Innovationsprogramm für US-Armee Frieden schaffen mit noch besseren Waffen

Roboter, Drohnen, Überschallraketen: US-Verteidigungsminister Hagel kündigt ein Modernisierungsprogramm an, wie die es die Welt seit der Einführung der Atomwaffen nicht gesehen hat - um die militärische Überlegenheit zu erhalten.

Ein US-Militär steuert Drohnen aus einem Einsatzzentrum in Arizona
AFP

Ein US-Militär steuert Drohnen aus einem Einsatzzentrum in Arizona


Simi Valley - Diese Reform soll die US-Streitkräfte völlig verändern: Um den Vorsprung in der Militärtechnik nicht an Länder wie China oder Russland zu verlieren, hat US-Verteidigungsminister Chuck Hagel angekündigt, dass die amerikanische Armee umfassend modernisiert werden soll. Die USA könnten laut Hagel nicht davon ausgehen, dass die im Kalten Krieg erworbene militärische Überlegenheit automatisch erhalten bleibe.

"Während wir in zwei Kriege verwickelt waren, haben potenzielle Konkurrenten ihre Armeen modernisiert", so Hagel. Trotz gekürzter Haushaltsbudgets und 13 Jahren Krieg wollen die USA nun dafür sorgen, ihre militärische Überlegenheit auszubauen oder zumindest zu behalten. Sonst würde die Welt instabiler und gefährlicher werden, so Hagel, und zwar "weitaus bedrohlicher für Amerika und seine Bewohner als der Zweite Weltkrieg".

Die Modernisierung läuft unter dem Namen "Defense Innovation Initiative". In diesem Rahmen sollen etwa die Robotertechnik, die Miniaturisierung oder die Datenverarbeitung weiterentwickelt werden, sagte Hagel am Samstag auf einer Konferenz in der Nähe von Los Angeles. Andere Beamte aus dem Verteidigungsapparat teilten laut Nachrichtenagentur AP mit, die Prioritäten seien unter anderem Langstrecken- und Überschallwaffen, erweiterte Programme zur Internetsicherheit sowie unbemannte Waffensysteme.

Unis und Unternehmen sollen neue Techniken entwickeln

Hagel kündigte an, sein Ministerium werde nun auf Unternehmen und Universitäten zugehen, um die Vorhaben voranzutreiben. Er erwarte, dass die Pläne zu einem ähnlichen technischen Sprung wie Atomwaffen in den Fünfzigerjahren, Präzisionswaffen und Tarnkappentechnik in den Siebzigerjahren führen würden, sagte Hagel.

"In naher Zukunft werden die hellsten Köpfe aus der Regierung und von außerhalb eingeladen, mit einem weißen Blatt Papier anzufangen und dann festzulegen, welche Technologien und Systeme in den kommenden drei bis fünf Jahren entwickelt werden müssen", sagte Hagel laut "Wall Street Journal".

Wie viel Geld für die neue Technik ausgegeben werden soll, sagte Hagel nicht. Die Initiative werde sich aber im Laufe der Zeit immer deutlicher auf den Etat seines Ministeriums auswirken.

Moskau hatte kürzlich angekündigt, bis Jahresende eine neue Militärdoktrin zu veröffentlichen. Westliche Staaten hatten zuletzt russische Luftwaffenübungen als außergewöhnlich intensiv wahrgenommen. Und China holt seit Jahren mit Riesenschritten auf. Anfang des Jahres soll die Volksbefreiungsarmee eine Hyperschall-Rakete getestet haben.

lgr/Reuters/AP



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 80 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
michi.spon 16.11.2014
1. Frieden durch Waffen
Der Artikel liest sich ie ein Loblied auf die USA, ich sage: PERVERS Ist euch nichts mehr heilig?
kanadasirup 16.11.2014
2. Realsatire
Angesichts der Kriege (Vietnam, Irak, Arabischer Frühling), die die USA in letzter Zeit angezettel haben ist der Titel doch wohl als Realsatire gemeint oder? Die USA schaffen keinen Frieden, sondern Kriege die ihren Interessen dienen. Bezeichnend, dass der Verteidigungsminister von "Konkurrenten" spricht, die es zu übertrumpfen gilt. Hört sich an wie eine Verkaufskampagne von Walmart. Wahrscheinlich denkt der auch so. Wann wird eigentlich das Verteidigungsministerium offiziel in Friedensministerium umbenannt? Kommt Neusprech auch bald?
bochedu31 16.11.2014
3. Früher...
hatte ich beim Lesen von Spiegel/SPON Artikeln immer einen ironischen Unterton gehört, scheinbar war der nur reininterpretiert. Titel und Inhalt widersprechen sich hier.
tommit 16.11.2014
4. Demokratie
mit 200 Millionen von dann 8 Milliarden.. Aber vielleicht lässt sich das auch wegargumentieren ohne das Renommee zu verlieren.... Es ist auch unverschömt sich an seinen eigenen, kommunizierten Ansprüchen messen zu lassen...
robert.c.jesse 16.11.2014
5. In God we trust!?
Nachdem die Lager mit den NEU inszenierten Kriegen leer geräumt sind, da es billiger ist, das tödliche Zeug in den Wüsten abzuwerfen, als "legal" zu entsorgen, werden sie mit der neuen Generation der Tötungsindustrie wieder aufgefüllt. Zu fast 100% aus Steuergeldern finanziert, muss immer wieder ein Angstszenario aufgebaut werden, damit der Bürger um seine "Nationale Sicherheit" fürchtet." Der Frieden ist der Feind der Waffenindustrie. Das Volk wird "dumm" gehalten, damit es manipulierbar bleibt. Dieses Spiel der Macht und des Mordens, dient nur den Wenigen, die sich in ihren Elfenbeintürmen oder sonst wo, den Kaviar aufs Brot schmieren lassen... In God we trust!
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.