Moskau-Visite im April Tsipras besucht Putin

Es ist sein erster Moskau-Besuch als griechischer Regierungschef: Alexis Tsipras wird Anfang April eine Einladung des russischen Präsidenten Putin annehmen.

Premier Tsipras: Reise nach Moskau
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Premier Tsipras: Reise nach Moskau


Athen/Moskau - Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras trifft sich in drei Wochen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in Moskau. Tsipras werde am 8. April auf Einladung Putins in die russische Hauptstadt reisen, teilte ein griechischer Regierungsvertreter am Dienstag mit.

Es ist das erste Mal, dass Tsipras seit seiner Wahl zum Regierungschef im Januar nach Moskau fährt. Eigentlich hatte er die Reise erst einen Monat später geplant. Bisher war eigentlich geplant, dass Tsipras erst Anfang Mai anlässlich des 70. Jahrestages des Sieges über Nazi-Deutschland nach Moskau fliegt.

Zu den Themen des Treffens im April wurden keine Angaben gemacht. In Europa wird spekuliert, dass die griechische Regierung bei der Ukraine-Politik der EU ausscheren könnte, um sich im Gegenzug finanzielle Unterstützung aus Moskau zu sichern. Die EU und die USA haben eine Reihe von Sanktionen gegen Russland verhängt, weil sie Putin vorwerfen, die Separatisten im Osten der Ukraine militärisch zu unterstützen. Die Regierung in Moskau weist dies zurück.

Die Strafmaßnahmen setzen der russischen Wirtschaft zu. Es ist Tsipras' erster Moskau-Besuch seit seiner Wahl zum Regierungschef im Januar.

Tsipras unterhält enge Verbindungen nach Russland. Am Tag nach dem Wahlsieg seiner Syriza empfing der Linkspolitiker Tsipras als ersten ausländischen Diplomaten Andrey Maslow, russischer Botschafter in Griechenland.

Sonder-Fünfer-Treffen?

Angesichts der angespannten Finanzlage Griechenlands plant EU-Ratspräsident Donald Tusk ein Extratreffen am Rande des Frühjahrsgipfels. Der zweitägige Gipfel wird am Donnerstag in Brüssel beginnen. Tusk sei mit den EU-Staats- und Regierungschefs in Kontakt, auch mit dem griechischen Premier Tsipras, hieß es am Dienstag im Umfeld Tusks. Details wie Teilnehmer der geplanten Runde blieben zunächst offen.

Das griechische Staatsradio hatte zuvor berichtet, Tsipras habe bei Tusk ein Fünfer-Treffen beantragt. Daran sollten am Donnerstag neben Tsipras Bundeskanzlerin Angela Merkel, der französische Präsident François Hollande, der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, sowie EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker teilnehmen. Athen will vermeiden, dass das Handhaben der griechischen Schuldenkrise zur einer Auseinandersetzung allein zwischen Athen und Berlin wird.

Visite in Berlin

Am kommenden Montag wird Tsipras zu einem ersten offiziellen Besuch nach Berlin kommen. Er habe die Einladung von Kanzlerin Angela Merkel zu einem Besuch angenommen, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag mit.

Zuvor hatte Finanzminister Giannis Varoufakis nach seinem Live-Auftritt in der ARD-Sendung Günther Jauch für Diskussionen in Deutschland gesorgt. Er behauptete auch auf Nachfrage von SPIEGEL ONLINE, dass ein Videoausschnitt, in dem er seinen Mittelfinger zeigt, gefälscht sei. Das bestreitet die Redaktion.


Der Streit um die Griechen-Hilfen in Zitaten:

heb/dpa/Reuters; Mitarbeit: Giorgos Christides

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insgesamt 69 Beiträge
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dschmi87 17.03.2015
1. Lasst sie doch endlich gehen...
Oder wollen die deutschen Medien und die deutsche Politik um jeden Preis riskieren das europaweit rechts und linksextreme Parteien an die Macht kommen? Umso länger Griechenland im Euro bleibt umso mehr sehen z.B. Spanier und Franzosen: "Man muss dreist genug sein dann bekommt man alles, man muss nur eine links oder rechtsextreme Partei wählen und schon zahlt der Rest Europas für einen". Lasst sie doch endlich gehen oder ich werde zum ersten Mal im Leben eine links oder rechtsextrem Partei wählen
frank1980 17.03.2015
2. Steht man am Abgrund
scheint auch ein Bund mit dem Teufel als kleineres Übel. Es ist schon interessant das die Linken, auch bei uns, Putin hoffieren obwohl er offensichtlich Aggressiv seine Nachbarn bedroht, destabilisiert und militärisch besetzt.
spon-facebook-1810274577 17.03.2015
3. Griechenlands neuer Verbündeter?
Nun ja, irgendwoher muss ja die Kohle kommen.
Hilfskraft 17.03.2015
4. gerne
Russland ist dafür bekannt, wie gerne es finanziell Notleidenden unter die Arme greift und es mit der Rückzahlung nicht so genau nimmt. Warum ist Tsipras nicht sofort darauf gekommen? Dann hätte er uns viele Beleidigungen ersparen können. Und, falls er die NATO damit auf den Plan ruft, wird ihm sicher etwas nettes dazu einfallen ...
Eppelein von Gailingen 17.03.2015
5. Nach Orbán macht sich auch Tsipras bei Putin gesellig
Als EU-Mitglied sind das gefährliche Verstrickungen. Vor allem, wenn man finanziell so in der Tinte sitzt wie diese neue Griechen-Regierung, die ihren Wählern zu viel versprochen hat. Halten werden sie mehr als wenig können.
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