Mittelmeer Seehofer bietet Aufnahme von 50 Flüchtlingen an

Beim Streit über die Verteilung von Bootsflüchtlingen vor Malta sieht Horst Seehofer jetzt die EU-Kommission am Zug. Deutschland sei bereit, 50 Migranten aufzunehmen, kündigte der Innenminister an.

Rettungsschiffe "Professor Albrecht Penck" (vorn) und "Sea-Watch 3"
ALEXANDER DRAHEIM/SEA-EYE HANDOUT/EPA-EFE/REX

Rettungsschiffe "Professor Albrecht Penck" (vorn) und "Sea-Watch 3"


Trotz dramatischer Berichte über die Zustände an Bord von zwei blockierten Rettungsschiffen im Mittelmeer gibt es noch keine Lösung für die insgesamt 49 Flüchtlinge auf der "Professor Albrecht Penck" und der "Sea-Watch 3". Von beiden Schiffen aus ist die maltesische Küste sichtbar - doch anlegen dürfen sie dort bislang nicht. Die maltesische Regierung fordert von der EU als Gegenleistung eine Verteilung von knapp 250 Flüchtlingen, die bereits auf Malta sind, auf andere europäische Staaten.

Deutschland ist nach Angaben von Bundesinnenminister Horst Seehofer bereit zur Aufnahme von 50 Bootsflüchtlingen - sieht aber nun die EU-Kommission am Zug. Dies sei auch von den Spitzenvertretern der schwarz-roten Koalition bei einem Treffen am Montagabend bekräftigt worden, sagte der CSU-Politiker. "Ich finde, das ist eine saubere Abwägung zwischen Steuerung der Zuwanderung und Humanität."

Wie ein Sprecher Seehofers sagte, geht es um insgesamt genau 298 Flüchtlinge - 249 davon seien bereits auf Malta. Sie waren um den Jahreswechsel von der maltesischen Küstenwache gerettet worden.

Der Innenminister sagte, Deutschland habe seit Monaten zur Voraussetzung gemacht, dass eine "beachtliche" Zahl von EU-Ländern im Sinne einer gemeinsamen Solidarität mitmache. Dies scheine nun der Fall zu sein. Nun müsse die EU-Kommission in Brüssel entscheiden. Er habe die Verantwortlichen dort gebeten, dass die Frage mit mehr Tempo behandelt werde.

Die Organisation Sea-Watch hatte die Bootsflüchtlinge am 22. Dezember gerettet. Eine Woche später nahm die "Professor Albrecht Penck" der deutschen Organisation Sea-Eye 17 Migranten an Bord. Beide Schiffsbesatzungen bemühen sich seitdem vergeblich um die Erlaubnis, in einem europäischen Hafen vor Anker zu gehen.

als/dpa/AFP



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