Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Französischer Militäreinsatz: Zwei Soldaten bei Kämpfen in Zentralafrika getötet

Militäreinsatz in Bangui: Zentralafrikanische Hauptstadt versinkt in Chaos Zur Großansicht
AFP

Militäreinsatz in Bangui: Zentralafrikanische Hauptstadt versinkt in Chaos

Kurz nach Beginn des französischen Militäreinsatzes in der Zentralafrikanischen Republik, wurden bei Kämpfen in der Hauptstadt zwei Soldaten getötet. Zuvor hatte sich auch US-Präsident Barack Obama in den Konflikt eingeschaltet.

Washington - Beim Militäreinsatz in Zentralafrika werden erste Opfer auf französischer Seite vermeldet: Bei einem Gefecht in der Hauptstadt Bangui sind zwei Soldaten getötet worden. Die beiden Fallschirmjäger starben in der Nacht zum Dienstag, teilte das französische Präsidialamt in Paris mit. "Sie haben ihr Leben verloren, um das vieler anderer zu retten", hieß es.

Frankreichs Präsident François Hollande wird zur Trauerfeier für Mandela nach Johannesburg fliegen. Auf dem Rückflug will er in der Zentralafrikanischen Republik Halt machen.

Die "schreckliche Gewalt der vergangenen Tage" bedrohe die Zentralafrikanische Republik, hatte zuvor Barack Obama in einer Audiobotschaft gesagt. Deswegen forderte der US-Präsident die Festnahme von Unruhestiftern in dem Land. Die Bevölkerung Zentralafrikas müsse sich für einen "anderen Weg" entscheiden, sagte Obama auf seinem Flug von Washington nach Südafrika, wo auch er an den Trauerfeiern für Nelson Mandela teilnehmen wolle.

Obama forderte die "stolzen Bürger der Zentralafrikanischen Republik" dazu auf, sich vom Hass abzukehren und sich gemeinsam für eine Zukunft mit Sicherheit, Würde und Frieden starkzumachen. "Die schreckliche Gewalt der vergangenen Tage bedroht das Land, das Sie lieben. Unschuldige Männer, Frauen und Kinder wurden umgebracht." Die Amerikaner würden der Afrikanischen Union und den Franzosen dabei helfen, die Bürger zu beschützen.

"Begrenzte" Unterstützung der USA

Deswegen schicken die USA nun Transportflugzeuge in das Krisenland: Das Pentagon teilte am Montag in Washington mit, dass etwa 850 Soldaten der Afrikanischen Union (AU) von Burundi in das Einsatzgebiet geflogen werden. Dafür würden zwei Flugzeuge vom Typ C-17 bereitgestellt. US-Verteidigungsminister Chuck Hagel habe die Entscheidung nach einem Telefonat mit seinem französischen Kollegen Jean-Yves Le Drian getroffen, der um eine "begrenzte" Unterstützung durch die USA gebeten hatte.

Seit mehr als einem halben Jahr kommt es in der Zentralafrikanischen Republik zu schwerer Gewalt zwischen den Bozizé nahestehenden christlichen Bürgermilizen Anti-Balaka (Gegen die Macheten) und den muslimischen Seleka-Kämpfern. Tausende Soldaten aus der Afrikanischen Union und Frankreich versuchen, die Sicherheit wiederherzustellen. Die USA wollten mit der internationalen Gemeinschaft zusammenarbeiten, um eine humanitäre Katastrophe in dem Land zu vermeiden, hieß es aus dem Pentagon.

Der Uno-Sicherheitsrat hatte vergangene Woche einem "robusten" Militäreinsatz französischer und afrikanischer Truppen zugestimmt. Tausende Flüchtlinge haben am Flughafen von Bangui Zuflucht gesucht. Hunderttausende Menschen wurden vertrieben.

vek/AFP/dpa/AP/Reuters

Diesen Artikel...

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: