US-Militärs Offensive auf Mossul kommt schnell voran

Seit mehr als drei Monaten versuchen irakische Soldaten, die vom "Islamischen Staat" gehaltene Stadt Mossul einzunehmen. US-Militärs sehen große Fortschritte. Die Befreiung sei aber noch in weiter Ferne.

Kampf um Mossul
DPA

Kampf um Mossul


Das Ostufer der nordirakischen Millionenstadt Mossul werde "sehr, sehr bald" vollständig unter Kontrolle sein. Das sagte John Dorrian, Sprecher des US-Militärs, jetzt in Bagdad. Insgesamt komme die Offensive der irakischen Regierungstruppen auf die Hochburg der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) nach Einschätzung des US-Militärs deutlich schneller voran als noch zu Beginn der Operation. Mit einer baldigen Befreiung der gesamten Stadt rechnet er aber dennoch nicht.

Dorrian sagte, Luftangriffe der US-geführten internationalen Koalition hätten zudem die finanziellen Ressourcen des IS getroffen. "Wir haben auch ihre Fähigkeit zerstört, durch den Verkauf von Öl Geld zu machen", erklärte Dorrian. "Wir bringen sie jeden Monat um Millionen Dollar an Einnahmen."

Die irakische Armee und mit ihnen verbündete Milizen hatten die Offensive auf Mossul Mitte Oktober begonnen. Unterstützt werden sie von Luftangriffen der internationalen Koalition und von US-Militärberatern am Boden.

Mossul ist die letzte Bastion des IS im Irak. Sie ist seit Mitte 2014 in der Hand der Extremisten. Im Osten der Stadt konnte die Armee schon viele Stadtviertel zurückerobern, der Westen ist noch in der Hand der Terrormiliz. Sollten die Extremisten die Großstadt verlieren, wären sie in dem Krisenland militärisch weitgehend besiegt. Allerdings kontrolliert der IS noch immer große Gebiete im Nachbarland Syrien.

Iraks Regierungsstreitkräfte stießen in Mossul auf starken Widerstand und hätten einige schwere Verluste erlitten, sagte Dorrian. Zudem verlangsame die große Zahl an Zivilisten und gezielte Angriffe des IS das Tempo der Offensive. Eine rasche Eroberung der ganzen Stadt sei nicht in Sicht, sagte Dorrian.

mho/dpa



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