Münchner Sicherheitskonferenz Keiner wollte iranischen Airbus betanken

Ein Eklat wurde gerade noch abgewendet: Vor der Münchner Sicherheitskonferenz lehnten es die Mineralölfirmen am Flughafen ab, dem iranischen Außenminister Kerosin zu verkaufen. Rettung kam von unerwarteter Stelle.

Irans Außenminister Dschawad Sarif auf der Münchner Sicherheitskonferenz
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Irans Außenminister Dschawad Sarif auf der Münchner Sicherheitskonferenz


Vor der Münchner Sicherheitskonferenz Mitte Februar hat die Bundesregierung nach einem Medienbericht nur mit Mühe einen Skandal verhindert. Grund war demnach die Weigerung mehrerer Mineralölfirmen am Münchner Flughafen, das Flugzeug des iranischen Außenministers Dschawad Sarif zu betanken.

Nach Informationen von WDR, NDR und "Süddeutscher Zeitung" reiste Sarif erst an, nachdem die Bundeswehr sich bereit erklärte, das zu übernehmen. Das Auswärtige Amt war um diese Hilfe ersucht worden. Dem Bericht zufolge fürchteten die Firmen offenbar, gegen US-Sanktionen zu verstoßen.

Der Leiter der Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, sagte dem Medienverbund, es sei "nur mit größter Not" gelungen, Sarifs Teilnahme zu sichern. Ischinger schaltete schließlich das Auswärtige Amt und das Verteidigungsministerium ein und bat um Hilfe.

Letztlich übernahm die Luftwaffe die Betankung des iranischen Airbus. "Was immer man von Sanktionen halten will, hier hätten sie beinahe dazu geführt, dass wir in einer gefährlichen Lage nicht einmal mehr miteinander reden können", sagte Ischinger dem Bericht zufolge.

cop/dpa



insgesamt 54 Beiträge
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jdm11000 27.02.2018
1. Bundeswehr betankt staatsfremdes Flugzeug?
Da stellen sich doch sofort mehrere Fragen ein: a) mit welcher Rechtsgrundlage handelte die Bundeswehr? Als Händler wird die Bundeswehr wohl kaum aufgetreten sein. b) wer trägt denn die Kosten dafür? Etwa der deutsche Steuerzahler? Hier sollte man mal sehr genau nachfragen. c) wie kommt ein Bundesminister dazu, fremde Staatsprobleme zu lösen? Helfen denn die Iraner bei deutschen Problemen weiter? Ich denke hier nur daran, daß deutsches Militär auch nicht den Luftraum zur Versorgung der deutschen Truppen in Afghanistan durchfliegen oder gar zwischenlanden dürfen! d) ist es doch deren Problem und man kann auch mittels Zug oder Auto anreisen. Daher ist es mehr als unverständlich, wenn man wegen so eines kleines Problems einen fremden Staates, die Staatskasse dafür bluten läßt.
hansdampfhier 27.02.2018
2. Der lange Arm fremder Mächte
reicht weit rein in deutsche Landen. Wollen wir das? Und warum haben die nicht einfach per Erlass die Firmen verpflichtet zu verkaufen? Es sind schließlich hoheitliche Interessen betroffen. Oder geht das nicht (mehr) so einfach?
joG 27.02.2018
3. Merkwürdig nur....
....dass die Reise so schlecht vorbereitet war. Man hätte gedacht die Iraner hätten das Problem gekannt und hätten mit dem Gastgeber vorher gesprochen um eine Lösung auszumachen.
naklar261 27.02.2018
4. Bereit erklärt...aha
Ich kann mir das richtig gut vorstellen. Der Stabsgefreite und Tanklastfahrer am BW Flughafen sitzt gerade wie immer beim Frühstück (Leberkäsesemmel mit ner Dose Redbull). Dann kommt der GvD rein und schreit vollkommen außer Atem „ Eilmeldung aus Berlin! Sofort Marschbereitschaft herstellen und asap den Flieger des iranischen Minister auftanken!“ . Dem Stabsgefreiten bleibt dabei natürlich erstmal die halbe Leberkässemmel im Hals stecken als er in tiefstem Bayrisch sagt „ Das geht nicht! Gemäß EU Beschluss GN568/13 verstößt das gleich gegen eine Vielzahl von Sanktionen!“ Darauf der GvD „Nagut. In dem Fall müssen wir dann aber heute beim Sport mitmachen...“ Stabsgefreiter: „Was! Schon wieder DSA!? Na gut, um eine internationale Krise abzuwenden erkläre ich mich bereit den Flieger aufzutanken.“
Prinzen Paule 27.02.2018
5. Amerikanische Vorschriften gelten auch bei uns!
Ich kenne es nur zu gut wenn ich eine Ausschreibung aus solchen Ländern bekomme und nicht daran teilnehmen darf. Hintergrund ist dass wir als deutsches Unternehmen Angst haben von amerikanischen oder englischen Ausstellungen ausgeschlossen zu werden wenn wir iranische Unternehmen unterstützen Wir liefern nur normaler ziviler Systeme. Wo führt das hin wenn wir Staaten ausgrenzen. Ich glaube das hat alles keine Zukunft. Sind wir mal ehrlich wenn sie militärischen Sachen kaufen wollen können Sie das jederzeit tun auf dem Schwarzmarkt. Es gibt immer korrupte Waffenhändler dir alles liefern können. Daher finde ich dieses Katz-und-Maus-Spiel einfach lächerlich.
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