Nach IS-Abzug Christen im Umland von Mossul feiern erstmals wieder Ostern

Am Sonntagmorgen läuteten die Kirchenglocken: Nach dem Ende der IS-Herrschaft haben Hunderte Christen in der Umgebung von Mossul wieder Ostern gefeiert.

ALHAYALI/ EPA/ REX/ Shutterstock

Zum ersten Mal seit drei Jahren haben irakische Christen im befreiten Umland östlich der IS-Hochburg Mossul wieder Ostern gefeiert. Sicherheitskräfte hatten dieses Gebiet im Oktober vergangenen Jahres von den Extremisten erobert. Einige Dutzend Gläubige seien am Samstagabend in einer Kirche in dem Ort Karakosch zusammengekommen, sagte der Priester Imad Chuschtba. "Es war eine symbolische Messe, nichts Großes, wegen der Sicherheitslage."

Anhänger der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) hatten Mossul und das Umland der Stadt im Juni 2014 überrannt. Danach gingen sie gegen Christen und andere religiöse Minderheiten vor. Christen wurden gezwungen, zum Islam überzutreten, eine Schutzsteuer zu zahlen oder die Stadt zu verlassen. Im Osten Mossuls liegen mehrere vor allem von Christen bewohnte Orte.

Unter dem 2003 gestürzten Langzeitherrscher Saddam Hussein lebten im Irak nach Schätzungen rund 1,5 Million Christen. Viele von ihnen haben seitdem aus Angst vor Verfolgung und Gewalt das Land verlassen.

Irakische Sicherheitskräfte hatten die Offensive zur Befreiung Mossuls im Oktober begonnen. Die Kämpfe im Westen der durch den Fluss Tigris geteilten Stadt gehen noch immer weiter.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version hieß es unter Berufung auf die Nachrichtenagentur dpa, Christen hätten das Osterfest in Mossul selbst gefeiert. Das ist nicht korrekt. Die dpa hat ihre Darstellung korrigiert: Die Gottesdienste fanden lediglich im Umland von Mossul statt.

eth/wal/dpa



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