Pjöngjang - Harsche Töne aus Pjöngjang: Vor Beginn zweier jährlicher Großmanövern der US-Streitkräfte mit Südkorea hat Nordkorea mit "einem Heiligen Krieg unserer Art" gedroht. Der Sprecher der einflussreichen Nationalen Verteidigungskommission warf den USA und Südkorea vor, mit der Manöverankündigung "eine stille Kriegserklärung" abgegeben zu haben.
Die beiden Manöver sollen am Montag beginnen. Außer der jährlichen Feldübung "Foal Eagle", die zusammen für Luftwaffe, Marine und Bodentruppen bis Ende April veranstaltet wird, halten die USA und Südkorea wie üblich auch ein Manöver zur Kommandoschulung ab.
Die bevorstehenden Übungen seien eine unentschuldbare Verletzung der Souveränität Nordkoreas und eine "Schändung unserer Trauerperiode", zitierten die staatlichen Medien einen Sprecher der Verteidigungskommission. Der langjährige Machthaber Kim Jong Il war Mitte Dezember an einem Herzinfarkt gestorben. Als Nachfolger rückte sein Sohn Kim Jong Un an die Staatsspitze. Seit seiner Amtsübernahme hat Pjöngjang den Ton gegenüber Seoul drastisch verschärft.
Kim mobilisierte seine Truppen für einen möglichen Vergeltungsschlag. Er habe die Anweisung für den Fall einer Provokation bei einem Besuch von Einheiten an der Frontlinie erteilt, berichtete die Nachrichtenagentur KCNA am Sonntag. Darunter sei auch jene Einheit gewesen, die 2010 die südkoreanische Insel Yeonpyeong unter Beschuss genommen habe, hieß es weiter. Dort waren damals vier Menschen getötet worden.
Der Sonderbeauftragte für die Nordkorea-Politik der USA, Glyn Davies, verstärkte unterdessen den Druck auf das neue Regime in Pjöngjang. Er bekräftigte in Seoul, dass wesentliche Fortschritte in den Beziehungen zu Washington von einer Annäherung Nordkoreas zu Südkorea abhingen. "Wir werden dieses Problem weiter ansprechen", sagte Davies nach Gesprächen mit Nordkoreas Vizeaußenminister Kim Kye Gwan am Donnerstag und Freitag in Peking. Dabei war es vor allem um die Bedingungen für eine Wiederaufnahme der Mehrparteiengespräche über das nordkoreanische Atomprogramm gegangen. Seine Gespräche in Peking seien ein "guter Anfang mit der neuen Regierung (Nordkoreas)" gewesen, so Davies.
Die USA fordern vor neuen Sechser-Gesprächen unter anderem eine Einstellung des nordkoreanischen Urananreicherungsprogramms. In hoch angereicherter Form kann Uran für den Atombombenbau verwendet werden. An der Sechserrunde nehmen auch China, Südkorea, Japan und Russland teil.
heb/AFP/dpa/dapd
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