US-Präsidentschaftskandidat Romney würde israelischen Angriff auf Iran dulden

Mitt Romney würde einen israelischen Alleingang gegen Iran respektieren, sagte einer seiner Berater am Sonntag in Jerusalem. Ein solcher Standpunkt würde das außenpolitische Profil des US-Präsidentschaftsbewerbers stärken. Eine offizielle Erklärung wird für den Abend erwartet.

Mitt Romney (l) und Bejamin Netanjahu: "glaubwürdige militärische Abschreckung"
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Mitt Romney (l) und Bejamin Netanjahu: "glaubwürdige militärische Abschreckung"


Jerusalem - Der designierte republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney hat Israel im Konflikt mit dem Iran den Rücken gestärkt. Bei seinem Besuch am Sonntag in Jerusalem sagte Romney, er habe Verständnis für die Sorge des Landes über eine atomare Bewaffnung des Iran. "Auch wir halten es für nicht hinnehmbar, sollte der Iran zu einer Atomwaffennation werden", sagte der konservative Politiker vor einem Treffen mit dem israelischen Präsidenten Schimon Peres.

Mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu sprach Romney nach Angaben des israelischen Rundfunks darüber, "welche weiteren Schritte wir unternehmen können, um den Iran von seinem nuklearen Wahnsinn abzuhalten". Netanjahu antwortete demnach, der Iran werde sich nur durch "glaubwürdige militärische Abschreckung" in Verbindung mit Sanktionen bewegen. Sanktionen und Diplomatie allein hätten am iranischen Atomprogramm nichts ändern können.

Nach Informationen der "New York Times" wird damit gerechnet, dass Romney noch am Sonntag in einer außenpolitischen Erklärung ein Recht Israels auf einen Präventivschlag gegen den Iran unterstützen werde. "Sollte Israel im Alleingang Maßnahmen ergreifen müssen, um den Iran an der Entwicklung von nuklearen Fähigkeiten zu hindern", dann werde Romney diese Entscheidung respektieren, sagte dessen außenpolitischer Berater Dan Senor.

In einer schriftlichen Erklärung hieß es später Romney hoffe, dass diplomatische Schritte und Sanktionen ausreichten, um den Iran von seinem Kurs abzubringen. Es dürfe aber keine Option ausgeschlossen werden.

Der designierte republikanische Präsidentschaftskandidat, der bei der Präsidentschaftswahl im November gegen Amtsinhaber Barack Obama gewinnen will, absolviert derzeit eine Auslandsreise, um sein außenpolitisches Profil zu schärfen. Washington und seine westlichen Verbündeten sind davon überzeugt, dass Teheran entgegen allen Versicherungen heimlich an der Herstellung von Atomwaffen arbeitet.

mak/AFP



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