Kenia: Überfall auf ein Dorf fordert Dutzende Todesopfer

In Kenia sind bei einem Überfall auf ein Dorf mehr als 30 Menschen getötet worden, darunter auch Frauen und Kinder. Laut Angaben der Polizei war ein seit langem schwelender Streit zwischen zwei Stämmen der Auslöser für die Gewalttat.

Nairobi - Die Angreifer steckten Hütten in Brand, unter den Toten sollen auch Frauen und Kinder sein: Im Südosten Kenias sind bei einem Überfall auf ein Dorf mehr als 30 Menschen getötet und Dutzende weitere schwer verletzt worden. Bei der Gewalttat habe es sich um einen Konflikt zwischen zwei Stämmen gehandelt, sagte der örtliche Polizeichef Aggrey Adoli

Die Einwohner des Dorfes Kipao gehörten nach Aussage Adolis zur Volksgruppe der Orma, bei den Angreifern habe es sich um Milizen des Pokomo-Stamms gehandelt. 30 Dorfbewohner und neun Angreifer starben demnach bei den Auseinandersetzungen im Bezirk Tana River. Die Polizei fahndet derzeit nach den überlebenden Angreifern.

Tana River ist seit langem Schauplatz von Auseinandersetzungen zwischen den beiden Volksgruppen. Oft geht es dabei um Wasser- und Weiderechte. Im Spätsommer war der Konflikt zwischen den Landwirtschaft betreibenden Orma und dem Hirtenvolk der Pokomo eskaliert. Mehr als hundert Menschen wurden bis Mitte September getötet, seitdem ließ die Gewalt nach.

Das Wiederaufflammen des Konflikts erklärte die Polizei mit einer Entwaffnungskampagne der Behörden. In den letzten zwei Tagen habe es Spannungen gegeben, weil manche das Gefühl gehabt hätten, die Regierung bevorteile die jeweils andere Volksgruppe.

Auch die im März anstehenden Wahlen, bei denen über das Parlament und den Präsidenten abgestimmt wird, könnten Auslöser der Bluttat gewesen sein. Da viele Kenianer entsprechend ihrer ethnischen Zugehörigkeit wählen, könnte eine Massenvertreibung aus der Region auch die Wahlergebnisse beeinflussen.

Nach der letzten Abstimmung 2007 hatte es schwere Ausschreitungen und Zusammenstöße zwischen verschiedenen ethnischen Gruppen gegeben. Mindestens 1000 Menschen kamen ums Leben.

usp/AFP/dpa

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