt aus.

"Dies stellt für kein Land eine Bedrohung dar", sagte der ehemalige Außenminister Li. Das Nachbarland Japan hatte erst am Donnerstag seine Besorgnis angesichts der wachsenden Militärmacht Chinas geäußert.

Im Vorjahr hatte der Anstieg des offiziellen Militäretats nur 7,5 Prozent betragen. Mit dem neuen Haushalt kehrt China wieder zu zweistelligen Zuwächsen zurück. 2009 stiegen die Verteidigungsausgaben um 14,9 und 2008 sogar um 17,5 Prozent.

USA klagen: Viele Ausgaben werden versteckt

China versuche, ein Gleichgewicht zwischen Militärausgaben und wirtschaftlicher Entwicklung herzustellen, versicherte der Sprecher des Volkskongresses. Der Zuwachs um 12,7 Prozent dürfte allerdings stärker sein als die Steigerung des Gesamthaushalts oder auch der Wirtschaft insgesamt.

Nach Einschätzung der US-Regierung liegen die tatsächlichen Militärausgaben Chinas zwei- bis dreimal höher als offiziell angegeben. Viele Aufwendungen sind demnach in anderen Haushaltsposten enthalten. So beklagen die USA immer wieder mangelnde Transparenz.

Zum Auftakt des Volkskongresses am Samstag in der Großen Halle des Volkes in Peking wird Regierungschef Wen Jiabao als jährliches Wachstumsziel nur noch 7,5 Prozent für die nächsten fünf Jahre vorgeben, um eine nachhaltigere Entwicklung zu erreichen. Chinas Wirtschaft war im vergangenen Jahr um 10,3 Prozent gewachsen.

Auf der Jahrestagung werden die rund 3000 Delegierten den neuen Fünfjahresplan verabschieden. Er sieht eine Umstrukturierung der Wirtschaft vor, die stärker als bisher auf die Ankurbelung der heimischen Nachfrage und eine Ausweitung des Dienstleistungsbereichs zielt.

ler/AFP/dpa

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insgesamt 189 Beiträge
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1. USA klagen: Viele Ausgaben werden versteckt
kundennummer 04.03.2011
Zitat von sysopChina will mit aller Macht auch militärisch zur modernen Großmacht werden*- und erhöht seine Verteidigungsausgaben wieder massiv. Um satte zwölf Prozent wächst der Etat, Japan reagiert nervös. Und der Westen ist sich sicher: Di Zahlen, die Peking offiziell nennt, sind nur die halbe Wahrheit. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,748972,00.html
## Waas, die verschleiern? Those Bastards!! Hier im freiesten Westen aller Zeiten ist alles grundehrlich, ohja! Gerade das Pentagon ist für seine Transparenz geachtet! ## Wieder so ein peinliches Hitpeace.
2. Milchmädchenrechnungen....
Benjowi 04.03.2011
Nehmen wir an, diese Zahlen würden tatsächlich nur die "halbe Wahrheit" darstellen, dann könnte man den Zahlenwert ja verdoppeln, ergäbe also ca. 130 Mrd Euro an Militärausgaben bei wahrscheinlich mehr als 1,4 Milliarden Einwohnern. Betrachtet man die USA als Vergleich, sind mir folgende Zahlen bekannt: Militärausgaben mehr als 450 Mrd. Euro bei ca.320 Millionen Einwohner, wobei das sicher auch nicht die "ganze Wahrheit" ist. Also pro Kopf China ca 93 Euro, pro Kopf USA 1406 Euro. Ich denke da kann China noch lange "hohe" Steigerungsraten haben, bis auch nur die Größenordnung der USA relativ oder absolut erreicht wird
3. <->
silenced 04.03.2011
Ich muss da immer wieder lachen ... ---Zitat von www.spiegel.de--- Nach Einschätzung der US-Regierung liegen die tatsächlichen Militärausgaben Chinas zwei- bis dreimal höher als offiziell angegeben. Viele Aufwendungen sind demnach in anderen Haushaltsposten enthalten. _*So beklagen die USA immer wieder mangelnde Transparenz.*_ ---Zitatende--- Die Chinesen machen es nicht anders als die USA, die mit ihren vielen Geheimdiensten. Warum macht man sich so lächerlich? Das doch nur noch peinlich.
4. übertrieben
srb.armatus 04.03.2011
Also ich hätte ja nen kleinen vergleich ganz nett gefunden. unser wehretat liegt doch irgendwo bei 31 milliarden euro und die usa geben ca 600 mrd aus. wie kann man dann schreiben china will mit aller macht mil. großmacht werden?! 1,3 mrd menschen geben also gerade mal doppelt soviel aus wie wir. und selbst wenn man das verdreifacht kommt das noch lange nicht an unsere verhältnisse rann, und wir sind militärisch ein zwerg. unsere ausgaben sind ja geradezu lächerlich. gut zu wissen das chinas etat wächst,aber die art und weise wie der artikel geschrieben wurde...naja
5. Keine absurde Wendung
sohst 04.03.2011
Abgesehen vom berechtigten Misstrauen gegen jede Form von Militarismus ist zu bedenken, dass die USA gerade dabei sind, ihre mit großem Pomp beanspruchte umfassende (also auch militärische) Vorrangstellung auf der Welt zu verlieren. Wie die Vergangenheit zeigte, haben die USA dies letztlich häufig mit militärischen Mitteln zu verhindern versucht. So gesehen kann man es den Chinesen nicht verübeln den USA zu zeigen, dass es diesmal nicht angeraten sein könnte, den Dollar als globale Leitwährung und den amerikanischen Konsumismus auf Kosten der Ersparnisse der "Rest"-Menschheit auch mit Soldaten und Bomben aufrecht zu erhalten.
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