Vorwurf des Kindesmissbrauchs Uno stellt Blauhelme unter Hausarrest

Neue Vorwürfe des Kindesmissbrauchs gegen Uno-Soldaten: In der Zentralafrikanischen Republik sollen Mitglieder der Blauhelmtruppen Minderjährige missbraucht haben. Sie stehen nun unter Hausarrest.

Blauhelm-Soldat in Zentralafrika: Gegen die kongolesischen Soldaten gibt es neue Missbrauchsvorwürfe
AFP

Blauhelm-Soldat in Zentralafrika: Gegen die kongolesischen Soldaten gibt es neue Missbrauchsvorwürfe


Wegen neuer Vorwürfe des Kindesmissbrauchs durch Blauhelmsoldaten in der Zentralafrikanischen Republik ziehen die Vereinten Nationen 120 Angehörige der Uno-Truppe Minusca aus dem Land ab. Die aus dem Kongo stammenden Soldaten würden bis zum Abschluss einer Untersuchung unter Hausarrest stehen und anschließend in ihre Heimat zurückgebracht, teilte die Minusca mit.

Die Uno-Truppe berichtete von sieben neuen Missbrauchsfällen im Zeitraum von September bis Dezember vergangenen Jahres. Mitarbeiter der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hätten die Vereinten Nationen im Januar auf die Fälle aus der Stadt Bambari aufmerksam gemacht. Bei fünf Fällen seien die Opfer minderjährig gewesen.

Aus Zentralafrika tauchen seit einem Jahr immer wieder Missbrauchsvorwürfe gegen ausländische Soldaten auf. Im April wurde bekannt, dass französische Blauhelme in einem Lager nahe der Hauptstadt Bangui zwischen Dezember 2013 und Juni 2014 mehrere Kinder im Alter zwischen neun und 13 Jahren missbraucht haben sollen.

Das muslimische Rebellenbündnis Séléka hatte im März 2013 den damaligen Staatschef François Bozizé gestürzt. Der Putsch zog das Land in eine Spirale der Gewalt zwischen muslimischen und christlichen Milizen. Nach der militärischen Intervention Frankreichs in seiner ehemaligen Kolonie Ende 2013 folgte im September 2014 der UN-Blauhelmeinsatz. Die Minusca-Truppe umfasst mehr als zehntausend Soldaten.

brt/AFP

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