Mutare/Simbabwe - Der Diktator inmitten einer Traube Luftballons, Mugabe, wie er eine Torte in Form eines Krokodils anschneidet oder lachend auf einem Sessel. Simbabwes Präsident - berüchtigt für seine Skrupellosigkeit und Brutalität - lässt es sich zu seinem Geburtstag gutgehen und von seinen Landsleuten feiern.
Eigentlich war Mugabes Geburtstag bereits am vergangenen Dienstag, seitdem gab es zahlreiche Feierlichkeiten. Die kostspieligste Party aber stieg nach Angaben lokaler Medien am Samstag in der Stadt Mutare. Das Fest soll rund eine Million Dollar gekostet haben. Mehr als tausend Gäste kamen um den greisen Despoten zu bejubeln. Ein Kuchen, der in Harare gebacken wurde, wurde unter dem Schutz einer Polizeieskorte eigens in das rund 300 Kilometer entfernte Mutare gebracht, zahlreiches Vieh wurde geschlachtet. Es gab einen Schönheitswettbewerb, zahlreiche Mitglieder von Mugabes Partei Zanu-PF waren zusammen mit ihren Familien gekommen. Er sei überschüttet worden mit Geschenken, Glückwünschen und Gebeten von zu Hause und dem Ausland - die Unterstützung seiner Landsleute wärme sein Herz und stärke ihn, ließ Mugabe verkünden.
Mugabes Parteileute erklärten, die Wirtschaft habe "ausreichend" Spenden getätigt - niemand würde mit einem leeren Magen nach Hause gehen. Es war allerdings ein Fest nur für die Anhänger des Despoten. Offizielle Vertreter der Partei von Ministerpräsident Morgan Tsvangirai, der Bewegung für den Demokratischen Wandel (MDC), waren bei dem Fest nicht dabei.
"Du musst das Gehirn des Imperialisten herausschlagen!"
Mugabe, mit 88 Jahren ältester Staatschef Afrikas, bekräftigte auf einer Geburtstagsrede auch seinen Machtanspruch. "Ich habe weiter die Kraft, um vorwärts zu gehen", rief Mugabe der Menge zu und fügte hinzu: "Es gibt kein Zurück." Nach unbestätigten Berichten erholt sich Mugabe von einer Krebserkrankung. Mugabes Rede wurde landesweit im Fernsehen übertragen.
Der Despot nutzte die Ansprache auch, um gegen den Westen und Homosexuelle zu hetzen. Die Jugend müsse den "westlichen Werten" aus dem Weg gehen. Homosexualität und Gier seien zu einem Teil der Kultur in Europa und den USA geworden, so Mugabe. Homosexualität bezeichnete er als Geisteskrankheit. "Zur Hölle mit Euch!", rief der Machthaber.
Die junge Generation forderte Mugabe auf, den Kampf gegen den Einfluss des Westens fortzuführen und fand für seinen Aufruf martialische Worte. "Du musst zum Kopf des Imperialisten gehen und sein Gehirn herausschlagen", rief er. Auch einige afrikanische Führer seien schwach und naiv geworden und würden nur an materielle Vorteile denken, wenn sie vor dem Westen in die Knie gingen.
Zuvor hatte Mugabe im Fernsehen angekündigt, er werde noch in diesem Jahr Wahlen einberufen, um die wackelnde Regierungskoalition mit der früheren Oppositionspartei von Premierminister Morgan Tsvangirai zu beenden. Tsvangirai indes besteht darauf, dass es erst nach dem Abschluss der Verfassungs- und Wahlrechtsreformen im nächsten Jahr eine neue Abstimmung geben dürfe. Die Mugabe-Parteigänger indes verzögern die Arbeit der Verfassungskommission, die bereits zwei Jahre in Verzug ist.
Mugabe ist bereits seit einem Vierteljahrhundert im Amt. Seit 2008 regiert er zwar nicht mehr unumschränkt, auf internationalen Druck hin wurde Oppositionsführer Morgan Tsvangirai Premier. In der Regierung beherrschen aber Getreue aus Mugabes Partei die Schlüsselressorts, sie sicherten sich Goldvorkommen und Diamantenfelder.
anr/dpa/AP
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