Militärpläne Israel soll Luftangriff auf Iran vorbereiten

Israel kläre die letzten Fragen vor einem Angriff auf iranische Atomanlagen, berichtet die britische Zeitung "The Daily Telegraph". Die Regierung habe die US-Regierung um einen Luftkorridor über Irak gebeten. Auch Vizepräsident Dick Cheney schließt einen Militärschlag gegen Iran nicht aus.


London/Sydney - Israel bereitet einem britischen Pressebericht zufolge einen möglichen Luftangriff auf iranische Atomanlagen vor. Die israelische Regierung habe bei der US-Regierung angefragt, ob israelische Jets im Falle einer Entscheidung für einen solchen Angriff den irakischen Luftraum überfliegen dürften, berichtete "The Daily Telegraph".

"Eine der letzten Fragen, die wir klären müssen, ist, wie wir eigentlich zu den Zielen in Iran gelangen. Der einzige Weg ist, durch den von den USA kontrollierten Luftraum im Irak zu fliegen", sagte ein israelischer Offizier, der der Zeitung zufolge an den militärischen Planungen beteiligt ist.

Es sei wichtig, die Frage eines Luftkorridors zu klären, ansonsten "könnten wir eine Situation haben, wo amerikanische und israelische Jagdflugzeuge aufeinander zu schießen beginnen", zitierte "The Daily Telegraph" einen Mitarbeiter des israelischen Verteidigungsministeriums.

Cheney: "Alle Optionen bleiben offen"

Die USA und Israel verdächtigen Teheran, mit seinem Atomprogramm unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung militärische Ziele zu verfolgen. Beide Länder haben einen Angriff auf Iran bisher nicht ausgeschlossen.

US-Vizepräsident Dick Cheney bekräftigte heute, dass die US-Regierung alles tun werde, damit Iran nicht in den Besitz von Nuklearwaffen gelange. "Alle Optionen bleiben auf dem Tisch", sagte er bei einer Pressekonferenz mit dem australischen Regierungschef John Howard in Sydney, auch wenn die USA und seine Verbündeten zunächst den diplomatischen Weg verfolgten.

Cheney äußerte sich, nachdem Iran in dieser Woche eine Frist zum Stopp seiner Urananreicherung nicht eingehalten hatte. Präsident Mahmud Ahmadinedschad hatte gestern zum wiederholten Mal ein Nachgeben seines Landes in dem Streit ausgeschlossen.

Die ständigen Mitglieder des Uno-Sicherheitsrats und Deutschland wollen am Montag Beratungen über die Fortsetzung oder Ausweitung der Strafmaßnahmen gegen Iran aufnehmen.

abl/AFP/dpa/Reuters



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