Nach Rettung auf hoher See Containerschiff mit Flüchtlingen legt in Italien an

Seit Tagen warten im Mittelmeer mehrere Schiffe mit Hunderten Flüchtlingen auf Erlaubnis, einen Hafen anzulaufen. Nun durfte ein Frachter in Italien anlegen. Die Situation der "Lifeline" bleibt indes ungewiss.

"Alexander Maersk" vor Sizilien
DPA

"Alexander Maersk" vor Sizilien


Das dänische Containerschiff "Alexander Mærsk" mit mehr als hundert Migranten an Bord hat nach tagelangem Warten in Italien angelegt. Der Bürgermeister der sizilianischen Stadt Pozzallo hatte zuvor italienischen Nachrichtenagenturen erklärt, Innenminister Matteo Salvini habe die Hafeneinfahrt des Schiffes erlaubt.

"Wir werden diese Menschen mit der gleichen Menschlichkeit wie immer aufnehmen", sagte Roberto Ammatuna. "Heute ist ein wichtiger Tag, weil sich (...) gezeigt hat, dass die Solidarität immer noch ein verbreitetes Gefühl ist."

Das Schiff der Reederei Mærsk hatte in der Nacht zu Freitag die Migranten im Mittelmeer aufgenommen und die vergangenen Tage auf die Erlaubnis gewartet, anlegen zu dürfen. Ein Reedereisprecher hatte zuvor gesagt, das Containerschiff sei nicht für diese hohe Anzahl von Menschen gemacht. "Diese Situation erfordert eine Lösung in Minuten und Stunden, nicht in Tagen."

Die Lage an Bord der "Lifeline" verschlechtert sich

Salvini, Chef der rechten Lega, will vor allem Hilfsorganisationen die Häfen in Italien versperren. Seit Donnerstag harren etwa 230 Migranten und 17 deutsche Besatzungsmitglieder auf dem Schiff "Lifeline" der Dresdner Organisation Mission Lifeline aus. Kein Land hat sich bisher bereit erklärt, die "Lifeline" aufzunehmen. Salvini und auch der Chef der mitregierenden Fünf-Sterne-Bewegung, Luigi Di Maio, sagten, wenn die "Lifeline" in Italien anlege, werde das Schiff sofort beschlagnahmt und die Besatzung festgenommen. Malta und Spanien hatten es ebenfalls abgelehnt, das Boot anlegen zu lassen.

Für Dienstag ist schlechtes Wetter angekündigt - was die Lage der Menschen an Bord noch prekärer machen würde. Um Mitternacht schrieben die Helfer auf ihrem Twitter-Account: "Gerade eben musste der Erste wegen eines medizinischen Notfalls von der 'Lifeline' evakuiert werden." Auch für alle anderen Menschen an Bord würden sich die Bedingungen zusehends verschlechtern.

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ans/aar/dpa/AFP



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