Mittelmeer Griechisches Kriegsschiff kollidiert mit türkischem Frachter

Südlich von Lesbos ist es zu einem Zusammenstoß zwischen einem griechischen Kanonenboot und einem türkischen Frachter gekommen - wieder mal. Der Streit um die Hoheitsrechte in der Ägäis geht weit zurück.

Türkisches Patrouillenboot vor Imia-Inseln
AP

Türkisches Patrouillenboot vor Imia-Inseln


Ein Kanonenboot der griechischen Kriegsmarine und ein türkischer Frachter sind leicht seitlich kollidiert. Bei dem Zwischenfall südöstlich der griechischen Insel Lesbos sei niemand verletzt worden, teilte das Verteidigungsministerium in Athen mit. Auch seien keine nennenswerten Schäden an den Schiffen entstanden.

Das Kanonenboot "Armatolos" war als Teil einer Nato-Operation auf Patrouille. Der Frachter bewegte sich nach dem Zwischenfall in Richtung der nahe gelegenen türkischen Küste. Er habe nach Angaben der griechischen Marine nicht auf Kommunikation durch das Kanonenboot reagiert.

Es ist der dritte Zwischenfall dieser Art seit Jahresbeginn. Im Januar war es zu einer seitlichen Kollision zwischen Booten der Küstenwachen der beiden Nato-Staaten gekommen. Im Februar hatte ein türkisches Patrouillenboot ein griechisches Boot der Küstenwache gerammt. Auch damals war niemand verletzt worden.

Die beiden Nachbarstaaten streiten sich seit Jahrzehnten um Hoheitsrechte in der Ägäis. 1996 hatte der Streit um die unbewohnten Felseninseln Imia (türkisch: Kardak) die beiden Nato-Staaten an den Rand eines Krieges gebracht. Ein bewaffneter Konflikt wurde im letzten Moment nach einer diplomatischen Intervention der USA abgewendet. Seitdem bemühen sich Athen und Ankara um Entspannung.

aev/dpa



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