Mittelmeer Israel kapert Frachter mit Waffen für Hisbollah

Erfolg im Kampf gegen die Hisbollah: Die israelische Marine hat ein Containerschiff aufgebracht, das mit Waffen für die radikal-islamische Miliz beladen war. Die Munition war nach Angaben des Militärs als zivile Fracht getarnt.

Mit Waffen beladener Frachter im Hafen von Aschdod: Schmuggel an Hisbollah verhindert
AFP

Mit Waffen beladener Frachter im Hafen von Aschdod: Schmuggel an Hisbollah verhindert


Jerusalem - Das Spezialkommando der israelischen Kriegsmarine hat den mit Waffen beladenen Frachter rund 160 Kilometer vor der Küste Israels aufgebracht. Medienberichten zufolge hat das Containerschiff Raketen und andere Waffen aus Iran geladen, die für Syrien oder die libanesischen Hisbollah-Miliz bestimmt gewesen sein sollen. Die Waffen und die Munition seien als zivile Fracht getarnt und in Containern versteckt gewesen, sagte eine Armeesprecherin. An Bord hätten sich unter anderem Luftabwehrraketen und Panzerfäuste befunden. Das Schiff sei unter der Flagge des Karibikstaats Antigua gefahren.

Aus Militärkreisen verlautete ebenfalls, das Schiff sei in den Hafen von Aschdod südlich von Tel Aviv geschleppt worden.

Nach Informationen der israelischen Fernsehsender war das Schiff von Iran aus über den Jemen und Sudan in Richtung Mittelmeer gelangt. Dem Einsatz einer israelischen Spezialeinheit seien Geheimdienstinformationen vorausgegangen. Eine israelische Armeesprecherin wollte diese Angaben unter Hinweis auf die noch andauernde Untersuchung der Besatzung nicht bestätigen. Der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak erklärte, der Fang des Frachters sei ein weiterer Erfolg im Kampf gegen Waffenschmuggler.

US-Kongress kritisiert Uno-Bericht zum Gaza-Krieg als unfair

Bereits zum zweiten Mal hat Israel damit ein Schiff mit Waffen abfangen können. Im Januar 2002 stürmten israelische Streitkräfte im Roten Meer ein Schiff, das nach Militärangaben 50 Tonnen Waffenmaterial für militante Palästinenser im Gaza-Streifen transportierte.

Die radikal-islamische Hisbollah hatte 2006 einen Krieg gegen Israel geführt. Seither rüstet die Hisbollah nach Angaben israelischer Regierungsvertreter wieder auf. Damals hatte sie rund 4000 Raketen auf Israel abgefeuert.

Unterdessen hat der US-Kongress den Uno-Bericht zur israelischen Offensive im Gaza-Streifen als unausgewogen, falsch und unfair kritisiert. Der Bericht, der sowohl den israelischen Streitkräften als auch palästinensischen Extremisten Kriegsverbrechen vorwirft, sei es nicht wert, weiter erörtert zu werden, hieß es in einer Resolution, die die Abgeordneten am Dienstag mit 344 zu 36 Stimmen verabschiedeten. Sie forderten US-Präsident Barack Obama und Außenministerin Hillary Clinton auf, sich eindeutig jeglicher Billigung des Berichts zu widersetzen.

Clinton verdeutlicht amerikanische Haltung zu Israels Siedlungspolitik

Die Uno-Vollversammlung wollte am heutigen Mittwoch über den Goldstone-Bericht beraten. Darin heißt es, Israel habe während der Offensive im Gaza-Streifen unverhältnismäßige Gewalt eingesetzt. Es seien willkürlich Zivilpersonen angegriffen und zivile Infrastruktur zerstört worden. Bewaffneten palästinensischen Gruppen und der Hamas wird vorgeworfen, vorsätzlich israelische Zivilpersonen angegriffen und Raketen auf südisraelische Grenzorte abgefeuert zu haben. Es wurde erwartet, dass die Vollversammlung die Resolution annimmt. Dies hätte allerdings keine gesetzlich bindende Wirkung, im Gegensatz zu Resolutionen, die der Sicherheitsrat beschließt.

Während der Kämpfe vom 27. Dezember bis 18. Januar wurden 13 Israelis und rund 1400 Palästinenser getötet, darunter mehrere hundert Zivilpersonen.

US-Außenministerin Hillary Clinton hat bei einem Treffen mit dem ägyptischen Staatschef Husni Mubarak derweil die Haltung ihrer Regierung zum Bau jüdischer Siedlungen im Westjordanland verdeutlicht. Die US-Regierung könne die Siedlungen nicht als legitim akzeptieren und strebe "für immer" die Einstellung der Bautätigkeit an, sagte Clinton in Kairo.

Die israelische Bereitschaft zu Zurückhaltung beim Siedlungsbau sei aber "ein positiver Schritt nach vorn", fügte Clinton hinzu. Mehrere arabische Regierungen hatten sich nach den Gesprächen der US-Außenministerin am Wochenende in Jerusalem besorgt geäußert, dass Washington seine Position in diesem Konflikt geändert haben könnte. Clinton sagte später, die israelische Haltung gehe zwar nicht weit genug. Zugleich deutete sie aber an, die Palästinenser sollten von ihrer Position abrücken, erst nach einer völligen Einstellung des Siedlungsbaus neue Friedensverhandlungen aufnehmen zu wollen.

anr/dpa/AP/Reuters



Forum - Wie umgehen mit der Siedlungspolitik Israels?
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smallbrother 12.08.2009
1.
Die Weltgemeinschaft muss Israel mit aller Deutlichkeit in die Schranken weisen; ggfls. Finanzhilfen einstellen. Die jahrzehntelange Gewaltspirale muss sofort unterbrochen werden. Es muss die Zwei-Staaten-Lösung erreicht werden. Dabei muss sicher gestellt werden, dass das selbstständige Palästina wirtschaftlich auf die Beine kommt (inkl. Zugang zu den Trinkwasserressourcen aus den Golanhöhen).
Palmstroem, 12.08.2009
2. Altes Thema, neuer Thread
Zitat von sysopDie jüdischen Siedlungen in Jerusalem haben die Beziehungen zwischen Israel und den USA schwer belastet. Jüngster Fall ist st die Genehmigung neuer Siedlungsbauten in dem Ort Gilo, der auf arabischem Boden liegt. Wie soll Ihrer Meinung nach die internationale Gemeinschaft reagieren?
Und zum xten-mal wieder die Chance für Antizionisten, sich über dieses Thema auszuschleimen. Die jüdischen Siedlungen sind allenfalls ein Punkt in eventuellen Friedensverhandlungen. Aber die wird es erst geben, wenn die Palästinenser sich einig werden und endlich das Existenzrecht Israels anerkennen. Bis dahin wird noch viel Wasser den Jordan hinunterfließen und manch neuer US-Präsident/in im Amt sein!
Emil Peisker 12.08.2009
3. ...wieder ein "rechter" Mann ins Oval Office einzieht
Zitat von PalmstroemUnd zum xten-mal wieder die Chance für Antizionisten, sich über dieses Thema auszuschleimen. Die jüdischen Siedlungen sind allenfalls ein Punkt in eventuellen Friedensverhandlungen. Aber die wird es erst geben, wenn die Palästinenser sich einig werden und endlich das Existenzrecht Israels anerkennen. Bis dahin wird noch viel Wasser den Jordan hinunterfließen und manch neuer US-Präsident/in im Amt sein!
Lieber Palmstroem Wenn die Israelis erfolgreich, wie schon seit 40 Jahren, sich zum Friedensprozess bekennen, aber in der Praxis weiter ungerührt den Raum besiedeln, der für einen Palästineserstaat benötigt wird, und zunehmend der amerikanischen Forderung nach Siedlungsstopp und der Option der Rückgabe der besiedelten Gebiete widersprechen, wird es irgendwann auf einen Kulminationspunkt zulaufen, der von keiner amerikanischen Regierung ignoriert werden kann. Die Hoffnung der israelischen Hardliner, dass nach Obama bald wieder ein "rechter" Mann ins Oval Office einzieht, und der dann die Israelis gewähren lässt, ist wohl trügerisch. Es kann auch so kommen, dass die jetzige israelische Regierung ihre Glaubwürdigkeit in Sachen Friedenprozess so klar verspielt, dass dieser Schaden für lange Zeit das Verhältnis zu den USA beschädigt. Die Einstellung von Subventionen sind dann noch der geringste Schaden um den sich Tel Aviv Sorgen machen muss. Gruß Emil
schlechtmensch 12.08.2009
4. Wie reagieren?
Zitat von sysopDie jüdischen Siedlungen in Jerusalem haben die Beziehungen zwischen Israel und den USA schwer belastet. Jüngster Fall ist st die Genehmigung neuer Siedlungsbauten in dem Ort Gilo, der auf arabischem Boden liegt. Wie soll Ihrer Meinung nach die internationale Gemeinschaft reagieren?
Unterschreiben: http://www.standupforjerusalem.org/index.php?action=list_articles&id=3 http://www.ipetitions.com/petition/standupforjerusalem/
alfredoneuman 12.08.2009
5.
Zitat von Emil PeiskerLieber Palmstroem Wenn die Israelis erfolgreich, wie schon seit 40 Jahren, sich zum Friedensprozess bekennen, aber in der Praxis weiter ungerührt den Raum besiedeln, der für einen Palästineserstaat benötigt wird, und zunehmend der amerikanischen Forderung nach Siedlungsstopp und der Option der Rückgabe der besiedelten Gebiete widersprechen, wird es irgendwann auf einen Kulminationspunkt zulaufen, der von keiner amerikanischen Regierung ignoriert werden kann. Die Hoffnung der israelischen Hardliner, dass nach Obama bald wieder ein "rechter" Mann ins Oval Office einzieht, und der dann die Israelis gewähren lässt, ist wohl trügerisch. Es kann auch so kommen, dass die jetzige israelische Regierung ihre Glaubwürdigkeit in Sachen Friedenprozess so klar verspielt, dass dieser Schaden für lange Zeit das Verhältnis zu den USA beschädigt. Die Einstellung von Subventionen sind dann noch der geringste Schaden um den sich Tel Aviv Sorgen machen muss. Gruß Emil
Bei dem was Sie hier in die Form eines besorgten Beitrags kleiden, handelt es sich offensichtlich um Ihr Wunschdenken. Obama wird nicht auf biegen und brechen versuchen, Dinge durchzusetzen, die einzig allein auf Kosten Israels gehen würden. Das Thema Siedlungen ist wichtig, aber soweit man erkennen kann, ist es ein taktisch Manöver von Obama die Sache aufzubauschen, denn auch die andere Seite, die Palaestinensiche muss liefern, bloss haben die es offensichtlich nicht begriffen wie das Spiel laeuft. Nachdem PLO-Parteitag, und den masslosen Forderungen die dort mal wieder formuliert worden sind, kann Obama nicht davon ausgehen, dass von den Palaestinensern irgendetwas Konstruktives zu erwarten ist, also wird er irgendeinen Plan B aus der Schublade holen müssen, der nicht den grossen aber unmörglichen Wurf anvisiert, sondern darauf hinauslaeuft das Ganze geschehen zu daempfen und auf bessere Zeiten zu hoffen, so wie alle die mal mit grossen Illusionen im NO angetreten sind. Wobei ich bei Obama fast sicher bin, dass er niemals welche hatte, er wird sich einfach gesagt haben, ich versuchs mal mit Israel-Bashing, vielleicht hilft das ja, aber auch das hilft nicht, er wird es wohl schon bemerkt haben.
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