Deutsch-Syrer Mohammed Zammar offenbar in Syrien festgenommen

Mohammed Haydar Zammar soll eine Kontaktperson der Attentäter vom 11. September 2001 gewesen sein. Nun wurde der Deutsch-Syrer einem Bericht zufolge in Syrien festgesetzt.


Der Hamburger Mohammed Haydar Zammar ist nach kurdischen Angaben in Syrien festgenommen worden. Er befinde sich in der Gewalt kurdischer Kämpfer im Norden Syriens und werde nun verhört, sagte ein ranghoher Kommandeur der Nachrichtenagentur AFP.

Das Auswärtige Amt in Berlin und das Pentagon in Washington machten am Mittwoch keine Angaben zur Festsetzung Zammars. Es hieß, dies werde geprüft.

Zammar lebte zur gleichen Zeit in Hamburg wie Mitglieder der Terrorzelle um Mohammed Atta, dem er Kontakt zur Qaida-Führungsspitze in Afghanistan verschafft haben soll. Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 wurde Zammar von der deutschen Polizei wegen seiner Verbindungen zu Osama Bin Laden überwacht, dann auf einer Reise nach Marokko von der CIA entführt und nach Syrien verschleppt. 2007 verurteilte ihn dort ein Gericht zu zwölf Jahren Haft wegen Mitgliedschaft bei der verbotenen Muslimbruderschaft.

2013 ließ das syrische Regime Zammar im Zuge eines Gefangenenaustauschs mit islamistischen Aufständischen frei. Später schloss er sich offenbar der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) an. Ob Zammar aktiv als Mitglied einer extremistischen Gruppe in Syrien gekämpft hat, sagte der Kurdenkommandeur am Mittwoch laut AFP nicht.

Das Schicksal des Deutsch-Syrers war auch Thema eines Untersuchungsausschusses des Bundestags. Es bestand der Verdacht, dass die deutschen Stellen zu wenig taten, um einen Staatsbürger vor Willkür und Folter zu schützen. 2008 hatte der damalige Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier vor dem Ausschuss vehement zurückgewiesen, die Bundesregierung habe die Verschleppung Zammars durch den US-Geheimdienst CIA in Kauf genommen.

aar/AFP



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Milli_Teskilati 19.04.2018
1. Keinesfalls an die USA ausliefern
denn dort verschwindet er auf Nimmer Wiedersehen in irgendeinem Lager wie Guantanamo. Er ist vielleicht die letzte Chance, Licht in das Dunkel der Ereignisse rund um 9/11 zu bringen. Russland müsste ihn dort herausholen.
recepcik 19.04.2018
2. Ich verstehe nicht
Warum sich unsere Regierung Sorgen um einen islamistischen Terroristen macht. Wie man im Artikel liest ist dieser Mann unbelehrbar. Er hat sich nach der Freilassung im Jahr 2014 dem IS angeschlossen. Wir sollten froh sein, daß wir ihn losgeworden sind. Von mir aus können ihn die USA auch nach Guantanamo überführen.
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