Mohammed-Karikaturen Geschäftsmann in USA zu langer Haft verurteilt

Er bestritt bis zum Schluss seine Schuld. Doch ein Gericht in Chicago verurteilte den gebürtigen Pakistaner Rana für einen geplanten Anschlag auf die dänische Zeitung "Jyllands Posten", die die Mohammed-Karikaturen veröffentlicht hatte. Jetzt muss er für 14 Jahre ins Gefängnis.

AP


Chicago - Der aus Pakistan stammende Geschäftsmann Tahawwur Hussain Rana ist in den USA zu 14 Jahren Haft verurteilt worden. Ihm wurde Unterstützung der Islamisten-Organisation Lashkar-i-Toiba vorgeworfen. Das Strafmaß in dem Fall verkündete am Donnerstag ein Gericht in Chicago.

Rana soll an einem Anschlagsplan gegen die dänische Zeitung "Jyllands Posten" beteiligt gewesen sein, die mit Karikaturen des Propheten Mohammed den Zorn islamischer Extremisten auf sich gezogen hatte. Rana, der seine Unschuld beteuert hatte, war bereits im Juni 2011 von einem Geschworenengericht schuldig gesprochen worden, nur das Strafmaß fehlte noch.

Die Anklageschrift des Verfahrens las sich wie das Drehbuch eines Thrillers: Rana stellte demnach sein auf Auswanderer spezialisiertes Reisebüro als Tarnung zur Verfügung, damit ein weiterer Komplize, David Coleman Headley, Anschlagsziele im Auftrag von Lashkar-i-Toiba ungestört ausspähen konnte. Headley sagte in dem Prozess als Kronzeuge aus. Der Sohn eines pakistanischen Diplomaten und einer US-Bürgerin hatte sich im März 2010 schuldig bekannt, um der Todesstrafe zu entgehen. Headley und Rana kennen sich aus einer gemeinsamen Zeit an einer Militärakademie in Pakistan.

In Dänemark gab sich Headley nach eigener Aussage im Herbst 2008 als Vertreter von Ranas Reisebüro aus und sprach in der Anzeigenabteilung von "Jyllands-Posten" vor, um die Räume auszukundschaften. Die Gruppe Lashkar-i-Toiba wollte offenbar das Gebäude stürmen und so viele Mitarbeiter der Zeitung wie möglich enthaupten. Die pakistanische Islamisten-Organisation führte die Pläne allerdings nie aus.

Rana war auch eine Helferrolle im Zusammenhang mit den verheerenden Anschlägen im indischen Mumbai vom November 2008 zur Last gelegt worden, er wurde in diesem Punkt aber nicht schuldig gesprochen.

ler/AFP



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