Neue Gewalt in Syrien: Mindestens 50 Tote bei Gefechten in syrischer Provinz Homs

Das Abkommen zur Waffenruhe in Syrien gerät immer mehr zur Farce: Wieder kam es zu blutigen Zusammenstößen zwischen Regierungstruppen und Rebellen. Unter den Opfern sind 13 Kinder.

Hula - In der syrischen Stadt Hula sind den Angaben von Menschenrechtsaktivisten zufolge am Freitag mehr als 50 Menschen getötet worden - darunter 13 Kinder. Sie seien bei Angriffen der Regierungstruppen gegen die Stadt in der zentralsyrischen Provinz Homs ums Leben gekommen, teilte die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit.

"Die Soldaten beschießen Hula gerade, die Verluste sind riesig", berichtete der Aktivist Ahmad Kassem. Der Chef der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman, sprach von einem regelrechten "Massaker". Den im benachbarten Homs stationierten Uno-Beobachtern warf er Untätigkeit vor. Die Angriffe der Armee hielten bereits seit dem Mittag an, bis zum Abend hätten die Beobachter nicht darauf reagiert.

Erst am Montag waren bei Gefechten nahe der Hauptstadt Damaskus, in den nordwestlichen Oppositionshochburgen Aleppo und Idlib sowie in der zentralen Stadt Hama um mindestens 22 Soldaten, elf Rebellen und fünf Zivilisten getötet worden. Bei den Kämpfen wurden auch zahlreiche Panzer und anderes Kriegsgerät zerstört.

Seit dem Beginn der Aufstände gegen das syrische Regime vor mehr als einem Jahr wurden Menschenrechtsorganisationen zufolge mehr als 12.000 Menschen getötet. Mittlerweile halten sich rund 270 Uno-Beobachter in Syrien auf, die Gewalt setzt sich aber trotzdem fort. Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon sei "zutiefst besorgt" hinsichtlich eines drohenden allgemeinen Bürgerkriegs in Syrien, erklärte sein Sprecher diese Woche am Rande des Nato-Gipfels in Chicago.

Erstmals seit Beginn der landesweiten Massenproteste vor mehr als einem Jahr rückte die syrische Armee am Freitag zudem mit Panzern in die zweitgrößte Stadt Aleppo ein, berichten Beobachter. Die Panzer seien durch die nördlichen Stadtteile Kalasse und Bustan al-Kasr gerollt, wo tausende Menschen an Trauerzügen teilgenommen hätten.

Zuvor hatte die Beobachtungsstelle bereits von einem getöteten Demonstranten in Aleppo berichtet, nachdem die Truppen gewaltsam gegen Protestzüge vorgegangen seien. Den Angaben zufolge gab es in der Stadt am Freitag zwölf Groß-Demonstrationen gegen Staatschaf Baschar al-Assad.

vks/Reuters/AFP

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1. garehq
Onkel_Karl 25.05.2012
Zitat von sysopDas Abkommen zur Waffenruhe in Syrien gerät immer mehr zur Farce: Wieder kam es zu blutigen Zusammenstößen zwischen Regierungstruppen und Rebellen. Unter den Opfern sind 13 Kinder. Mindestens 50 Tote nach erneuten Gefechten in Syrien - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,835386,00.html)
Wie lange noch wird die Welt zu sehen,wie Assad eigene Bevölkerung abschlachtet.. Die Welt muss endlich eingreifen in Syrien. Assad muss weg! Dann sollen die Kämpfer aus Homs endlich in Damaskus einmarschieren und jeden töten,der einen Vorteil von der Regierung hatte... Die armen Kämpfer sitzen alleine in Homs und lassen die Zivilisten nicht raus aud der Stadt,sonst kommt die Armee und wird die Freiheitskämpfer umbringen. NATO muss reagieren und die Freiheitskämpfer unterstützen...man muss ihnen Waffen liefern,damit sie grössere Anschläge durchführen können...Assad versteht nur die Sprache der Gewalt,als die FSA vor 2 Wochen die Autobomben gezündet haben und damit etwa hunderte unterstützer der Regierung getötet haben...UNO President Ban kin Moon hat ja schon vor paar Wochen gesagt,dass die Rebellen Waffen brauchen. Was mich besonders ärgert ist die Tatsache,dass die Freiheitskämpfer ihre eigene Bevölkerung töten muss,damit die Welt aufmerksam wird auf Syrien. Assad ist ein Verbrecher,der Westen soll dem Beispiel Emiraten und Saudis folgen und die Kämpfer mit richtigen Waffen ausstatten... Ja Assad hat Alawiten und Christen hinter sich aber Menschen in Homs wollen keinen Assad mehr..sie wollen endlich diesem Despoten und seiner Frau alles zurückzahlen. Oder Assad endet wie Gaddafi...er soll weg gehen nach saudi Arabien,wie es Ben Ali gemacht hat oder wie Saleh nach USA ausreisen... Dann können die Kämpfer endlich nach 30 Jahren Diktatur,diese Bande von Assad und den rest der Bevölkerung umbringen...
2. Genauere Informationen?
ron_ben_david 25.05.2012
Um welche Menschenrechtsaktivisten(-organisationen handelt es sich denn, welche diese Angaben machten?
3. Einseitige Berichte
fuchs008 26.05.2012
Spiegel sollte sich mehr auf die Berichte der UNO-Beobachter beziehen, anstatt hier nur die Rebellen zu zitieren.
4. Überprüft?
pikeaway 26.05.2012
Zitat von sysopDas Abkommen zur Waffenruhe in Syrien gerät immer mehr zur Farce: Wieder kam es zu blutigen Zusammenstößen zwischen Regierungstruppen und Rebellen. Unter den Opfern sind 13 Kinder. Mindestens 50 Tote nach erneuten Gefechten in Syrien - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,835386,00.html)
Andere Quellen berichten abweichend über den Hergang. "At least 50 people, including 13 children, have been killed after Syrian forces attacked the town of Houla in Homs province, the Syrian Observatory for Human Rights and activists said. Activists said clashes erupted in the town when Syrian forces opened fire on a protest against the rule of President Bashar al-Assad and killed one protester. "The soldiers are shelling Houla right now, the casualties are huge," said activist Ahmad Kassem. He said opposition fighters fired back, inflicting casualties on the soldiers and destroying five tanks. Houla is a cluster of four villages and towns north of Homs. " At least 50 killed in Syria blast - reports | WORLD News (http://tvnz.co.nz/world-news/least-50-killed-in-syria-blast-reports-4900961?ref=rss)
5. böse syrier
schlummi1 26.05.2012
Hatte heute die auseinandersetzung berichtet bekommen von meinem syrischen freund der das im englischen TV (glaub das war bbc)gezeigt hat. Das war so: Die guten rebellen, bewaffnet vom feinsten, schossen auf fahrzeuge der polizisten mitten in einer stadt und auf einen autobuss des nahverkehrs, besetzt mit schulkindern. Die rebellen, begleitet von ca, 4 camerateams, west TV. ! 1 camerateam=8 personen, also 4x8=36 personen die des lobes über die "freiheitskämpfer"voll waren.Wenn die angegriffenen (bevölkerung) das feuer erwiderten, duckten sich die cameramänner und keuchten: Beschuss von schweren waffen. Dann bequatschte der letzte cameraman, der nicht geflohen war, eine frau mit 3 kleinen kindern, nachdem die freiheitskämpfer mehrere schulkinder und polizisten ermordet hatten, hinter einer mauer. Sie verstand nicht was er sagte, deutete aber auf 2 freiheitskämpfer die 1 fahrzeug der regierung das gerade verletzte bergen wollte mit panzerfäusten beschossen. Ihre körpersprache war so zu verstehen: Haut ab schiesst nicht mit panzerfäusten aus meinem wohnzimmerfenster auf die polizisten und den schulbus. Es war denen aber egal. Sie beschossen die fahrzeuge der polizisten, und auf die letzten überlebenden des schulbusses aus ihrem wohnzimmerfenster. Dann kam ein einschlag. Die bösen polizisten schossen zurück. Der vorletzte cameramann lief weg, einer blieb zurück und keuchte ins microfon: Die bevölkerung wird hier ermordet. Die polizisten schiessen hier auf die bevölkerung. Dann lief der letzte cameraman weg, zurück blieb die frau mit ihren 3 kindern. Ob sie und ihre kinder überlebt haben ist nicht übermittelt.
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Bevölkerung: 22,505 Mio.

Hauptstadt: Damaskus

Staatsoberhaupt:
Baschar al-Assad

Regierungschef: Wail al-Halki

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