Millionen-Spenden Clinton-Stiftung veröffentlicht Liste ihrer Geldgeber

Die Stiftung von Bill Clinton hat erstmals ihre Spender preisgegeben. Damit ebnet der ehemalige US-Präsident seiner Frau Hillary den Weg in Barack Obamas Kabinett. Über 40 Millionen Dollar bezog die Einrichtung aus dem Ausland - auch in Deutschland gibt es einen prominenten Geldgeber.


Washington - Bisher war die Clinton-Stiftung bei der Nennung von Spendern sehr zurückhaltend. Doch jetzt hatte Gründer Bill Clinton keine andere Wahl mehr, als die Namen der Geldgeber zu verraten. Seine Stiftung hat von ausländischen Regierungen mehr als 40 Millionen Dollar erhalten. Das geht aus einem Spendenbericht hervor, der am Donnerstag im Internet veröffentlicht wurde.

Ex-Präsident Clinton: Gibt die Namen seiner Gönner preis
AFP

Ex-Präsident Clinton: Gibt die Namen seiner Gönner preis

Die Nennung der Spender ist Teil einer Vereinbarung mit dem künftigen Präsidenten Barack Obama, mit der der Weg für die Nominierung von Clintons Ehefrau Hillary zur neuen Außenministerin freigemacht worden war. Mit dem Deal trug der Ex-Präsident Besorgnissen Rechnung, seine internationalen Spendensammlungen könnten zu Interessenkonflikten führen.

"Ich möchte allen Spendern meine tiefste Wertschätzung aussprechen", sagte Clinton, "sie helfen dabei, das Leben vieler Menschen auf der ganzen Welt zu verbessern." Die Stiftung finanziert die Clinton-Bibliothek in Little Rock im US-Staat Arkansas sowie die Projekte des Ex-Präsidenten zur Bekämpfung der Armut und der Immunschwächekrankheit Aids.

Schumi spendet Millionen

Die Liste gibt nicht die exakte Spendensumme an, sondern lediglich Abstufungen. Der Spendenbericht umfasst beinahe 3000 Seiten. Unter den Spendern sind Saudi-Arabien, Kuwait, Brunei, Jamaika, Italien, Norwegen, der Ukraine und Regierungen anderer Staaten.

Allein Saudi-Arabien spendete der Aufstellung zufolge mehr als zehn Millionen Dollar (umgerechnet mehr als sieben Millionen Euro). Aus Großbritannien bezog die Stiftung zwischen zehn und 25 Millionen US-Dollar. Auf der Liste sind außerdem die Namen zahlreicher internationaler Geschäftsleute. Auch Microsoft-Gründer Bill Gates ist verzeichnet.

Auch in Deutschland gibt es einen prominenten Geldgeber, der sich Bill Clintons Stiftung gegenüber mehr als großzügig zeigte: Der frühere Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher spendete der Stiftung zwischen fünf und zehn Millionen Dollar. Schumacher, der selbst eigene Kinderprojekte und Hilfsorganisationen unterstützt, steht mit seiner Spende auf einer Stufe mit der Regierung von Norwegen oder dem Unternehmer Haim Saban, die ebenfalls in dieser Größenordnung für Clinton spendeten.

Auch die für das US-Außenministerium wichtigste Sicherheitsfirma Blackwater gehört zu den Spendern - zwischen 10.000 und 25.000 Dollar überwies sie an die Clinton-Stiftung. Das Unternehmen ist umstritten, da ihm der Lizenzentzug im Irak droht. Wachleuten des Unternehmens wird vorgeworfen, im September 2007 grundlos eine Gruppe von Irakern erschossen zu haben. Als künftige Außenministerin wird Hillary Clinton entscheidenden Einfluss auf die Zukunft von Blackwater haben.

amz/AP



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