Bootsunglück Mindestens 30 Flüchtlinge vor Jemen ertrunken

Unter mysteriösen Umständen sind mindestens 30 Flüchtlinge im Golf von Aden ums Leben gekommen. Ihr Boot war vor der Küste Jemens gekentert und offenbar beschossen worden.

Jemenitischer Soldat und Boot der Küstenwache nahe Aden (Archivbild)
REUTERS

Jemenitischer Soldat und Boot der Küstenwache nahe Aden (Archivbild)


Mindestens 30 afrikanische Flüchtlinge sind nach Uno-Angaben vor der Küste des Jemen ertrunken. Überlebende des Unglücks hätten berichtet, dass ihr Boot beschossen worden sei, als es kenterte, teilte das Uno-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) im Jemen mit.

Demnach sei das Boot bereits am Dienstag von Al Buraiqa nahe der südjemenitischen Hafenstadt Aden in Richtung des westafrikanischen Dschibuti aufgebrochen. An Bord hätten sich etwa 50 Menschen aus Somalia und etwa 100 aus Äthiopien befunden.

UNHCR, die Internationale Organisation für Migration (IOM) und weitere Hilfsorganisationen arbeiteten mit der jemenitischen Küstenwache zusammen, um mehr über den Vorfall zu erfahren. Im vergangenen Jahr gab es mehrfach Berichte darüber, dass Schmuggler absichtlich Boote mit Flüchtlingen versenkt haben sollen.

Flüchtlingsunglücke zwischen den Küsten Afrikas und Arabien würden deutlich seltener erfasst als auf der Route von Afrika über das Mittelmeer, erklärte IOM-Sprecher Joel Millman. Auf dem Weg nach Jemen riskierten demnach im Jahr 2017 rund 87.000 Menschen ihr Leben. Der Menschenschmuggel im Jemen sei "zweifellos ein florierendes Geschäft", so Millman.

Im Jemen tobt seit mehreren Jahren ein Bürgerkrieg zwischen den schiitischen Huthi-Rebellen und der jemenitischen Armee, die von einer von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition mit Luftangriffen unterstützt wird. Immer wieder versuchen afrikanische Flüchtlinge, über das Meer zurück in ihre Heimatländer zu gelangen. Die humanitäre Krise durch den andauernden Konflikt im Jemen ist eine der schlimmsten der Welt.

cht/dpa/AP



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