Gaza-Konflikt: Mursi rechnet mit Waffenruhe binnen weniger Stunden

Die Gewalt zwischen Hamas und Israel könnte noch am Dienstag enden - davon geht jedenfalls Ägyptens Staatspräsident Mursi aus. Auch der israelische Rundfunk berichtet von einer nahenden Waffenruhe.

Ägyptens Präsident Mursi (rechts, mit Hamas-Delegation): "Waffenruhe noch am Dienstag" Zur Großansicht
REUTERS/ Egyptian Presidency

Ägyptens Präsident Mursi (rechts, mit Hamas-Delegation): "Waffenruhe noch am Dienstag"

Kairo - Der ägyptische Präsident Mohammed Mursi rechnet schon in wenigen Stunden mit einer Waffenruhe in Nahost. Mursi sagte am Dienstag nach der Beerdigung seiner Schwester Fatma in der Provinz Al-Scharkija, der "israelische Angriff auf den Gaza-Streifen wird heute enden, die Bemühungen um eine Waffenruhe zwischen der palästinensischen und der israelischen Seite werden in den nächsten Stunden positive Ergebnisse bringen".

Die offizielle ägyptische Nachrichtenagentur Mena zitierte Mursi mit den Worten, "die groteske israelische Aggression" werde enden.

In Kairo verhandeln Vertreter der radikalislamischen Hamas und Israels über eine Feuerpause. Israel hatte vor knapp einer Woche eine Militäroffensive gegen radikale Palästinensergruppen im Gaza-Streifen gestartet. Damit soll der Raketenbeschuss aus dem von der Hamas kontrollierten Gebiet beendet werden.

Der israelische Rundfunk berichtete ebenfalls auf seiner Webseite, man erwarte die Verkündung einer Waffenruhe am Abend. Dies werde voraussichtlich während des Besuchs von US-Außenministerin Hillary Clinton in Israel geschehen. Clinton soll gegen 22.00 Uhr Ortszeit in Jerusalem mit israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu zusammentreffen.

Grundlage der Vereinbarung einer Waffenruhe sei ein Überwachungsmechanismus, an dem Sicherheitsvertreter Israels, Ägyptens und der USA beteiligt sein sollten. Der Sender berichtete unter Berufung auf Regierungskreise in Jerusalem, die Vereinbarung solle den Einwohnern im Süden Israels zumindest ein bis zwei Jahre Ruhe gewährleisten.

Deutschland habe neben Ägypten eine wichtige Vermittlerrolle bei den Gesprächen eingenommen, berichtete der Rundfunk zudem. Aus der Delegation von Bundesaußenminister Guido Westerwelle gibt es bislang keine Bestätigung für den Bericht. Auch ein Sprecher Netanjahus wollte sich nicht äußern.

Während Westerwelles Besuch heulten im Großraum Jerusalem die Sirenen wegen eines Luftalarms. Eine aus dem Gaza-Streifen abgefeuerte Rakete schlug nach Polizeiangaben außerhalb der Stadt ein. Bislang starben bei Angriffen 117 Menschen im Gaza-Streifen und drei in Israel. Fast 1000 Menschen wurden verletzt, die meisten von ihnen Palästinenser.

Auch Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon hatte in Kairo alle Konfliktparteien zu einer sofortigen Waffenruhe aufgerufen. "Alle Parteien müssen sofort das Feuer einstellen. Jede erneute Eskalation gefährdet die gesamte Region", sagte Ban am Dienstag bei einer Pressekonferenz mit dem Generalsekretär der Arabischen Liga, Nabil al-Arabi.

fab/AFP/dpa

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1. Wer's glaubt
wadenzwicker 20.11.2012
Waffenruhe? Überwachungsmechanismus? Ein bis zwei Jahre Ruhe? Im Leben nicht! Sowohl die Palästinenser wie auch die Israelis führen seit 60 Jahren Krieg gegeneinander. Die können gar nicht mehr anders. Die brauchen das wie die Luft zum Atmen. Waffenruhe? Ruhe? Nie im Leben!
2. ....
Mimimat 20.11.2012
Zitat von sysopREUTERS/ Egyptian PresidencyDie Gewalt zwischen Hamas und Israel könnte noch am Dienstag enden. Davon geht Ägyptens Staatspräsident Mohammed Mursi aus. Auch der israelische Rundfunk berichtet von einer nahenden Waffenruhe. http://www.spiegel.de/politik/ausland/mursi-geht-von-gaza-waffenruhe-noch-am-dienstag-aus-a-868303.html
Eigentlich fehlte zu der Aussage noch ein "Isch Schwöre" als Zusatz. Im Arabischen Raum wird ja nicht erst seit heute maßlos übertrieben.
3. Das sehen kluge Menschen....
magetasalex 20.11.2012
Zitat von wadenzwickerWaffenruhe? Überwachungsmechanismus? Ein bis zwei Jahre Ruhe? Im Leben nicht! Sowohl die Palästinenser wie auch die Israelis führen seit 60 Jahren Krieg gegeneinander. Die können gar nicht mehr anders. Die brauchen das wie die Luft zum Atmen. Waffenruhe? Ruhe? Nie im Leben!
Das sehen kluge Menschen die in Israel das Licht der Welt erblickten auch so, und wandern deshalb aus.
4. Die hören nicht auf!
axelkilian 20.11.2012
Schon die Äußerung des ägyptischen Präsidenten und Muslimbruders "die groteske israelische Aggression" werde enden, zeigt doch woher der Wind weht. Am liebsten wäre es ihm und seinen Gesinnunggenossen, Israel würde auch die andere Wange hinhalten, und zwar bis zum Schluss. Weiterhin fordern sie Bewegungsfreiheit für alle potentiellen Selbstmordattentäter, das ist wirklich grotesk. Mir tun die Israelis leid...
5. Wer Frieden will muss verzichten können!!!
speedy 20.11.2012
Es kann nicht sein das die Schatten der Vergangenheit Menschenrechte nur für eine Seite des Konfliktes gewähren.Während die andere noch nicht einmal das recht auf Existenz in einen eigenen Staat haben.Auch die Bautätigkeit in Palästinensischen Gebieten.Zeugt davon das man den Palästinensern nicht die kleinsten Menschenrechte zugestehen will.Die Palästinensischengebiete werden von Jahr zu Jahr kleiner und die Rechtswidrige Landnahme der Israelis will niemand auch nur ansatzweise wirklich verurteilen.Dies wäre aber Notwendig um Palästinensern Menschenwürde wieder fahren zu lassen.Wenn ausgerechnet Israel nicht versteht das Menschen ohne Zukunft keine andere Chance haben als alles in die Waagschale zuwerfen was sie haben (ihr Leben) dann helfen keine Diskussionen und Worte mehr.Eine Lösung kann es nur geben wenn BEIDE auf Positionen verzichten.Komisch ist ja das beide Volksgruppen im Ausland gut mit einander auskommen nur das sehen offizielle beider Seiten nicht gerne (O-Ton).
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