Seenotrettung Hunderte Migranten im Mittelmeer aufgegriffen

Im Mittelmeer und im Atlantik sind am Freitag und Samstag rund tausend Migranten aufgegriffen worden, die in die EU wollten. Die libysche Küstenwache allein nahm nach eigenen Angaben 185 Migranten auf - und barg fünf Leichen.

Gerettete Flüchtlinge in Malaga, Spanien
REUTERS

Gerettete Flüchtlinge in Malaga, Spanien


Die Beamten hätten bei zwei Einsätzen Gruppen von 91 beziehungsweise 94 Personen an Land zurückgebracht, sagte ein Sprecher der Küstenwache am Samstag. Die fünf Toten hätten sich mit anderen Personen in einem Schlauchboot befunden, das in Schwierigkeiten geraten sei.

Insgesamt hat die libysche Küstenwache vergangene Woche rund 950 Personen, die nach Italien wollten, an die nordafrikanische Küste zurückgebracht. Die Zahl der Menschen, die vom Westen Libyens aus versuchen, nach Europa zu gelangen, hat seit Juli 2017 aber stark abgenommen, da die Küstenwache mit Unterstützung der Europäischen Union ihre Präsenz deutlich verstärkt hat.

Bis kurz vor die Küste Italiens schaffte es eine Gruppe von 113 Migranten, die von einem Containerschiff aufgenommen wurden. Die "Alexander Maersk" habe auf Bitten der Koordinierungsstelle für Seerettung die Migranten am Freitagmorgen an Bord genommen, sagte ein Sprecher der Reederei. Das Schiff warte jetzt vor Sizilien auf weitere Anweisungen.

In jüngster Zeit hat sich Italien geweigert, Schiffe von Hilfsorganisationen mit aufgegriffenen Migranten in seine Häfen zu lassen. Die Behörden werfen den Helfern vor, die Menschen schon in den Küstengewässern Libyens aufzunehmen und damit den kriminellen Schleppern in die Hände zu spielen.

Spanische Seenotretter nahmen am Freitag und Samstag fast 600 Migranten auf. 449 seien in 20 Schlauchbooten im Mittelmeer unterwegs gewesen, teilte der Rettungsdienst mit. Weitere 129 hätten versucht, mit einem Holzfloß von Westafrika auf die Kanaren zu gelangen.

Am Sonntag beraten 16 Staats- und Regierungschefs der EU bei einem Minigipfel in Brüssel, was die EU gegen die Migration vor allem aus Afrika unternehmen soll.

itz/Reuters



© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.