Münchner Sicherheitskonferenz Türkische Delegation verweigert Verhandlungen mit Israelis

Mevlüt Cavusoglu will nicht mit Israelis an einem Tisch sitzen: Der türkische Außenminister hat seine Teilnahme an der Münchner Sicherheitskonferenz daher kurzerhand abgesagt.

Türkischer Außenminister Cavusoglu: Keine Gespräche mit Israelis
AFP

Türkischer Außenminister Cavusoglu: Keine Gespräche mit Israelis


Ankara/Berlin - Absage in letzter Minute: Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu hat erklärt, nicht zur Münchner Sicherheitskonferenz zu reisen. "Ich wollte die Konferenz besuchen, aber wir haben uns dagegen entschieden, nachdem sie Israel zur Sitzung über den Mittleren Osten eingeladen haben", sagte Cavusoglu am Rande eines Treffens mit türkischen Diplomaten in Berlin. Die Entscheidung solle nicht als Affront gegenüber Deutschland gewertet werden, betonte der Minister.

Nach dem Tod von zehn türkischen Aktivisten beim Sturm israelischer Soldaten auf das türkische Gaza-Hilfsschiff "Mavi Marmara" im Jahr 2010 warf die Türkei den israelischen Botschafter aus dem Land und reduzierte die Beziehungen auf ein Mindestmaß. Trotz einer auf Druck der USA zustande gekommenen Entschuldigung Israels für den Vorfall scheiterten alle Bemühungen um eine Wiederannäherung bisher.

Auf der Konferenz in der bayerischen Landeshauptstadt geht es um die großen weltpolitischen Krisen derzeit: US-Außenminister John Kerry reist an, um mit europäischen Partnern Fortschritte im Atomstreit mit Iran zu erreichen und neue Formen des Terrors wie den des "Islamischen Staats" zu diskutieren. Vizepräsident Biden will sich über mögliche US-Waffenlieferungen in die Ukraine austauschen. Und Kanzlerin Merkel kommt frisch von einer Blitzdiplomatie-Tour, die sie zusammen mit dem französischen Präsidenten Hollande in die Ukraine und nach Moskau gemacht hat.

mxw/Reuters/AFP

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