Treffen von Kerry und Sarif USA wollen Sanktionen gegen Iran vorerst beibehalten

Am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz haben sich US-Außenminister John Kerry und sein iranischer Amtskollege Mohammed Dschawad Sarif getroffen. Thema des Gesprächs war das Atomprogramm Teherans. Weitere Lockerungen der Sanktionen lehnte Kerry vorerst ab.

US-Außenminister Kerry in München: "Aufrichtige Absichten" im Gespräch mit Iran
REUTERS

US-Außenminister Kerry in München: "Aufrichtige Absichten" im Gespräch mit Iran


München - Die USA wollen ihre Sanktionen gegen Iran trotz der anstehenden Verhandlungen über das Atomprogramm Teherans vorerst aufrechterhalten. Dies habe US-Außenminister John Kerry seinem iranischen Kollegen Mohammed Dschawad Sarif bei einem Treffen am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz mitgeteilt, hieß es in US-Regierungskreisen.

Ein weiteres Gesprächsthema der Minister waren demnach die Verhandlungen über ein langfristiges Atomabkommen mit Iran, die in rund zwei Wochen in Wien beginnen sollen. Kerry habe betont, es sei sehr wichtig, dass Iran seine Zusagen an die internationale Gemeinschaft erfülle.

Sarif hatte bereits am Vorabend Hoffnungen auf eine rasche Einigung in Wien gedämpft. "Es ist erst der Beginn der Verhandlungen über eine endgültige Vereinbarung", sagte er in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters und der TV-Produktionsfirma The International Media Associates in München. "Ich gehe davon aus, dass dies einige Zeit in Anspruch nehmen wird." Zwar seien sich alle Seiten einig in dem Ziel, dass das iranische Nuklearprogramm ausschließlich zivilen Zwecken dienen solle. Die Klärungen im Detail dürften aber etwas schwieriger werden.

Klärung der zentralen Streitpunkte

Die Beratungen über ein langfristiges Atomabkommen mit Iran sollen am 18. Februar in Wien beginnen. Neben der Islamischen Republik nehmen auch Deutschland sowie die fünf Uno-Veto-Mächte Großbritannien, Frankreich, Russland, die USA und China teil. Die Staaten hatten sich Ende November auf eine vorläufige Vereinbarung verständigt: Sie sieht vor, dass Iran für sechs Monate zentrale Teile seines Atomprogramms aussetzt und verschärfte Kontrollen seiner Anlagen zulässt. Im Gegenzug gewährt der Westen Iran eine Lockerung bei gewissen Sanktionen.

Nun geht es darum, zentrale Streitpunkte beizulegen. So fordert der Westen, dass Iran die hochgradige Anreicherung von Uran vollständig stoppt und einen Schwerwasserreaktor abschaltet. Die Führung in Teheran lehnt dies bislang ab.

Außenminister Sarif machte deutlich, dass sein Land zudem keineswegs bereit sei, auf die Forschung an Zentrifugen zur Uranbearbeitung zu verzichten. Die Absprache vom November erlaubt Iran die Entwicklung solcher Maschinen, verbietet aber die Errichtung neuer Zentrifugen. "Ich denke nicht, dass Technologie und Wissenschaft etwas mit Atomwaffen zu tun haben", sagte Sarif. Westliche Staaten werfen Iran vor, nach Nuklearwaffen zu streben. Die Regierung in Teheran bestreitet dies und argumentiert, ihr Atomprogramm diene nur der friedlichen Nutzung der Kernenergie.

aar/AFP/Reuters/dpa

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Seite 1
ein anderer 02.02.2014
1. ...
Zitat von sysopREUTERSAm Rande der Münchner Sicherheitskonferenz haben sich US-Außenminister John Kerry und sein iranischer Amtskollege Mohammed Dschawad Sarif getroffen. Thema des Gesprächs war das Atomprogramm Teherans. Weitere Lockerungen der Sanktionen lehnte Kerry vorerst ab. http://www.spiegel.de/politik/ausland/muenchner-sicherheitskonferenz-kerry-trifft-irans-aussenminister-a-950639.html
Die Obama-Administration könnte, auch wenn sie wollten, ohne Mithilfe des Kongresses keine weiteren Sanktionen lockern. Schon in den Anfängen der zweitausender Jahren als Europa mit dem Iran schon einmal soweit wie Heute war, hatte die harte Haltung des US-Kongress die Verhandlungen platzen lassen. Der Iran wird nur zu endgültigen Zugeständnissen bereit sein, wenn die USA ihre feindliche Haltung aufgeben. Friede Freude Eierkuchen mit Europa nutzt dem Iran überhaupt nichts, wenn da eine oftmals irrational handelnde Weltmacht sie weiterhin bedroht. Wie irrational die USA schon jetzt rund um den Iran wieder handelt sieht man wie die Weltmacht ihre Terrorliste nach Interessen gestaltet: http://www.zeit.de/2012/41/Volksmudschahedin-Terrorliste-USA
rotertraktor 02.02.2014
2. Freund und Feind
Einen Freund (wie Deutschland durch gnadenlose Bespitzelung) zu verlieren, das scheint den USA nicht viel auszumachen, aber einen Feind (wie den Iran) zu verlieren, das muss auf jeden Fall verhindert werden. Wie soll denn sonst der wichtigste US-Industriezweig seine Multi-Mrd. Rüstungsausgaben auf Steuerzahlers Kosten rechtfertigen?!
aljoschu 02.02.2014
3. So sind sie die Amerikaner ...
... nachtragend, nachtretend, rachsüchtig, unnachgiebig und immer auf den eigenen Profit bedacht. Es gibt kein schrittweises Aufeinander-Zugehen. Immer wieder wird von den verfeinden, sogenannten Schurkenstaaten ein demütigendes und einseitiges Einlenken und wahllos diktierte Vorleistungen gefordert. Während typischerweise die befreundeten Schurkenstaaten (wie z.B. Israel und Saudi Arabien - und natürlich man selbst) uneingeschränkte Vorrechte gegenüber ihren Widersachern ausüben können und man ihnen vielfältige Übergriffe einfach (und oft insgeheim) gestattet. Eigentlich müsste die ganze Welt gegenüber den USA Sanktionen schärfster Art verhängen: Denn seit den Tagen des Vietnam-Krieges hat dieses Land immer wieder Kriege gegen jegliches internationale Recht geführt, hat Länder überfallen, Massenmorde begangen, gefoltert, gestohlen, zerstört und geplündert. Die Bevölkerung der Welt - das kann man mittlerweile mit vollem Recht behaupten - wird permanent nach Gutdünken ausspioniert und ausgehorcht. Nur unsere Regierung und vorneweg unser Staatsoberhaupt Gauck laufen diesen diesen falschen Freunden auf Teufel komm raus hinterher, wie zerlumpte Gassenköder einem Leichenzug.
Sperberauge 02.02.2014
4. ... darum sind sie so ...
Die USA anerkennen den internationalen Gerichtshof nicht an. Das hat seinen Grund. Die USA wären mit einer riesigen Flut von Anklagen und Reparationszahlungen konfrontiert, würden alle geschädigten Länder sie einklagen.
cum infamia 02.02.2014
5. Atomrüstung Iran
Wie P. Scholl-Latur heute im ARD- Frühschoppen ausführte, entwickelt Pakistan z.Zt. Kleinatomwaffen, die von Terroristen gebraucht werden könnten. Davor scheint Israel und die USA keine Angst zu haben, denn alles richtet sich nur gegen Iran, der noch KEINE Atomwaffen hat. Droht da schon wieder eine tolle " Überraschung " wie mit den frisch aufgerüsteten Taliban in Afghanistan nach Abzug Russlands ?? Oder was steckt da dahinter ?
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