Infografik der Woche Meer des Todes

Die Boote sind nicht seetauglich, dazu oft überladen: Die Fahrt über das Mittelmeer endet für viele Flüchtlinge tödlich. Die Infografik der Woche zeigt: Nirgendwo starben 2015 so viele Migranten wie an Europas Außengrenzen.


Statista, SPIEGEL ONLINE

In der Flüchtlingskrise steht Europa vor gewaltigen Aufgaben: Beinahe 414.000 erstmalige Asylbewerber zählte die europäische Statistikbehörde Eurostat von Juli bis September 2015, fast doppelt so viele wie im zweiten Quartal. Und bis Jahresende könnten die Zahlen weiter steigen.

Wie prekär die Lage an den Außengrenzen ist, zeigt die aktuelle Statistik des Missing Migrants Projects der Internationalen Organisation für Migration (IOM). Mehr als 3670 Flüchtlinge sind demnach in diesem Jahr allein im Mittelmeer ums Leben gekommen, rund 140 weitere in anderen Teilen Europas.

Die Infografik der Woche von Statista und SPIEGEL ONLINE zieht den Fokus noch weiter auf. Auch im globalen Vergleich starben in keiner Region so viele Flüchtlinge wie bei dem Versuch, das Mittelmeer in Richtung Europa zu überwinden. Insgesamt sind für 2015 laut dem Missing Migrants Project 5085 Todesfälle bekannt.

Flüchtlinge vor der griechischen Insel Lesbos Anfang Dezember 2015
AP/dpa

Flüchtlinge vor der griechischen Insel Lesbos Anfang Dezember 2015

Im Vergleich der Monatswerte fällt der vergangene April besonders ins Auge, als mehrere große Flüchtlingsboote auf dem Weg nach Italien kenterten. Mindestens 1244 Menschen kamen dabei ums Leben. Auch die Flüchtlingskrise in Südostasien im Frühjahr zeichnet sich mit 333 bekannten Todesfällen im Mai deutlich in der globalen Statistik ab.

Insgesamt wurden im Mittelmeer über 72 Prozent der weltweiten Todesfälle unter Flüchtlingen registriert, lediglich rund 15 Prozent in Südostasien. Am dritthäufigsten taucht die Grenze zwischen den USA und Mexiko in der Statistik auf. Hier starben seit Januar mindestens 223 Migranten.


Mehr Infografiken der Woche finden Sie auf der Themenseite.

agr/che



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