Angst vor Unruhen Frankreich verbietet Proteste gegen Mohammed-Karikaturen

Die französische Regierung will das Risiko von Ausschreitungen im eigenen Land minimieren - und untersagt deshalb sämtliche Demonstrationen gegen die umstrittenen Mohammed-Karikaturen. Inzwischen erreicht die Protestwelle auch Deutschland. Die Polizei ist in mehreren Städten in Alarmbereitschaft.

Redaktionsgebäude von "Charlie Hebdo": Viel Polizei in Paris unterwegs
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Redaktionsgebäude von "Charlie Hebdo": Viel Polizei in Paris unterwegs


Paris - Frankreich hat am Freitag alle öffentlichen Demonstrationen gegen die umstrittenen Mohammed-Karikaturen einer Satirezeitung verboten. Es werde keine Ausnahmen geben, sagte Innenminister Manuel Valls. Bereits Mitte der Woche hatte er entsprechende Maßnahmen angekündigt.

Auch der größte französische Muslimenverband CFCM rief dazu auf, nicht auf die Straße zu gehen. "Jeder Protest könnte missbraucht werden und wäre kontraproduktiv", sagte Verbandspräsident Mohammed Moussaoui dem Rundfunksender RFI. In Paris war die Polizei an zentralen Orten zu sehen, hielt sich jedoch im Hintergrund.

Nach den tödlichen Protesten gegen einen in den USA produzierten Mohammed-Schmähfilm hatte das französische Satireblatt "Charlie Hebdo" am Mittwoch Karikaturen über den islamischen Propheten veröffentlicht. Die Auflage von 70.000 Exemplaren war innerhalb von Minuten ausverkauft, inzwischen wurde eine zweite gedruckt.

Aus Furcht vor Gewalt nach den Freitagsgebeten blieben in etwa 20 muslimischen Staaten französische Einrichtungen und Botschaften geschlossen. Polizeibeamte und Soldaten umstellten in mehreren arabischen Ländern französische Einrichtungen, um gewalttätige Proteste zu verhindern. In der libanesischen Hauptstadt Beirut standen am Freitag Militärfahrzeuge neben der französischen Botschaft. Alle französischen Schulen blieben geschlossen. Zusätzlichen Polizeischutz erhielt nach Angaben aus Sicherheitskreisen auch das Grabungshaus der französischen Archäologen im oberägyptischen Luxor.

Vor der französischen Botschaft in Kairo marschierte die Ordnungspolizei auf, nachdem salafistische Gruppen Proteste gegen die Mohammed-Karikaturen des französischen Satiremagazins "Charlie Hebdo" nach dem Freitagsgebet angekündigt hatten. Die Muslimbrüder, die sich selbst gerne als "gemäßigte Islamisten" darstellen, hatten die Zeichnungen, die diese Woche veröffentlicht worden waren, zwar auch scharf kritisiert. Sie haben jedoch nicht zu Protesten aufgerufen. In Tunesien und Ägypten sind die Muslimbrüder an der Regierung beteiligt.

Proteste in Deutschland

Die Protestwelle erreicht nun auch Deutschland. Die Polizei ist in Freiburg und Münster in Alarmbereitschaft. Zu einer angemeldeten Demonstration in Freiburg gegen das in den USA entstandene Schmähvideo erwartete die Polizei für den Nachmittag rund 800 Menschen. In Münster war eine Protestveranstaltung mit 1000 Teilnehmern angemeldet.

Ein Freiburger Polizeisprecher erklärte, die dortige Veranstaltung werde von einem starken Aufgebot an Beamten begleitet. Grund sei die weltweit angespannte Sicherheitslage. Man gehe aber davon aus, dass zu der Versammlung nach dem muslimischen Freitagsgebet alles friedlich bleibe.

Auch in der Münsteraner Innenstadt erwarteten die Beamten für den Abend keine Zwischenfälle bei der Demo "Gegen den religionsbeleidigenden Film im Internet", wie eine Polizeisprecherin sagte.

Zwei Tote in Pakistan

In Pakistan lieferten sich Demonstranten Straßenschlachten mit der Polizei. Dabei kamen am Freitag zwei Menschen ums Leben, zahlreiche weitere wurden verletzt. Wie der Sender DawnNews berichtete, starb bei Unruhen in der südlichen Hafenstadt Karatschi ein Polizist. Tausende Demonstranten hätten dort versucht, zum US-Konsulat zu marschieren und sich heftige Straßenschlachten mit der Polizei geliefert. Zuvor war im nördlichen Peschawar bereits ein Mitarbeiter eines Fernsehsenders getötet worden.

In der Hauptstadt Islamabad durchbrachen unterdessen nach Medienberichten Hunderte aufgebrachte Muslime mehrere Absperrungen rund um das Regierungsviertel. In dem Bereich liegen in einem zusätzlich gesicherten Areal auch westliche Botschaften. Zahlreiche Polizisten und Demonstranten seien verletzt worden. Innenminister Rehman Malik erklärte, die Armee stünde zum Eingreifen bereit.

Auch in der ostpakistanischen Stadt Lahore lieferten sich Hunderte Demonstranten Straßenschlachten mit Sicherheitskräften. Politische und religiöse Gruppen haben in ganz Pakistan zu Protesten gegen den islamfeindlichen Mohammed-Film nach den Freitagsgebeten aufgerufen.

ler/Reuters/dpa

insgesamt 148 Beiträge
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Seite 1
Nevermeind 21.09.2012
1. Vive la France!
Zitat von sysopAPDie französische Regierung will das Risiko für Ausschreitungen im eigenen Land minimieren - und untersagt deshalb sämtliche Demonstrationen gegen die umstrittenen Mohammed-Karikaturen. Inzwischen erreicht die Protestwelle auch Deutschland. Die Polizei ist in mehreren Städten in Alarmbereitschaft. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,857204,00.html
Das ist der richtige Weg, den unsere franzoesischen Freunde da einschlagen. Wer unsere freiheitlichen Demokratien nur nutzt, um fuer deren Abschaffung zu "demonstrieren", sollte hier keine Demonstrationsrecht haben. Punktum. Das ist doch ganz einfach!
KingTut 21.09.2012
2. Hut ab
Zitat von sysopAPDie französische Regierung will das Risiko für Ausschreitungen im eigenen Land minimieren - und untersagt deshalb sämtliche Demonstrationen gegen die umstrittenen Mohammed-Karikaturen. Inzwischen erreicht die Protestwelle auch Deutschland. Die Polizei ist in mehreren Städten in Alarmbereitschaft. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,857204,00.html
Das nennt man eine wehrhafte Demokratie. Hut ab vor den Franzosen. Warum in Deutschland Demonstrationen zugelassen wurden, ist für mich unbegreiflich. Jeder, der diese genehmigt hat, müsste persönlich für die Schäden haftbar gemacht werden, die gewalttätige Moslems anrichten.
rurei 21.09.2012
3. Bildung !
Zitat von sysopAPDie französische Regierung will das Risiko für Ausschreitungen im eigenen Land minimieren - und untersagt deshalb sämtliche Demonstrationen gegen die umstrittenen Mohammed-Karikaturen. Inzwischen erreicht die Protestwelle auch Deutschland. Die Polizei ist in mehreren Städten in Alarmbereitschaft. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,857204,00.html
Wer an einer guten Schule war, hat gelernt: Das Europa in dem wir leben steht auf zwei Beinen: - der griechische Philosophie von Aristoteles bis Plato und - der Aufklärung von Kant bis Voltaire und der französischen Revolution Wenn wir dieses pulverisieren lassen, drehen wir die Zeit 200 bis 2000 Jahre zurück. Dazu: Frankreich verbietet alle öffentlichen Demonstrationen gegen die umstrittenen Mohammed-Karikaturen einer Satire-Zeitung. Es werde keine Ausnahmen geben, so Innenminister Manuel Valls. Es geht nicht anders !
willydilly 21.09.2012
4. Einschreiten statt ausschreiten
Bei Occupy Demonstrationen hat man ankommende Demonstranten vor Frankfurt abgefangen und in andere Städfte umgeleitet. Die Demonstranten durften die frankfurter Innenstadt erst gar nicht betreten. Damals begründet man dies mit der Störung der öffentlichen Ordnung durch die Demonstranten. Nun stehen Demonstrationen von Leuten an die ganz klar auf Ausschreitungen aus sind. Der Hintergrund sind Koran, Prophet und Schariah. Weltweit wurden Menschen bei den so genannten Demonstrationen ermordet. Solche Demos gehören daher verboten. Die Demonstranten verwechseln Glaubensfreiheit mit dem Recht, anderen ihre bigote Moral und Ehtik aufzwingen zu dürfen.
engine87 21.09.2012
5. Meinungsfreiheit
die Zeitung darf ihr Recht ausüben, aber die Muslimen nicht, also wenn das fair oder gerecht ist ??
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