Kampf gegen IS Irak meldet vollständige Rückeroberung Mossuls

Das irakische Militär hat Mossul, die sogenannte Hochburg des "Islamischen Staats", zurückerobert. Das bestätigte Ministerpräsident Haider al-Abadi in einer Fernsehansprache.

Mossul
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Iraks Regierungstruppen haben die umkämpfte Stadt Mossul vollständig von der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) befreit. Das erklärte Ministerpräsident Haidar al-Abadi am Montagabend in einer Fernsehansprache.

Bereits am Sonntag hatte er den Streitkräften des Landes zu ihrem Sieg über die Terrororganisation gratuliert. Der Oberkommandierende der Truppen sei in der "befreiten Stadt" eingetroffen, erklärte ein Sprecher seines Ministeriums. "Er beglückwünschte die Soldaten zu ihrem heroischen Kampf und gratulierte dem irakischen Volk".

Der IS hatte die zweitgrößte Stadt des Irak im Sommer 2014 fast handstreichartig eingenommen und zu einem ihrer wichtigsten Stützpunkte ausgebaut. In der Moschee hatte die Miliz anschließend ihren "Gottesstaat" ausgerufen.

Ohne Mossul hat der IS im Irak nur noch Wüstenregionen südlich und westlich der Stadt unter seiner Kontrolle. In Syrien tobt der Kampf um die dortige IS-Hochburg Rakka.

Iran und EU mahnen zu Einigung der Iraker

Der Iran gratulierte dem "mutigen" irakischen Volk und der Regierung in Bagdad zur Befreiung der Stadt Mossul. "Wenn die Iraker zusammenhalten, dann können sie alles erreichen", schrieb Außenminister Mohammed Dschawad Sarif am Sonntagabend auf Twitter.

Der Iran hat eine 1400 Kilometer lange Grenze zum Irak. Gegen den sunnitischen IS kämpfen im Irak auch Schiitenmilizen, von denen viele eng mit dem schiitischen Iran verbunden sind. Auch der irakische Regierungschef Haider al-Abadi ist schiitischer Muslim.

Die Europäische Union mahnte nach der Rückeroberung zu rascher Aussöhnung im Irak. "Es ist jetzt von entscheidender Bedeutung, dass ein Prozess zur Rückkehr und zur Wiederherstellung von Vertrauen zwischen den Gemeinschaften beginnt und dass alle Iraker anfangen können, sich eine gemeinsame Zukunft aufzubauen", erklärten die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini und Kommissar Christos Stylianides am Sonntagabend in Brüssel.

mik/sun/dpa/AP

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