Mohammed-Karikaturen Gericht weist Klagen von Muslimen ab

Ein dänisches Gericht hat die Klage muslimischer Organisationen abgewiesen. Sie wollten wegen des Abdrucks der umstrittenen Mohammed-Karikaturen von der Zeitung "Jyllands Posten" eine Entschädigung.


Kopenhagen- Ein Gericht in Aarhus befand die Verantwortlichen für die Veröffentlichung der Zeichnungen vor einem Jahr für nicht schuldig, den islamischen Glauben herabgesetzt zu haben. Selbst wenn die mit den zwölf Karikaturen erschienenen Texte möglicherweise als Aufruf zu Missachtung und Spott aufgefasst werden könnten, hätten die Karikaturen keinen beleidigenden Charakter, urteilte das Gericht. Dort mussten sich Chefredakteur Carsten Juste von der Zeitung "Jyllands-Posten", in der die Karikaturen erschienen waren, sowie der für die Kulturseiten zuständige Redakteur Flemming Rose verantworten.

Sieben muslimische Organisationen in Dänemark hatten Juste und Rose vorgeworfen, durch die Veröffentlichung der Karikaturen und Texte den Propheten Mohammed beleidigt zu haben. Die Zeichnungen würden die Ehre der Gläubigen kränken, weil der Prophet dabei "kriegslustig und kriminell" dargestellt werde und "eine klare Verbindung zwischen Mohammed, dem Krieg und dem Terrorismus" hergestellt werde, argumentierten die Kläger.

Dieser Sicht schloss sich das Gericht in Aarhus, wo der Sitz der beklagten Zeitung ist, nicht an. Zuvor hatte bereits die Staatsanwaltschaft in zwei Instanzen von islamischen Organisationen eingereichte Klagen abgewiesen, die sich auf den Vorwurf der Verletzung gesetzlicher Vorschriften gegen Gotteslästerung und Rassismus stützten. Die Kläger Hatten Schadenersatz in Höhe von 100.000 Kronen (13.400 Euro) gefordert.

Die Veröffentlichung der Karikaturen Ende September 2005 führte zunächst zu eher verhaltenen Protesten in Dänemark, die sich Anfang 2006 zu einer Welle der Empörung in der islamische Welt ausweiteten. Dabei wurden bei gewaltsamen Ausschreitungen unter anderem mehrere westliche Botschaften verwüstet.

als/AFP/AP



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