Migration Spanien ist neues Hauptziel für Flüchtlinge

Die Zahl der Migranten, die in Italien ankommen, ist deutlich gesunken. Dafür gewinnt die westliche Mittelmeerroute an Bedeutung. Bis Mitte Juli sind etwa 18.000 Menschen über Nordafrika nach Spanien gelangt.

Zurückgelassenes Schlauchboot
DPA

Zurückgelassenes Schlauchboot


Bisher war vor allem Italien das Ziel für Flüchtlinge, die übers Mittelmeer nach Europa kamen. Nun wählen Migranten immer häufiger eine andere Route: Nach Einschätzung der Internationalen Organisation für Migration (IOM) hat sich Spanien zum neuen Hauptanlaufpunkt entwickelt. Bis Mitte Juli seien dort 18.000 Männer, Frauen und Kinder über die westliche Mittelmeerroute angekommen, teilte die IOM mit.

Zusätzlich hätten fast 3000 Migranten versucht, über die in Nordafrika gelegenen spanischen Gebiete Melilla und Ceuta einzureisen. Damit habe sich die Zahl der Flüchtlinge auf der westlichen Mittelmeerroute im Vergleich zum Vorjahreszeitraum fast verdreifacht und übertreffe nun die Ankünfte in Italien und Griechenland.

In Italien seien in diesem Jahr etwa 80 Prozent weniger Flüchtlinge angekommen als in den ersten sieben Monaten 2017, hieß es. Die Behörden zählten noch 17.800 Ankünfte. Italiens neue Populisten-Regierung fährt seit Wochen einen harten Kurs in der Flüchtlingspolitik.

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In Griechenland steigt nach IOM-Angaben die Zahl der Migranten wieder und liegt in diesem Jahr bisher bei 14.700. Insgesamt sind den Angaben zufolge bis Mitte Juli knapp 51.000 Menschen übers Mittelmeer nach Europa gekommen. 2017 waren es noch 110.000, 2016 gar 241.000. Die IOM schätzt die Zahl der in diesem Jahr bei der Überfahrt ertrunkenen Menschen auf knapp 1500.

asc/dpa

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