Moskau Verdächtiger gesteht Doppelmord

Der mutmaßliche Mörder eines Moskauer Menschenrechtsanwalts und einer Journalistin hat gestanden. Er wird verdächtigt, die Opfer im Januar auf offener Straße erschossen zu haben. Ob die Tat nationalistisch motiviert war, ist unklar.


Moskau - Zehn Monate nach dem Mord an einem russischen Menschenrechtsanwalt und einer Journalistin auf offener Straße in Moskau hat der mutmaßliche Täter gestanden. Der 24-jährige Verdächtige habe den Anwalt aus persönlichen Gründen getötet, die Tat stehe in keinem Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit des Opfers Stanislaw Markelow, sagte sein Anwalt Jewgeni Skirpelew am Freitag der Nachrichtenagentur Interfax.

Die Journalistin habe sein Mandant nur versehentlich getötet, er bedauere ihren Tod. Der Verdächtige habe auch keine Verbindungen zu nationalistischen Gruppierungen. Im Radiosender Moskauer Echo sagte Skirpelew, dass sein Mandant allein gehandelt habe.

Nach Angaben der russischen Behörden war neben dem 24-Jährigen am Donnerstag auch eine 29-jährige Frau wegen der Bluttat festgenommen worden. Nach Angaben des Chefs des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB, Alexander Bortnikow, gehörten die beiden einer radikalen nationalistischen Gruppe an.

Der 34-jährige Markelow und die 25-jährige Journalistin Anastasija Baburowa waren nach einer Pressekonferenz am 19. Januar im Zentrum Moskaus erschossen worden. Ermittler hatten zunächst einen Zusammenhang mit Markelows beruflicher Tätigkeit vermutet. Er arbeitete als Jurist auch für die 2006 ermordete Journalistin Anna Politkowskaja und deren Zeitung "Nowaja Gaseta". Auch Baburowa hatte für das regierungskritische Blatt geschrieben und mehrere Artikel über Rassismus und Ultranationalismus in Russland veröffentlicht.

can/AFP



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